„Dann feiern wir halt 111 Jahre“

Trachtler „Isentaler“ Ampfing wollen ihr verhindertes Jubiläum 2021 nachholen

Beim Hoagarten zum Auftakt des Jubiläumsjahres stand die Trachtenjugend im Mittelpunkt, danach stand der geplante Veranstaltungsreigen der „Isentaler“ wegen Corona still.
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Beim Hoagarten zum Auftakt des Jubiläumsjahres stand die Trachtenjugend im Mittelpunkt, danach stand der geplante Veranstaltungsreigen der „Isentaler“ wegen Corona still.
  • Rita Stettner
    vonRita Stettner
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Auf eine lange Tradition können die „Isentaler“ aus Ampfing zurückblicken. 110 Jahre gibt es den Trachtenverein bereits. Doch die geplante Jubiläumsfeier hat Corona durchkreuzt. Jetzt soll sie im nächsten Jahr nachgeholt werden.

Ampfing - Ein Verein, dem an Tradition, Brauchtum und dem Erhalt „der Trachtensach“ liegt, das sind die Isentaler. Viele Höhepunkte hat ihre Geschichte gesehen, das Gautrachtenfest vor zehn Jahren, das allein am Festsonntag über 8000 Besucher anzog, ragt heraus.

Auch zum 110-Jährigen hatten die Verantwortlichen des Vereins viele Pläne gemacht. Doch Corona machte nahezu alle zunichte. Dabei war der Auftakt zum Jubiläumsjahr vielversprechend. Der Hoagarten im Februar, bescherte den „Isentalern“ einen vollen Saal. Ein Spektakel der besonderen Art war erneut die von Jugendleiterin Otti Gantenhammer organisierte Meisterschaft im „Bierfuzilhausbau“. Dann kam der Lockdown.

Nicht nur der Vorsitzende Georg Eisner, der schon seit 40 Jahren an der Spitze des 250 Mitglieder starken Vereins steht, ist enttäuscht, dass das Jubiläumsjahr abgebrochen werden musste.

Anni und Georg Eisner setzen sich seit vielen Jahren für die Trachtensach in Ampfing ein.

Bei den Neuwahlen, die im März hätten stattfinden sollen, wollte er sich wieder zur Wahl stellen. „Irgendwie“, so Eisner, „kann ich nicht loslassen“. Noch habe er sich nicht darum gekümmert, die Arbeit an die Jüngeren weiter zu geben. Die alte Mannschaft steht jedenfalls noch mal bereit.

Auch Jugendleiterin Otti Gantenhammer sieht mit Besorgnis der Zukunft der Trachtler entgegen. Sie ist sehr stolz auf ihre Kids und würde sich freuen, wenn es endlich wieder mit den Proben losgehen könnte. Die Kinder würden später eine gute Aktivengruppe abgeben, glaubt sie. Die letzte Aktivengruppe stellte der Verein 2015. Doch wenn weiterhin keine Proben stattfinden, werde sich wohl bei vielen Eltern das „Gemütlichkeitsprinzip“ einschleichen, fürchtet Gantenhammer. Einige Kinder seien schon abgesprungen. „Inzwischen wachsen die Kinder auch aus dem Trachtengwand raus und wir müssen neues nähen.“ Anni Eisner würde dazu auch einen Gewand-Nähkurs anbieten.

Zum Jubiläum war vieles im Gespräch: Ein Maibaum sollte aufgestellt werden. Um Nachwuchs anzusprechen, hätte man den Kindergarten mit ins Boot geholt. Die Kinder hätten zusammen mit der Trachtenjugend ein paar Tänze eingeübt und ihren großen Auftritt am 1. Mai gehabt.

Sepp Sperr, der auch Gebietsleiter des Gauverband I ist, weiß, dass heuer zehn Vereine Jubiläum gefeiert hätten. In Ampfing hat man noch nicht aufgegeben und will versuchen, die Jubiläumsveranstaltungen – außer das Preisplatteln, das für 2021 schon vergeben ist – nachholen. Frei nach dem Motto: „Dann feiern wir halt 111 Jahre!“

Das sind die Isentaler ihrer Tradition schuldig. Denn all die Jahre halfen sie mit, Ampfing bunter zu machen. Unter ihrer Federführung wurde das Heimathaus aufgebaut und die Ampfinger Blasmusik ins Leben gerufen. Auch ein Probenraum wurde geschaffen. Und sogar über eine Theatergruppe verfügt der Trachtenverein. Jedes Jahr zu Weihnachten ist Theaterzeit. Doch heuer wird es erstmals wieder eine Spielpause geben.

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