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Müll, Gestank, Sachbeschädigungen

Tiefgaragen-Nutzer sauer über nächtliche Partys: Stadt Waldkraiburg will Videoüberwachung

„Ich hab die Nase voll.“ Helga Rittersporn schimpft über den Müll, den Jugendliche bei nächtlichen Partys in der Tiefgarage hinterlassen, und hat Angst, dass ihr Auto beschädigt wird.
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„Ich hab die Nase voll.“ Helga Rittersporn schimpft über den Müll, den Jugendliche bei nächtlichen Partys in der Tiefgarage hinterlassen, und hat Angst, dass ihr Auto beschädigt wird.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Anlieger des Sartrouville-Platzes sind sauer über Müll, Gestank und Sachbeschädigungen in der Tiefgarage. Sie kritisieren auch die Stadt, die zu wenig gegen nächtliche Partys unternehme. Das Rathaus reagiert mit einer überraschenden Ankündigung: Es soll wieder eine Videoüberwachung geben.

Waldkraiburg – Helga Rittersporn ist sauer. Sie hat genug von den Spuren nächtlicher Partys in der Tiefgarage unterm Sartrouville-Platz, vom Müll, der dann herumliegt, und von den hässlichen Graffitis. Und sie hat Angst davor, dass ihr Auto beschädigt wird. Wie ihr geht es auch anderen Anliegern des Platzes. Sie ärgern sich über die Stadt, die ihrer Meinung nach nicht genug gegen das Treiben unternimmt. Das Rathaus reagiert mit einer überraschenden Ankündigung. Die Stadt will einen neuen Vorstoß für eine Videoüberwqachung machen.

Es stinkt nach Urin

Ortstermin in der Tiefgarage. „Halten Sie sich die Nase zu!“, warnt Rittersporn am Tiefgaragenabgang nahe der Raiffeisenbank. Schon im Freien stinkt es erbärmlich nach Urin. Im Garagenabteil, in dem ihr Auto steht, liegen Getränke- und Chipstüten herum, Becher, Zigarettenschachteln und allerhand Kleinzeug. In dieser Woche sei es wieder einmal besonders zugegangen in dieser abgelegenen Ecke der Tiefgarage, findet die Waldkraiburgerin.

Tiefgaragen-Nutzerin droht damit, die Stellplatz-Miete einzubehalten

30 Euro pro Monat zahle sie für den Stellplatz an die Stadt. „Wenn das so weitergeht, stelle ich die Zahlung ein. Ich hab die Nase voll.“

In dieser Woche Auto beschädigt

In der Nacht zum Dienstag hatten ungebetene Besucher wohl auch eine Kiste mit Äpfeln dabei. Apfelstücke sind wahllos auf dem Boden verteilt. Und die Frontscheibe des Kleinwagens der Nachbarstochter, die damit bearbeitet wurde, war ganz verklebt. Deren Mama, Aida Pavletic, berichtet von einem weiteren Vorfall, der bereits bei der Polizei angezeigt wurde. Am Mazda ihres Mannes wurde, ebenfalls in der Zeit zwischen Montag und Dienstag, die Motorhaube zerkratzt. Etwa 1000 Euro Schaden.

Pizzaschachteln lockten Ratten an

Aber man sei ja einiges gewöhnt. Vor zwei Jahren seien im Nachbarabteil so viele Pizzaschachteln mit Essensresten gelegen, „dass die Ratten kamen“, sagt Helga Rittersporn. Manche Jugendliche bringen sich und andere bei Radrennen in der Tiefgarage in Gefahr. Über die vollgeschmierten Wände mag sie gar nicht mehr reden. Auch Pkw wurden schon beschädigt. „Im Vorjahr haben Jugendliche das Auto einer jungen Frau mit dem Feuerlöscher besprüht und beschädigt “, erzählt Aida Pavletic. „Die hat zum Glück die Polizei geschnappt.“

Mieter fordern mehr Präsenz von Polizei und Sicherheitswacht

Ansonsten geschehe das viel zu selten, finden die beiden Frauen. Sie fordern mehr Präsenz von Polizei und Sicherheitswacht in der Tiefgarage. Wiederholt hätten sie sich bei der Stadt, beziehungsweise bei der Stadtbau beschwert. Aber irgendwie habe man das Gefühl, dass nichts unternommen werde, um das abzustellen. „Der eine schiebt es auf den anderen.“

Stadt: Garage wird laufend sauber gehalten

Das weist die Stadt zurück. Das Gebäudemanagement für die Tiefgaragen im Zentrum habe die Stadt an die Stadtbau Waldkraiburg GmbH übertragen. Verschmutzungen könnten dort unter Telefon 086 38/9 68 60 oder 9 68 66 34 gemeldet werden. Zuständige Stelle im Rathaus sei das Sachgebiet Bautechnik, Telefon 0 86 38/95 92 63. Die Tiefgarage werde laufend sauber gehalten, Abfälle gesammelt, andere Verschmutzungen maschinell gereinigt. Einmal jährlich führe eine Fachfirma eine industrielle Nassreinigung durch.

Stadt: Sicherheitsdienst und Sicherheitswacht regelmäßig vor Ort

Regelmäßig bestreife zudem ein von der Stadt beauftragter Sicherheitsdienst sowie die Sicherheitswacht der Polizei die Garage. Wer sich unerlaubt dort aufhalte, werde ermahnt und des Platzes verwiesen, heißt es weiter in der Stellungnahme. Im Wiederholungsfall werde ein Hausverbot ausgesprochen. „Solche Ereignisse werden leider nie ganz abgestellt werden können, so sehr sich die Stadt mit ihren Beauftragten auch bemüht“, warnt das Rathaus vor zu hohen Erwartungen.

Stadt beantragt Videoüberwachung

Gleichzeitig unternimmt die Stadt aber einen erneuten Versuch, wegen der häufigen Sachbeschädigungen eine Videoüberwachung zu installieren. „Die Antragsstellung läuft. Wir hoffen, die datenschutzrechtliche Genehmigung für die Überwachung der Tiefgarage zu erhalten.“

Schon einmal gab es eine Videoüberwachung für die Garage. Auf Weisung des Landesdatenschutzbeauftragten musste sie jedoch außer Betrieb genommen und abgebaut werden.

Polizei: „Die Tiefgarage ist kein Brennpunkt“

Tatort Tiefgarage? Laut Franz Lohr, stellvertretender Leiter der PI Waldkraiburg, ist die Tiefgarage im Fokus der Polizei und der Sicherheitswacht. „ Ein Brennpunkt ist sie aber nicht, absolut nicht. “ Lohr hat das Jahr zwischen 1. September 2020 und 31. August 2021 genauer unter die Lupe genommen. Neun Vorfälle, die angezeigt wurden, weist demnach die Polizeistatistik für die gesamte Tiefgarage im Zentrum aus.

In einem Jahr sieben Sachbeschädigungen

Dabei handelt es sich um sieben Sachbeschädigungen und zwei Kleinunfälle. In vier Fällen wurden fremde Privatfahrzeuge beschädigt, meist zerkratzt. In drei Fällen war die Stadt die Geschädigte. So hat etwa ein Unbekannter in einen der Stützbäume mit einem Feuerzeug ein Hakenkreuz eingebrannt. Aufgefallen sei dies der Sicherheitswacht der Polizei, die ein- bis zweimal pro Woche, „auch abends“, die Tiefgarage bestreift. Bei Anrufen von Bürgern, die sich beschweren, dass es in der Garage laut ist, fahre „auch mal eine Streife vorbei“, sichert Lohr zu.

Lohr betont zugleich, dass bei den Vorfällen keine hohen Schäden zu verzeichnen und vor allem keine Personen zu Schaden gekommen seien. Körperverletzungen gebe es in der Regel nur am Rande des Faschingstreibens, wenn sehr viel Alkohol im Spiel ist. Und der Polizeibeamte sieht „keine signifikante Häufung von Sachbeschädigungen“.

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