Sternsingeraktion ganz anders

In Waldkraiburg tragen Seelsorger „Segenspakete“ zu den Häusern

Sternsinger, die die Spende mit dem Kescher entgegennehmen – auf dieses Szenario stellte sich im Herbst das Kindermissionswerk bei der Vorbereitung der 63. Sternsingeraktion ein. Doch selbst das ist im Lockdown nicht möglich.
+
Sternsinger, die die Spende mit dem Kescher entgegennehmen – auf dieses Szenario stellte sich im Herbst das Kindermissionswerk bei der Vorbereitung der 63. Sternsingeraktion ein. Doch selbst das ist im Lockdown nicht möglich.

Sternsingergruppen, die von Haus zu Haus ziehen, um mit Liedern und Sprüchen den Segen Gottes zu den Menschen zu tragen – daran ist in diesem Jahr nicht zu denken. Wie so Vieles stößt diese Tradition in der Corona-Krise an ihre Grenzen. Eine Sternsingeraktion gibt es trotzdem.

Waldkraiburg – Wegen der Corona-Auflagen im Lockdown unterscheidet sich die Sternsingeraktion von allen anderen in den Vorjahren. In den Waldkraiburger Stadtpfarreien Christkönig und Maria Schutz haben sich die Seelsorger eine besondere Alternative überlegt. Sie wollen alle Häuser, die sich für die Sternsinger-Aktion gemeldet haben, persönlich besuchen und ein „Segenspaket“ überbringen.

Wie bei den Weihnachtsgottesdiensten sei auch das Vorgehen bei der Sternsingeraktion lange offen gewesen, sagt Gemeindereferent Nicolas Gkotses. „Irgendwann mussten wir entscheiden, wie wir es machen. Und Pater Kirchmann und ich haben uns für diesen Modus entschieden.“

Unter Einhaltung aller Corona-Regeln

Die beiden Seelsorger wollen das Segenspaket, das Aufkleber, Weihrauch sowie Kohle und Kreide für das Anschreiben der Segensformel „C + M + B 2021“ an die Haustüren enthält, am Dreikönigstag, dem 6. Januar, sowie am 7. Januar persönlich austragen, unter Einhaltung aller Hygienevorschriften, wie Gkotses betont. „Wir werden klingeln und das Paket übergeben oder in den Briefkasten einwerfen.“ Gkotses, der ein leidenschaftlicher Radfahrer ist, fährt die „Segenspakete“ mit dem Radl aus.

Warum so viel Aufwand?

Warum so viel Aufwand? „Die Botschaft soll sein, dass das Projekt nicht abgesagt ist, sondern auf eine andere Art stattfindet.“ Schließlich sind die vielen Kinderprojekte in aller Welt, die mit dem Geld der Sternsingeraktion unterstützt werden, dringend auf die Mittel angewiesen. Nicht wieder sollen die Ärmsten unter Corona am stärksten leiden.

Die Pakete werden laut Gkotses auch in den Gottesdiensten verteilt. In der Pfarrei Pürten liegen die „Segenspakete“ in den Kirchen bereit, so wie in vielen anderen Pfarreien im Landkreis. In den Kirchen Christkönig und Maria Schutz steht außerdem ein Korb für Süßigkeiten bereit. Die Sternsinger, die normalerweise durch die Straßen ziehen, freuen sich bestimmt über eine kleine Aufmerksamkeit.

Sechs Gottesdienste am Heiligen Abend

So ungewöhnlich wie die Sternsingeraktion so ungewöhnlich waren für Nicolas Gkotses auch die Weihnachtsfeiertage. Nicht nur weil kurzfristig die traditionellen Christmetten in der Nacht abgesagt werden mussten. Aufgrund der besonderen Umstände waren sehr viele Gottesdienste angesetzt.

Allein der Gemeindereferent hat am Heiligen Abend zwischen 10.15 Uhr und 20.30 Uhr nicht weniger als sechs geleitet, zwei Gottesdienste im Altenheim, zwei Kindergottesdienste und zwei Wort-Gottes-Geiern in Pfarrgemeinden. Pater Kirchmann, der den Pfarrverband leitet, feierte acht Messen und Gottesdienste an den Weihnachtstagen, Pater Siegmann fünf Gottesdienste.

Nicolas Gkotses: „Die Leute, die da waren, waren sehr dankbar. Mir hat es viel Freude gemacht, in dieser Zeit mit ihnen Weihnachten zu feiern.“ Am Ersten Feiertag habe er dann mit seinen Geschwistern gefeiert.

Weitere Infos zur Sternsingeraktion im Pfarrbüro, Telefon 0 86 38/9 40 80 oder auf www.pfarrverband-waldkraiburg.de. (bac/hg)

Kommentare