Trotz Corona: Das neue Café am Waldkraiburger Stadtplatz kommt

In Arbeit: das neue Café, das die Wirtsfamilie Yazici im ehemaligen Brosch umbaut. Die Eröffnung, die im Mai geplant war, muss verschoben werden, ist aber nicht aufgehoben. „Das Café kommt“, sagt Serhat Yazici. Grundner/Archiv

Im Mai sollte es eröffnet werden, das neue Café im ehemaligen Brosch. Corona hat der Wirtsfamilie Yazici einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Aufstecken wollen die Betreiber des Hotel- und Restaurant-Betriebs Centrale allerdings nicht.

Waldkraiburg – „Wir sind sehr weit. Der Umbau läuft weiter. Nicht im Mai, aber wir machen auf“, gibt sich Serhat Yazici kämpferisch.

Im Hotel: Stornierungen im sechsstelligen Eurobereich

Es kommen auch wieder andere Tage, auch wenn es im Moment für die erfolgreichen Gastronomen düster aussieht. Zwei Gäste verloren sich Mitte der Woche noch im Hotel. Stornierungen im sechsstelligen Eurobereich sind zuletzt laut Yazici im Hotelbetrieb aufgelaufen. „Es wird Monate dauern, bis das Hotel wieder voll ist.“

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Bar und Restaurant sind seit einer Woche zu. Der Lieferservice, den die Wirtsfamilie seit einigen Tagen gestartet hat, „ist ein Tropfen auf dem heißen Stein“, Yazici: „Im Normalbetrieb haben wir in einem Monat 230 000 Euro Unkosten.“ Dem steht momentan auf der Einnahmenseite fast nichts gegenüber.

Kurzarbeit-Regelung ist eine große Hilfe

Die staatliche Soforthilfe kann keine Rettung sein. 15 000 Euro könnte das Centrale beantragen. „Das entspricht ungefähr den Personalkosten einer Woche.“Die 40 festangestellten Mitarbeiter sind zur Kurzarbeit angemeldet. „Gut ist, dass auch die Sozialversicherung übernommen wird.“ Alles, was sonst vom Staat angeboten werde, ist aus Sicht Yazicis „keine Hilfe“. Die Stundung von Steuern, günstige staatliche Kredite führen in ein Schuldenloch, „aus dem man nicht mehr herauskommt“, fürchtet er. Er rate jedem, die Unkosten auf ein Minimum zu reduzieren, um nach einem oder zwei Monaten „mit Kraft wieder weiter zu machen“.

Yazici: Drei Monate Stillstand „zerreißt auch einen Betrieb wie uns“

Für das Centrale und das neue Café gleich gegenüber, sieht er trotz der momentanen Krise eine erfolgreiche Zukunft. „Wir stehen stabil da. Wir haben noch ein, zwei Patronen im Lauf.“ Doch auch Yazici muss einräumen: „Wenn es drei Monate so weiter geht, dann zerreißt es auch einen Betrieb wie uns.“ hg

Kommentare