Top-Ergebnis im zweiten Anlauf: Waldkraiburger Projekt stolz auf Kammer- und Innungssiegerin

Für den Kammerwettbewerb hat Sandra Deser in der Werkstatt im Jagus Projekthaus zuletzt viel geübt. Anfang Oktober startet sie beim Landeswettbewerb, diese Woche beginnt für sie die Meisterschule. Lohmann

Für Sandra Deser ist es eine große Bestätigung ihrer Arbeit, für das Projekthaus Jagus ist es ein herausragender Erfolg in der Geschichte des Hauses: Sie hat ihre Ausbildung als Malerin und Lackiererin als Innungssiegerin abgeschlossen. Den Leistungswettbewerb der Handwerkskammer München und Oberbayern hat sie ebenfalls gewonnen.

Waldkraiburg– Farben, Pinsel, Spachtel und Rollen – das ist ihr Metier, hier macht ihr so schnell kein anderer Lehrling was vor. Sandra Deser hat gerade ihre Ausbildung als Malerin und Lackiererin beim Projekthaus Jagus abgeschlossen. Mit Bravour: Staatspreis, Innungssiegerin und Siegerin beim Leistungswettbewerb der Handwerkskammer München und Oberbayern. Besser hätte es nicht laufen können.

Von Beginn an arbeitet Sandra Deser zuverlässig mit, ist wissbegierig und ehrgeizig. Nicht immer ging es bei ihr so geradlinig voran. Als sie in Burgkirchen an der Mittelschule mit dem M-Zug abschließt, hat sie einen großen Traum vor Augen: Pferdewirtin. Doch selbst deutschlandweit gibt es nur wenige Ausbildungsstellen, die Nachfrage aber ist groß. „Ich habe lange nicht gewusst, was ich machen soll“, erzählt Sandra Deser. Ihr Traum war zerplatzt, also arbeitete sie als Reitführerin.

Sie bekommt immer neue Aufgaben

Doch auf Dauer war das keine Lösung, sie beginnt eine Lehre als Bürokauffrau. Doch schnell merkt die 26-Jährige: „Das war nicht das meine.“ Die Berufsberatung liegt ihr Maler ans Herzen, nach einem Praktikum beim Projekthaus Jagus der Arbeiterwohlfahrt bleibt sie und beginnt ihre Ausbildung als Malerin. „Die Arbeit hat mir beim Praktikum schon Spaß gemacht, das lag mir ganz einfach.“

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Am liebsten arbeitet sie gestalterisch, wendet verschiedene Techniken an. Schnell macht sie Fortschritte, sodass ihr Ausbilder und Malermeister Hans Schneider ihr immer neue Aufgaben überträgt. „Sie war ehrgeizig und hat sich nie was nehmen lassen. Sie wollte alles lernen und die Aufgaben auch schnell umgesetzt“, lobt Schneider seine ehemalige Auszubildende. Ihr Potenzial habe er entsprechend gefördert, ihr immer mehr Verantwortung übertragen. „Ich konnte mich auf sie verlassen, für mich als Meister war das natürlich auch erfreulich.“

Sie selbst ist erstaunt darüber, wie sehr sie sich in den vergangenen drei Jahren verändert habe. Anfangs schüchtern und zurückhaltend sei sie mittlerweile viel selbstbewusster, traue sich mehr zu. „Sie hat alles aufgesaugt wie ein Schwamm“, sagt Marlene Heinemann-Nützl, die als Sozialpädagogin bei Jagus arbeitet. Dass Sandra Deser während ihrer Ausbildung nicht daran dachte, in einen anderen Betrieb zu wechseln oder die Lehrzeit zu verkürze, zeige die Verbundenheit zu Jagus.

„Sie ist durch ihre Aufgabe gereift. Auch das gehört zu unserer Aufgabe bei Jagus, dass die Auszubildenden sich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich entwickeln“, sagt Schneider. Der Abbruch einer Lehre könne für Jugendliche einen Einschnitt bedeuten.

Seit 23 Jahren ist Hans Schneider im Projekthaus Jagus angestellt, ein Innungssieger war nie unter seinen Auszubildenden. Bis jetzt. „Ich hatte zwischenzeitlich schon gedacht, dass sie eine Innungssiegerin werden könnte. Als Ausbilder hat mich das zusätzlich angestachelt.“

Die Meisterschule beginnt bald

Die letzten Tage und Wochen ihrer Zeit bei Jagus ist bei Sandra Deser viel Üben auf dem Programm gestanden. Für Innungs- und Kammerwettbewerb hat sie sich auf die verschiedenen Themen vorbereitet: ein Reisebüro farblich gestalten beim Innungswettbewerb, die Räume eines Motorradclubs beim Kammerwettbewerb. Als Kammersiegerin hat sie sich für den Landeswettbewerb in Würzburg Anfang Oktober qualifiziert.

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Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt Sandra Deser jetzt nicht: Bereits diese Woche beginnt die Meisterschule, ein Teil davon in Mühldorf, ein Teil in Regensburg. „Mich freut es, dass sie das macht. Wenn nicht sie, wer dann“, sagt ihr Ausbilder. Wie es nach der Meisterschule weitergehen soll, das hält sich Sandra Deser noch offen. Reiten als Hobby ist ihr jedenfalls geblieben.

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