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AUF WHISKY-TASTING-TOUR

Auf der Suche nach dem besten Single Malt: Ein Kraiburger radelt durch Schottland

Echt schottisch: Uli Franz im Kilt.
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Echt schottisch: Uli Franz im Kilt.
  • VonJörg Eschenfelder
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Uli Franz ist viel in der Welt herumgekommen. Seit fünf Jahren lebt der Journalist und Autor in Kraiburg und frönt weiter seinen Leidenschaften: Radfahren, Reisen, Schreiben. Das Ergebnis: ein neues Buch über eine fünfwöchige Whisky-Tasting-Tour mit dem Fahrrad durch Schottland.

Kraiburg – Die ungewöhnliche Reise stand unter dem Motto „Sip and Cycle“ – das Buch ist eine Mischung aus Reisebericht, Tastingbuch und Autobiografie.

Schon zweimal über den Großglockner nach Kroatien

„Die Idee ploppte einmal hoch und dann dachte ich: Warum nicht?“ Die Idee – ein Ergebnis seines Lebens: Seit Jahren liebt er nämlich lange Fahrradtouren. So ist er unter anderem schon zweimal über den Großglockner zu seinem zweiten Domizil auf der kroatischen Insel Brac geradelt.

Ende der 1970er-Jahre war er Auslandskorrespondent in China und kennt seitdem Tibet. „Tibet und Schottland sind beides sehr archaische Landschaften“, so Franz.

Als 17-Jähriger schlechte Erfahrungen mit sehr viel Whisky gemacht

Und dann gab es da ja noch seine erste Begegnung mit einem schottischen Whisky im Alter von 17 Jahren. Damals hatte er einfach viel zu viel davon getrunken – und in der Folge 20 Jahre lang einen großen Bogen um das schottische Wasser des Lebens gemacht.

Das waren die Zutaten, die über Jahre in ihm gärten und zu der Idee zur Whisky-Tasting-Radtour führten. Nach fünf Monaten Recherche („Ich war ja kein Whiskey-Experte“) und zwei Monaten Training ging‘s mit dem neun Kilo leichten Rad und zehn Kilo Gepäck los.

Fünf Wochen – 17 Destillerien

In fünf Wochen durchquerte er alleine Schottland und besuchte 17 Destillerien. Sein Weg führte ihn von der Insel Isly über Campbeltown und die Highlands bis hin zur Benediktinerabtei Lindores.

Hier nahm die schottische Whiskeygeschichte 1494 ihren Anfang; hier fand seine Abneigung gegen seinen Jugendwhisky VAT 69 ihr versöhnliches Ende.

Täglich zwischen 40 und 140 Kilometer

„Die Tour hat sich ganz organisch ergeben“, so Franz, der täglich zwischen 40 und – bei Rückenwind – 140 Kilometer zurücklegte. „Schottland ist sehr hügelig. Es geht ständig rauf und runter. Die Steigungen sind zum Teil bis zu 15 Prozent steil und gehen über einen Kilometer.“

Die Reise war aber nicht nur eine sportliche Herausforderung. Immerhin galt es auch, holprige und löchrige Straßen zu bekämpfen und es mit dem Massentourismus rund um die Brennereien aufzunehmen. „Das sind richtige Fabriken, die mit den Besuchstouren wahnsinnig viel Geld verdienen. Die sind total überlaufen. In den Sommermonaten kommen da bis zu 150 000 Besucher in eine Brennerei.“

„Ich habe mich an die rauchigen Whiskys herangetastet“

Trotzdem gelang es ihm in den fünf Wochen acht „perfekte Single Malts“ aufzuspüren – alle in kleinen Brennereien. „Ich habe mich an die rauchigen Whiskys herangetastet“, erzählt Franz. „Die haben einen Spannungsbogen, der leicht rauchig anfängt und dann süßlich, sherry-mäßig endet.“

Fan von japanischen und deutschen Whiskys

Aber – um ehrlich zu sein – für einen perfekten Whisky muss heute niemand mehr nach Schottland, wie Franz zugibt. „Ich bin ein großer Fan der japanischen Whiskys. Aber auch die deutschen Whiskys sind zum Teil sehr gut. Wichtig ist, dass die Zutaten biodynamisch sind und der Whisky nicht aus einer Massenproduktion kommt.“

Whisky-Tasting und Radln lassen sich prima vereinbaren

Whisky-Tasting und Radl-fahren geht das zusammen? Normalerweise nicht, wie Franz weiß: „Ich sitze da zwischen den Stühlen. Die Whisky-Gemeinde sitzt lieber in ihren Ledersesseln, und die Radler sind Anti-Alkoholiker, die nur Sport machen. Ich mache halt beides gerne.“ Dennoch hat auch er darauf geachtet, (meistens) nüchtern zu radeln. Aber keine Sorge: Über einen Schwips kam er nie hinaus. Das hat er auch seiner ersten Whisky-Erfahrung mit 17 zu verdanken. „Ich hatte damals einfach zu viel davon geschluckt. Heute bin ich vorsichtiger.“

Heute sei er, so Franz, ein Whisky-Connaisseur. „Ich trinke Whisky interessanterweise gerne im Freien. Wenn jetzt der Frühling kommt, ziehe ich mich warm an, lege mich in meinen Liegestuhl und trinke ein kleines Gläschen. Mit Maß und Ziel, das ist meine Devise.“ So lassen sich auch scheinbar unvereinbare Welten – Whisky-Tasting und Radlfahren – wunderbar miteinander vereinbaren und ergeben – gepaart mit einer Liebe zum Schreiben – das Reise-Tasting-Buch „Whisky Cycle – eine Radreise durch Schottland.“

Der Autor und das Buch

Zur Person: Uli Franz lebt in Kraiburg und auf der kroatischen Insel Brac. Von 1977 bis 1980 war er Zeitungskorrespondent in Peking. Seit Mitte der 1980er- Jahre ist er selbstständiger Autor von mehr als zehn Büchern.

Das Buch: Uli Franz: Whisky Cycle – eine Radreise durch Schottland, 308 Seiten, Alba-Collection Verlag, 19 Euro.

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