Straßennamen für Pürten?

So schwierigist es für Verkehrsteilnehmer, sich in Pürten zurecht zu finden, dass die Stadtverwaltung zur besseren Orientierung gut lesbare Hausnummern-Hinweisschilder an den Straßenabzweigungen angebracht hat. kla
+
So schwierigist es für Verkehrsteilnehmer, sich in Pürten zurecht zu finden, dass die Stadtverwaltung zur besseren Orientierung gut lesbare Hausnummern-Hinweisschilder an den Straßenabzweigungen angebracht hat. kla

Der neue Dorfplatz von Pürten, der im Zuge der Dorferneuerung entstehen wird, soll den Namen „Pfarrer-Joseph-Jammers-Platz“ tragen (siehe Infokasten). So hat es der Ferienausschuss beschlossen und bei der Gelegenheit eine Bürgerbefragung auf den Weg gebracht. Dabei soll geklärt werden, ob die Bevölkerung zur Verbesserung der Orientierung im Ortsteil eine Änderung von Straßennamen und Hausnummern befürwortet.

Waldkraiburg – Bislang ist Pürten nämlich durchnummeriert. Die Hausnummern führen keine Straßennamen im Schilde, sondern allein den Ortsnamen: „Pürten“. Der sollte auch nach der Auflösung der Gemeinde in den 1970er-Jahren auf diese Weise erhalten bleiben.

Doch ein Dorf entwickelt sich und so hat das überkommene System auch Nachteile: Mindestens für Auswärtige ist es sehr unübersichtlich. Die Stadt hat auf die verstreute Verteilung der Hausnummern im Ortsteil reagiert: An den Straßenabzweigungen wurden gut lesbare Hausnummern-Hinweisschilder angebracht. In Stadtkarten werden die Hausnummern aber nicht angegeben.

Selbst die Rettungsdienste hatten bei der Anfahrt schon Probleme, weiß etwa Max Meier aus eigener Erfahrung. Der ehemalige Busfahrer, der in der Pürtener Siedlung wohnt, erinnert sich an einen Fall, als vor einigen Jahren ein Sanka deshalb mit großer Verzögerung zum Anwesen fand. Mit den neuen Navis sei das zwar besser geworden, räumt er ein, spricht sich aber trotzdem für eine Veränderung aus. „Da wäre doch nichts dabei, die Umstellung zu machen“, findet er. „Danach wäre ja wieder a Ruah.“ Die Umstellung auf Straßennamen und neue Hausnummern hätte zur Folge, dass sich für alle Bewohner des Orteils die Adresse ändert und die Bürger sie wie bei einem Umzug diese Änderung an alle Vertragspartner und Behörden mitteilen müssen. Und: Adressenänderungen bei amtlichen Dokumenten, wie Personalausweis, Reisepass, Führerschein, kosten die betroffenen Bürger Geld.

Es gibt also gute Gründe für und gegen die Änderung. Das sieht auch Done Brunnhuber so. Der Stadtrat aus Pürten hatte sich noch vor einigen Jahren eindeutig gegen eine Änderung ausgesprochen. Heute ist er davon nicht mehr überzeugt. Wenn man an die Zukunft denke und daran, dass sich Pürten weiter entwickelt, „dann wäre es sinnvoll, sich Gedanken über Straßennamen zu machen“.

Klarheit darüber, was die Pürtener Bürger mehrheitlich wollen, soll eine schriftliche Befragung bringen, die der Ferienausschuss auf Antrag der UWG-Stadtratsfraktion beschlossen hat. Sie soll im Herbst stattfinden. Ein Ziel ist es dabei, für den Fall einer Umstellung auch Vorschläge für geeignete Straßennamen zu sammeln.

Stadtrat Rainer Zwislsperger regte an, für die Entscheidung nicht nur die eingehenden Antworten zu berücksichtigen. In der Regel liege der Rücklauf bei solchen Befragungen bei 15 bis 20 Prozent. Die „schweigende Mehrheit“ gehe da unter. Deshalb sollte in diesem Fall gelten: Wer keine Rückmeldung gibt, wünscht keine Änderung.

(Siehe auch Umfrage)

Kommentare