WALDKRAIBURGER FERIENRÄTSEL (FOLGE 17)

„Strafbare Schulversäumnisse“

Da war die Welt noch in Ordnung: Am 31. August 1957 wurde die moderne Volksschule in Au feierlich eingeweiht (von links: Architekt Karl Finkes, Bürgermeister Anton Hinterwimmer von Fraham und Pürtens Pfarrer Nikolaus Deschler). Doch ein Teil der Eltern im Schulsprengel, weigerte sich beharrlich, die Kinder in diese Schule zu schicken. Stadtarchiv
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Da war die Welt noch in Ordnung: Am 31. August 1957 wurde die moderne Volksschule in Au feierlich eingeweiht (von links: Architekt Karl Finkes, Bürgermeister Anton Hinterwimmer von Fraham und Pürtens Pfarrer Nikolaus Deschler). Doch ein Teil der Eltern im Schulsprengel, weigerte sich beharrlich, die Kinder in diese Schule zu schicken. Stadtarchiv

Vor 60 Jahren wurde sie eingeweiht. Endlich hatte auch die Gemeinde Fraham eine eigene Schule. Und was für eine! Die neue Volksschule in Au bei St. Erasmus galt als eine der modernsten und schönsten in ganz Oberbayern. Die Vorzeigeschule hatte nur ein gewaltiges Manko, und das brachte sie in die Schlagzeilen: Ein Teil der Eltern im Gemeindegebiet akzeptierte den neuen Schulort nicht.

Waldkraiburg – Dabei hatten bei einer Volksabstimmung in der Gemeinde immerhin 60 Prozent der Bürger für eine Schulgründung gestimmt, die Bürgermeister Anton Hinterwimmer initiiert hatte. 1957 genehmigte die Regierung den neuen Schulsprengel. Und am 1. September 1957 wurde die neue Schule feierlich ihrem Betrieb übergeben.

Damit gingen die Auseinandersetzungen erst richtig los. Der Streit eskalierte. Zwölf Eltern weigerten sich, ihre Kinder an die neue Gemeindeschule zu schicken und halten einfach am alten Schulort fest.

Die Heimatzeitung fragte in einer Titelzeile besorgt: „Wollen es die Eltern zum Äußersten kommen lassen?“ Längst waren auch die überregionalen Medien auf diesen Schulstreit aufmerksam geworden.

Der damalige Schulrat, der wenige Jahre zuvor noch vom Bau abgeraten hatte, zog nun alle juristisch-disziplinarischen Register. Er kündigte die Zwangsvorführung der Kinder durch die Polizei an. Eine Maßnahme, „die Erziehern und Eltern in der tiefsten Seele weh tun müsse“. Und die neue Schulleitung hatte bei der Staatsanwaltschaft bereits Klage gegen die Eltern wegen „strafbarer Schulversäumnisse“ eingereicht.

Der erste Lehrer, ein Egerländer namens Hampel, konnte sich nicht lange in Au halten. Erst sein Nachfolger, der Franke Adam Leicht, verstand es, den Streit zu schlichten. Bis 1969 kehrten wieder weitgehend geordnete Verhältnisse im Schulsprengel ein.

Da war die Geschichte der Volksschule in Au bereits wieder zu Ende. Nach nur zwölf Jahren wurde der Schulbetrieb eingestellt. Mit der Reform der Landschulen in Bayern wurde der Schulsprengel aufgelöst. Ein Teil der Kinder besuchte künftig die Schule in Waldkraiburg, der andere die Schule in Aschau. Das Schulhaus ist heute nur noch Erinnerung. Das Gebäude wurde abgerissen.

Nun zur Frage der heutigen Folge: Unter welchem Namen wurde dieser aus heutiger Sicht kuriose, damals so erbittert geführte Konflikt auch überregional bekannt? War es der „Frahamer Schulstreik“? Dann notieren Sie als 14. Buchstaben ein „B“. Wurde er als „Aschauer Schulrevolte“ bekannt? Dann müsste an dieser Stelle ein „Q“ stehen. War es die „Auer Schulkrise“? Dann tragen Sie ein „F“ ein. Oder handelt es sich um die „Trasener Turbulenzen“? In diesem Fall fehlt ein „G“ an dieser Stelle.

Bis 7. September ist noch Zeit, die richtige Lösung einzuschicken. Dann besteht die Chance, einen von 25 Preisen zu gewinnen, zum Beispiel einen Luxus-Gutschein im Barber Shop im Wert von 55 Euro (gestiftet von Friseursalon Smarthair).

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