Auf Tuchfühlung: Deutschlands größte Spinnen- und Insektenausstellung kommt nach Waldkraiburg

Kinder haben viel weniger Berührungsängste als Erwachsene, die sich manchmal lange überwinden müssen. Hoffmann

Mit über 500 Exemplaren macht am Sonntag, 24. November, die größte Spinnen- und Insektenausstellung Deutschlands Halt in der Schenkerhalle in Waldkraiburg. Der Name „Insectophobie“ ist Programm: Hier können Besucher mit den kleinen Tierchen auf Tuchfühlung gehen – und ihre Berührungsängste abbauen.

Waldkraiburg – Mit über 500 Exemplaren macht am Sonntag, 24. November, die größte Spinnen- und Insektenausstellung Deutschlands Halt in der Schenkerhalle. Der Name „Insectophobie“ ist Programm: neben dem Erlebnis der zum Teil seltenen und exotischen Arten können Besucher unter Anleitung ihre Angst vor den krabbelnden Tierchen überwinden. Besitzer und Organisator Giovanno Neigert aus Feuchtwangen beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit den faszinierenden Kreaturen.

Die größte Spinnen- und Insektenausstellung Deutschlands, von einem privaten Sammler im eigenen Haus gehalten. Wie kam es zu Ihrer Faszination?

Ich habe in Feuchtwangen gewohnt, dort gab es gegenüber von unserem Haus ein kleines Zoofachgeschäft. Mit ungefähr 13 Jahren bin ich dort öfter vorbeigekommen und schließlich hat der Chef mich helfen lassen. Irgendwann habe ich meine Mutter überredet, eine Vogelspinne kaufen zu dürfen. Das hat mich so fasziniert, dass ich mir mehr und mehr Tiere zugelegt habe. 2011 hatte ich schließlich so viele zusammen, dass ich mir überlegt habe, auch andere an meiner Faszination teilhaben zu lassen. Ich habe zum ersten Mal in der lokalen Turnhalle meine Tiere ausgestellt und das hat sehr gut funktioniert. Es waren so viele Besucher und Interessierte da, dass ich mich entschlossen habe, mich selbstständig zu machen.

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Besucher können in der Ausstellung versuchen, ihre Spinnenphobie zu überwinden. Was ist Spinnenphobie und wie äußert sie sich?

Es ist ganz unterschiedlich. Es gibt Leute, die fangen das Schwitzen an, atmen schwer, haben beklemmende Gefühle, ein Mann ist mal ohnmächtig geworden. Das sind richtige Panikattacken. Es gibt Menschen, die ekeln sich vor dem ungewöhnlichen Aussehen. Das sind die schwierigeren Fälle, weil das so unspezifisch ist. Die, die Angst haben, gebissen zu werden, sind einfacher. Da kann man die Ängste schnell zerstreuen und alle Fragen beantworten.

Wie helfen Sie dabei, Ängste zu überwinden?

In erster Linie kommen zu der Ausstellung Familien. Die Kinder sind da ganz skrupellos. Oft schicken die Mamas die Kinder vor, wenn es ums Anfassen geht. Wenn richtig ängstliche Menschen kommen, räumen wir erst mit allen Vorurteilen auf. Dann nehmen wir eine abgeworfene Spinnenhaut, damit man weiß, wie sich das anfühlt. Das ist ganz flauschig. Es sind auch sehr schöne Tiere – in neonblau oder rosa. Eine Vogelspinne namens Grammostola rosea ist rosa und recht klein, mit der setze ich mich in die Nähe und lasse sie auf dem Tisch laufen. Und dann kann man mal ein Bein berühren. Hinterher sind die Leute richtig euphorisch. Irgendwann macht es Klick und dann geht das. Wie bei einer Dame, gerade eben in Ismaning. Wir haben etwa 45 Minuten gebraucht, dann hat sie aufgehört zu schwitzen und sich ihrer Angst gestellt.

Die größte Spinne, der größte Skorpion Welche besonderen Spinnen oder Prachtexemplare finden sich in der Ausstellung?

Wir haben eine Terraphosa blondie, das ist die größte bekannte Vogelspinne der Welt. Wir haben auch einen Hadogenes troglodytes, den größten Skorpion der Welt. Darüber hinaus haben wir Gottesanbeter, Stabheuschrecken, Gespenstheuschrecken sowie Geiselskorpione, eine Mischung aus Spinne und Skorpion. Es gibt bestimmt niemanden, der schon alle Tiere in dieser Ausstellung gesehen hat.

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Welche Arten kann man im Streichelzoo anfassen und ist das ungefährlich?

Den Streichelzoo nennen wir nur so. Das heißt, dass Mitarbeiter immer gern passende Tiere, zum Beispiel Achatschnecken oder Riesentausendfüßler rausnehmen und die Gäste sie anfassen dürfen. Das ist ungefährlich. Es gibt in dieser Ausstellung keine lebensbedrohlich giftigen Tiere.

Welchen Nutzen können Spinnen für uns, vielleicht sogar im Haus haben?

Spinnen sind enorm wichtig, sie übertragen keine Krankheiten, sie fressen Schädlinge in Haus und Hof. Sie sind sehr wichtig für die Ökosysteme. Mit ein paar größeren Winkelspinnen im Keller haben Sie keine Asseln oder anderen Schädlinge im Haus. Sie fressen auch Mücken. Wenn man sie nicht im Haus haben will, sollte man sie mit einem Becher nach draußen bringen, etwas weiter weg und leben lassen. Wir haben ohnehin viel zu wenige Insekten in Europa.

Ausstellung in der Schenkerhalle

Die Ausstellung ist am 24. November von 10 bis 18 Uhr in der Schenkerhalle in Waldkraiburg zu sehen.

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