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Tetra-Funk den Bürgern nicht zumuten

"Die Gemeinde Rattenkirchen hat scheinbar Probleme, den Tetra-Funkmasten ihren Bürgern zuzumuten", sagte Gemeinderat Matthias Salzeder in der jüngsten Sitzung. Es verstehe sich von selbst, dass die Gemeinde Aschau dies ihren Bürgern auch nicht zumuten wolle.

Aschau - Der Gemeinderat beschäftigte sich mit dem geplanten Tetra-Funkmasten, den Rattenkirchen am Wasserhochbehälter bei Ramerting aufstellen möchte. Das Gremium ist dagegen, denn der Standort befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Gemeindegrenze von Aschau und zur Wohnbebauung auf Aschauer Gemeindegebiet.

Gemeinderat Franz Wicho hat sich mit der Thematik auseinandergesetzt und eine Ablehnung formuliert, die er in der Sitzung vortrug. Der Ortsteil Deinwalln ist etwa 360 Meter, Wimm etwa 670 Meter und Rattenberg 950 Meter vom geplanten Standort entfernt. Im Bereich zwischen 1000 und 1500 Metern Entfernung befinden sich die Ortsteile Thal und Ellach, legte Wicho dar.

Der Tetra-Funk sei eine umstrittene, risikobehaftete Funktechnik mit 17,6 Hertz gepulster Strahlung, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. "Man weiß, dass sie unser Befinden beeinträchtigen kann. Schäden bei gesunden Menschen können nicht ausgeschlossen werden, erst recht nicht bei kranken Menschen", so Franz Wicho.

Das Problem mit den Herstellern dieser Technik sei, dass sie die Unschädlichkeit nicht beweisen müssen. Vielmehr müssten die Bürger beweisen, dass diese Technik schädlich sei - ein Vorgang, der in der übrigen Industrie genau umgekehrt sei.

Der Nachteil eines einmal bewilligten Standortes sei, dass die spätere Nutzung - wie Sendestärke, Nachrüstung oder Aufrüstung - von den Betreibern nicht mitgeteilt und von den Betroffenen nicht überprüft werden könne und Messungen nicht anerkannt werden. Als abschreckendes Beispiel nannte er den Sendeturm am Glatzberg.

Außerdem würden nach Inbetriebnahme oft sogenannte Füllsender notwendig, die ohne Genehmigung installiert werden können. Bei der Standortwahl würden offensichtlich nur erschlossene und damit kostengünstige Plätze ausgesucht, die sich meist in der Nähe von Wohnbebauung befinden. Aus kommerziellen Gründen werden für Bürger unproblematische Standorte in unerschlossenen Gebieten nicht ernsthaft in Erwägung gezogen und geprüft, so Wichos Meinung.

Nach der Einführung des Tetrafunkbetriebes müssen die Gemeinden für ihre Feuerwehren neue Funkgeräte beschaffen. Gemeinden, die Standorte bewilligen, werden mit Sonderrabatten für die anzuschaffenden Geräte belohnt. Die Hilfsdienste, wie Feuerwehr oder Rettungsdienste, für die diese Technik gedacht ist, können nicht entscheiden, ob sie sie wollen oder nicht, die riskante Technik werde einfach verordnet. "Gute Nachbarn setzen ihre sensiblen Bauvorhaben nicht zu Lasten der Nachbargemeinde an die Grenze", schloss Wicho.

Der Beschlussvorschlag sah vor, die Ablehnung mit dem Wortlaut seiner Ausführungen an den Gemeinderat Rattenkirchen bis zu ihrer Sitzung am 17. April weiterzuleiten.

Zwar lehnt das Gremium das Vorhaben Rattenkirchens geschlossen ab, allerdings wollten sich die Gemeinderäte Matthias Salzeder und Gertraud Reiser nicht zu sehr in technischen Details verlieren. Dazu fehle dem Gremium die fachliche Kompetenz, meinte Reiser. Sie sagte noch, das Funkloch sei woanders (Reichertsheim; Anm. d. Red), "da sollte der Masten nicht zu uns rübergeschoben werden".

Mit den Gegenstimmen der beiden einigte sich das Gremium, Wichos Ausführungen an Rattenkirchen weiterzugeben. Einstimmig beschloss man, Matthias Salzeders Ergänzung dazu aufzunehmen: "Die Gemeinde Rattenkirchen hat scheinbar Probleme, den Masten ihren Bürgern zuzumuten. Wir wollen das unseren Bürgern auch nicht zumuten." kla

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