Tierheimneubau rückt näher

Über Erste Hilfe für Vögel und Igel informierte Wildtierpflegerin Christina Bauer aus Mün- chen. hos
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Über Erste Hilfe für Vögel und Igel informierte Wildtierpflegerin Christina Bauer aus Mün- chen. hos

Der Tierheimneubau war, wie schon seit Jahren, ein zentrales Thema in der Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins. Doch auch ganz aktuelle Tierschutzanliegen interessierten die Anwesenden.

Waldkraiburg– Im vergangenen Jahr hat die Tierherberge rund 160 Tiere in ein neues Zuhause vermittelt. Das berichtete Vorsitzende Manuela Gyimes. Für den Neubau des Tierheims sei ein Grundstück gefunden, allerdings seien bei Gesprächen mit Sponsoren Bedenken laut geworden, weil man es nur auf Erbpacht bekommen hätte. „Wir haben dann das Gespräch mit dem Eigentümer gesucht, der einem Kauf auch zustimmen würde und wir hoffen, dass wir das binnen der nächsten zwei bis drei Wochen klären können.“ Für den Fall, dass alles klappen sollte, wären auch von den Sponsoren größere Summen zugesagt. Die Stadt hat eine Unterstützung in Höhe von 50 000 Euro zugesagt. Mit weiteren Aktionen, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Kino Cinewood und der Familie Engelmann sollten weitere Spenden generiert werden. „Wir beginnen aber erst, wenn die gesamte Summe, die für den Neubau benötigt wird, auf unserem Konto ist“, stellte die Vorsitzende zum Abschluss klar.

2015: Dank Erbschaft größerer Überschuss

Der Kassenbericht von Schatzmeisterin Michaela Reiser für das Jahr 2015 wies einen Überschuss von 137 000 Euro aus, allerdings nur, weil eine größere Erbschaft von 170 000 Euro eingegangen war – „ansonsten würde hier ein dickes Minus stehen“. Die Mitgliedsbeiträge beliefen sich auf 11 600 Euro und es waren Spenden von knapp 18 000 Euro eingegangen. Die größten Posten bei den Ausgaben waren die Löhne und Sozialabgaben mit 77 000 Euro sowie die Ausgaben für Nahrung, Tierarzt und Medikamente mit rund 30 000 Euro.

Ein ausführlicher Vortrag der Wildtierpflegerin Christina Bauer aus München zum Thema „Erste Hilfe für Vögel und Igel“ schloss sich an und warf auch viele interessierte Fragen auf, denn die meisten der anwesenden Mitglieder hatten oder haben einen kleinen Igel über Winter in Pflege oder schon einmal einen verletzten Vogel gefunden. Wie prekär das Thema ist, wurde klar, als es um die richtige Fütterung und Unterbringung der Tiere ging.

Fehler von gutmeinenden Helfern könnten hier schnell zu Schäden am Gefieder, Knochenfehlentwicklungen und Fehlstellungen führen bis hin zum Tod, wenn zum Beispiel einem Insektenfresser Körnerfutter angeboten werde oder kleine Vögel mit Wasser getränkt würden, an dem sie sich sehr leicht verschlucken könnten. Ein igel- beziehungsweise vogelkundiger Tierarzt oder eine der vielen Anlaufstellen des Tierschutzes sind der richtige Ansprechpartner, wenn man noch keine Erfahrung hat und schwerwiegende Fehler vermeiden will.

Vorsitzende Manuela Gyimes dankte allen Unterstützern, Spendern, Gassigehern, ehrenamtlichen Mitarbeitern und dem Tierheim-Team für das große Engagement, ebenso Tierarzt Dr. Khalil Abaya, mit dem das Tierheim seit September zusammenarbeite. „Er ist 24 Stunden erreichbar, wenn es nötig ist, und das ist für uns sehr gut.“

Ute Kindermann brachte den Wohnwagen zur Sprache, in dem die Betreuer zurzeit auch die Nacht verbringen müssten, da das Gebäude unbewohnbar sei. Vielleicht könne man einen Aufruf starten, um einen gut isolierten Wohnwagen geliehen zu bekommen oder den Wagen von einem Betrieb nachisolieren lassen, damit es etwas komfortabler werde.

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