Zum Tod von Kulturreferentin Gertraud Kesselgruber

Das städtische Kulturleben geprägt

Als Kulturreferentin und in vielen anderen Aufgaben erwarb sie sich große Wertschätzung: Gertraud Kesselgruber, die gestern im Alter von 65 Jahren verstorben ist.
+
Als Kulturreferentin und in vielen anderen Aufgaben erwarb sie sich große Wertschätzung: Gertraud Kesselgruber, die gestern im Alter von 65 Jahren verstorben ist.

Waldkraiburg - Gertraud Kesselgruber ist tot. Große Betroffenheit löste diese Nachricht gestern in der Stadt Waldkraiburg aus. Der Tod der engagierten Bürgerin und Kommunalpolitikerin, die vor allem das kulturelle Leben in der Stadt in herausragender Weise mitgestaltete und prägte, hinterlässt eine große Lücke.

Wenn am 6. Mai das regionale Kulturspektakel "Kunst und Kommerz" die Waldkraiburger Innenstadt in ein großes Kulturzentrum verwandelt, wird Gertraud Kesselgruber nicht mehr aktiv mitwirken. Doch ihre Handschrift trägt die Veranstaltung, die sie 2003 initiierte und zusammen mit dem Agenda-Arbeitskreis Kultur organisierte, auch in diesem Jahr. Noch vor wenigen Wochen nahm die Kulturreferentin vom Krankenhaus aus Anteil an den Vorbereitungen, behielt die Fäden in der Hand. Mit der ihr eigenen, beeindruckenden Disziplin trug sie weiter Verantwortung, trotz einer langjährigen Leidensgeschichte und gezeichnet von ihrer schweren Krankheit.

Das Engagement für das Gemeinwesen, der Einsatz für ihre Stadt, in der sie seit 1953 wohnte, prägte das Leben der Waldkraiburgerin, die im christlichen Glauben fest verankert war. Über Familie und Beruf hinaus übernahm die dreifache Mutter und Lehrerin, die über 30 Jahre an der Realschule Waldkraiburg Deutsch, Geschichte und Ethik unterrichtete, in zahlreichen Ehrenämtern Mitverantwortung: ob als Elternbeirätin oder Beiratsvorsitzende im Kindergarten, in der Grundschule, im Gymnasium, in der Sing- und Musikschule, ob als Mitglied der Kirchenverwaltung von Maria Schutz, im Vorstand und zuletzt als Vorsitzende der örtlichen Volkshochschule, als Personalratsvorsitzende der Realschule und vielen anderen Funktionen.

Fast zwei Jahrzehnte engagierte sie sich als stellvertretende Vorsitzende im Vorstand der CSU, für die sie 1995 in den Stadtrat einzog. Nur ein Jahr später wurde sie zur Kulturreferentin des Stadtrates gewählt. In diesem Amt konnte Kesselgruber ihre Liebe zur Kultur und ihre Sachkenntnis einbringen und erwarb sich große Anerkennung. Sie war wichtige Ansprechpartnerin und vertrat die Belange der Kultur, der Kulturvereine und -gruppen wie der regionalen Künstler in der Politik. Sie setzte sich für ein Kulturprogramm ein, dessen Niveau und Vielfalt über die Grenzen der Stadt hinausstrahlt.

Und Gertraud Kesselgruber bereicherte das kulturelle Leben mit eigenen Aktivitäten, als aktive Sängerin der VHS-Chorgemeinschaft, als Organisatorin der Kulturveranstaltung "Kunst und Kommerz", als Initiatorin von Kulturwettbewerben, als Moderatorin für das "Mahnmal der Vertreibung", beim Waldkraiburger Kulturpreis oder bei der Gestaltung einer Ehrensatzung für ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement.

Ihre eigenen Verdienste um das Gemeinwesen wurden unter anderem mit der silbernen Ehrennadel der Stadt gewürdigt.

Im Alter von 65 Jahren ist die bekennende Waldkraiburgerin gestern früh ruhig eingeschlafen. Mit ihrem Ehemann Udo, drei Kindern und den Familienangehörigen trauern viele Freunde, Bekannte und Weggefährten um eine Frau, der große Wertschätzung gilt.

Die Auferstehungsfeier findet am Dienstag, 24. April, um 10 Uhr in der Kirche Maria Schutz statt, anschließend ist die Beerdigung am Waldfriedhof. hg

Kommentare