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REALSCHULE

Traumnoten erleichtern den Abschied

Die 10.Klass-Blosn eröffnete die Abschlussfeier in der Aula der Realschule. fis
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Die 10.Klass-Blosn eröffnete die Abschlussfeier in der Aula der Realschule. fis

Es war der zahlenmäßig stärkste Jahrgang bisher und auch wohl für die Zukunft: 223 Realschüler aus neun zehnten Klassen haben in diesem Jahr das Abschlusszeugnis der mittleren Reife erhalten, darunter 60 mit einer Eins vor dem Komma. Und zum ersten Mal in den 63 Jahren Schulgeschichte erzielten zwei Schülerinnen einen Notendurch-schnitt von 1,0.

Waldkraiburg – Ein Geschenk des Himmels war wohl an diesen strahlenden Sommertagen der Gottesdienst in Maria Schutz, gestaltet von Mitschülern, dem erfrischenden Sound der Chorklassen und einem Lehrerquintett, auf dessen „Ave verum“ spontaner Beifall einsetzte. Die Diakone Fred Keilhauer und Manfred Scharnagl empfahlen den Absolventen Abrahams Anweisung „Steht auf und geht“, „seid euch aber auch dessen bewusst, dass Scheitern erlaubt sein muss, wenn man danach immer noch anderen Menschen mit Feinsinn begegnet“.

99,5 Prozent haben bestanden

Bei der Abschlussfeier in der Aula, die durch ein eindrucksvolles Musikprogramm geprägt wurde, sagte Landrat Georg Huber: „Lasst euch nicht ganz von der Digitalisierung downloaden. Sie nimmt euch das lebenslange Lernen nicht ab, auch nicht im Handwerk, das heute mehr denn je goldenen Boden hat. Den Wind wird man nicht ändern, aber die Segel könnt ihr Absolventen richtig setzen.“

Bürgermeister Robert Pötzsch mahnte die Absolventen in seiner Rede: „Gebt nicht zu rasch auf, übernehmt Verantwortung in eurem Beruf, in der Familie, in der Gesellschaft!“

Staatssekretär Stephan Mayer stellte fest, dass gerade in der Gesellschaft immer stärker polarisiert werde, der Umgang miteinander immer krawalliger werde. Er forderte die Absolventen auf, sich auf das Spannungsfeld zwischen globaler Welt und Ortsbezogenheit einzulassen, „denn die Liebe zum Lernen ist mit der Weisheit verwandt und je mehr ihr an Fakten kennt, um so weniger seid ihr manipulierbar.“

Elternbeiratsvorsitzender Peter Zinn ging von Marc Twains Lebensweisheit aus: „Zum Erfolg gibt es keinen Lift, man muss die Treppe nehmen.“ Und er erläuterte: „Wer im Leben weiterkommen will, der darf sich nicht auf sein Glück verlassen. Erfolg muss meist mühsam erworben werden.“

Die Schülersprecher Jakob, Angelina und Dennis erinnerten in ihrer launigen Rede an so manche problematische Schulstunde, aber auch an viele aufmunternde und hilfreiche Situationen und Entscheidungen. Sie kamen zu dem Schluss: „Bald werden wir uns in unsere Schule zurücksehnen!“

Schulleiter Hans Hautz erinnerte an seine Abschlussfete vor 50 Jahren, die ohne Musik, ohne Reden, fast ohne Eltern über die Bühne gegangen war, „dafür mit bärtigen, langhaarigen Schülern in gestreiften Jeans, die das Feiern als spießig empfanden. Heute weiß ich, dass solche vorgegebenen Formen entlasten und helfen, eine Sprache zu finden bei Übergängen von einem Lebensabschnitt in den nächsten.“ Das gute Ergebnis am Ende der Realschulzeit sei ein echter Meilenstein, denn 99,5 Prozent haben bestanden mit einem Gesamtdurchschnitt in Englisch von 2,4 und in Mathematik von 2,6.

Er lobte das Durchhaltevermögen, sprach von wahren Sternstunden, in denen man hoch motiviert und engagiert debattierte, Projekte voranbrachte, Präsentationen erarbeitete und unermüdlich Musik- und Theaterstücke einstudierte: Schule war Teil des Lebens geworden.

„Wir besitzen eine positive Macht, egal, ob 16 oder 60, mit der wir verständnisvoll und an Werten orientiert mit der Natur und anderen Menschen umgehen sollten. Und deshalb waren auch die Müll-, Umwelt-, Demokratie-, Integrations- und Inklusionsprojekte im Unterricht enorm wichtig“, so Hautz.

Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft haben gelernt, „wie die anderen ticken“, so in einer 5.Klasse mit türkischen, rumänischen, ungarischen, polnischen, albanischen, spanischen und sogar zwei deutschen Schülern. Nach deren Aussage verstanden sie sich bestens. So könne eine eigenständige Weltsicht im Kleinen heranwachsen, die auch im Großen empfindlich machen sollte für Notsituationen hier und anderswo, unabhängig von mediengesteuerten Einflüsterungen.

Der Rektor appellierte an die Schüler: „Ihr findet günstige Bedingungen vor; grenzt euch deshalb ab von aufkommendem Populismus und Polemik im öffentlichen Leben, von schnellem Profit, der zu Lasten unserer Umwelt geht. Und so könnt ihr, auch ohne den Schonraum unserer Realschule, tatkräftig mitwirken an der Gestaltung einer menschenwürdigen Zukunft!“

Die Zeugnisverteilung (siehe auch die besten Absolventen auf der folgenden Seite) untermalten die einzelnen Klassen mit fröhlich-besinnlichen Beiträgen. Die gesamte Gestaltung der Feier hatten die 10. Klassen in eigener Regie übernommen. Dafür ernteten sie ein großes Lob von den Musiklehrern Martina Rottenaicher, Susanne Jung und Andi Mieke.

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