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Ein Stück Heimat: Die Messe auf Polnisch

Gottesdienst auf Polnisch:Salesianer-Pater Ignacy Zajac (56) leitet seit 1994 als Pfarrer die „Polnische kath. Mission Rosenheim“. Mün
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Gottesdienst auf Polnisch:Salesianer-Pater Ignacy Zajac (56) leitet seit 1994 als Pfarrer die „Polnische kath. Mission Rosenheim“. Mün

Zweimal im Monat ist in Waldkraiburg Gottesdienst in polnischer Sprache. Für die kleine polnische Gemeinde in Waldkraiburg und Umgebung wird die Christkönigkirche dann wie ein Stück Heimat.

Waldkraiburg – Kein Glockengeläut hat zur Messe gerufen, aber in die Kirche Christkönig kommen an diesem Sonntagnachmittag immer mehr Menschen: jüngere und ältere Erwachsene, Kinder, Ehepaare, junge Familien, alle Altersgruppen sind vertreten. Zunächst verharren sie schweigend und in gesammelter Andacht. An die 70 Personen aus Stadt und Umgebung sind gekommen. Eine kleinere Gruppe steht Schlange vor dem Beichtstuhl im hinteren Bereich der Kirche, in dem der Pfarrer der „Polnischen kath. Mission Rosenheim“, Pater Ignacy Zajac SDB, Platz genommen hat, um die Beichte auf Polnisch abzunehmen.

Erst danach beginnt der Gottesdienst. Pater Zajac kommt im Messgewand, aber ohne Ministranten aus der Sakristei und geht zum Altar zur sonntäglichen Eucharistiefeier. Die geduldig wartenden Gemeindemitglieder haben die Gesangbücher zur Hand genommen, die Texte polnischer Kirchenlieder ohne Noten enthalten. Man kennt die Melodien auswendig. Eine junge Organistin, die mit dem Salesianerpater gekommen ist, begleitet den Gemeindegesang. Auf dem Einband des Gesangbuches erkennt man das bekannte Bild der „Schwarzen Madonna von Tschenstochau“.

Die Messe nimmt den gewohnten Verlauf: Der Wortgottesdienst beginnt mit den Texten dieses Sonntags im Jahreskreis, ein Lektor aus der Gemeinde trägt die Lesung aus dem Alten Testament vor, der Priester übernimmt den Antwortgesang sowie das Halleluja und liest das Evangelium vor. Die Ansprache handelt vom Thema Gebet.

Trotz der fremden Sprache wirkt alles vertraut. Die Feier der Liturgie mit Hochgebet, Kommunion und Entlassung ist geprägt von Ernst und Andacht. Vor dem Auszug wendet sich Pfarrer Zajak noch in persönlichen Worten an die Gemeinde, gibt allgemeine Informationen zum Gemeindeleben und weist auf ausliegende polnische religiöse Zeitschriften hin.

Im Gespräch nach dem Gottesdienst erinnert sich Gemeindemitglied Peter Stanik, der 1989 aus Polen nach Deutschland kam und bis zu seinem Ruhestand als Ingenieur bei der Firma SGF in Waldkraiburg beschäftigt war, dass die polnische katholische Gemeinde ihm und seiner Familie von Anfang an Orientierung und Beheimatung bot.

Und Pater Zajac ergänzt, dass bis heute polnische Familien, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind, aber auch nur vorübergehend hier lebende Saisonarbeiter in der Gemeinde ein Gemeinschaftserlebnis, Kontakt zu Landsleuten und Hilfestellung finden. Die Generation der früheren Aussiedler, die zum Teil schon über 40 Jahre hier sind und deren Kinder nur noch bedingt polnisch sprechen, zählen nicht mehr zur Zielgruppe der Pastoral, da sie viel stärker in deutsche Gemeindestrukturen integriert sind. Das Verhältnis zu den deutschen Pfarrgemeinden im Wirkungsbereich sei sehr gut, so Pater Zajac. Man pflege den Austausch und helfe sich auch gegenseitig in der Seelsorge aus.

Die heftigen Kontroversen, die derzeit in Polen zwischen Abtreibungsgegnern und Befürwortern ausgetragen werden und in die die Kirche und politische Parteien involviert sind, scheinen derzeit in der Gemeinde keine Rolle zu spielen. Der Lebensschutz stelle zwar ein gewichtiges Thema in vielen Ländern, sagt der Pater. Zur Zeit stehe in Deutschland aber eher die Flüchtlingskrise im Vordergrund und beschäftige die Menschen mehr.

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