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Teure Entsorgung

Das Material aus dem Absetzbecken aus der Zeit des Rüstungswerkes wurde entnommen. In den nächsten Wochen wird es auf verschiedenen Deponien entsorgt. Foto  WSGW
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Das Material aus dem Absetzbecken aus der Zeit des Rüstungswerkes wurde entnommen. In den nächsten Wochen wird es auf verschiedenen Deponien entsorgt. Foto WSGW

Um den Weg für eine Bebauung frei zu machen, hat die Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft das Erdreich aus einem alten Absetzbecken aus der Zeit des Rüstungswerks abgetragen und diesen Bereich neu verfüllt. Gefährliche Chemikalien wurden nicht festgestellt.

Der Aushub, der mit Hausmüll und Teerresten vermischt ist, muss dennoch zu großen Teilen in den nächsten Wochen gesondert entsorgt werden. Die WSGW kostet das einen sechsstelligen Betrag.

Waldkraiburg - Altlasten - wer in Waldkraiburg an ein Neubau-Vorhaben geht, ist aufgrund der Stadtgeschichte unweigerlich mit diesem Thema konfrontiert. Bei größeren Objekten ist zwingend eine Boden-Voruntersuchung erforderlich, so auch in der Böhmerwaldstraße, wo die WSGW alte Wohnblöcke durch moderne Geschosswohnungsbauten ersetzt.

Schon 2013 hatte die Genossenschaft - wie immer in solchen Fällen - ein Waldkraiburger Fachbüro mit der Untersuchung des Bodens beauftragt. Ingenieur Heinrich Hiemesch holte - wie immer bei solchen Aufträgen - erste Informationen im Stadtarchiv ein. Nach den vorliegenden Dokumenten befindet sich auf dem Areal unter anderem ein Absetz- und Rückhaltebecken, das Teil der Dampfversorgung für das gesamte Werk war.

Im Bereich dieses Beckens, das sich unter dem alten Garagenhof der Wohnanlage befand, stellte der Ingenieur Bodenverunreinigungen fest. Weil aber mehr als 50 Zentimeter an der Oberfläche "mit gutem Material" verfüllt sei, habe kein akuter Handlungsbedarf bestanden, sagt Hiemesch. Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt schlossen sich dieser Einschätzung an. Hiemesch: "Das hätte man auch auf Dauer so belassen können."

Die WSGW plant dort allerdings eine Bebauung mit zwei weiteren Geschosswohnungsbauten. Das Absetzbecken und sein Inhalt mussten deshalb geräumt werden. Auf einer 22 mal zwölf Meter großen Fläche wurde das Erdreich bis in eine Tiefe von dreieinhalb Meter abgetragen. Nach dem Krieg war das Becken mit Material aufgefüllt worden, das mit Hausmüll vermischt war und zum Teil mit Teerrückständen verseucht ist. Gefährliche Chemikalien aus der Rüstungsproduktion spielen dort laut Hiemesch keine Rolle.

Doch vor allem die Teerrückstände machen die Entsorgung teuer. Ein größerer Teil des Erdreichs muss in eine abgedichtete Deponie gebracht werden. Der Rest kann in einer normalen Bauschuttdeponie abgelagert werden. Die Kosten für die WSGW sind laut Geschäftsführer Werner Meisenecker zwar geringer als zunächst befürchtet, doch mit einer niedrigen sechsstelligen Summe ist die Genossenschaft dabei. Staatliche oder kommunale Zuschüsse zur Entsorgung gibt es nicht.

Obwohl dieser Bereich erst in einem zweiten Bauabschnitt bebaut werden soll, hat die WSGW das Absetzbecken bereits jetzt geräumt. "Die Mieter können also ganz beruhigt einziehen", sagt Prokurist Uwe Krämer im Blick auf die beiden Gebäude mit je 25 Wohnungen, die bereits stehen und im Winter innen ausgebaut werden. Im Frühjahr soll Haus 1 bezugsfertig sein, etwas später Haus 2.

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