Das Eis bleibt

Stadtwerke Waldkraiburg lassen den Betrieb der Eishalle weiterlaufen

Mit „Die Schöne und das Biest“ begeisterte die Eislaufsparte des Vfl Waldkraiburg die Zuschauer zu Beginn des Jahres. Ob es in der Saison eine Eislaufrevue geben wird, ist noch nicht sicher. Der erste Termin ist schon abgesagt.
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Mit „Die Schöne und das Biest“ begeisterte die Eislaufsparte des Vfl Waldkraiburg die Zuschauer zu Beginn des Jahres. Ob es in der Saison eine Eislaufrevue geben wird, ist noch nicht sicher. Der erste Termin ist schon abgesagt.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Die Stadtwerke Waldkraiburg halten am Betrieb der Eishalle weiter fest. Damit bietet zumindest das Unternehmen den Vereinen einen Lichtblick. Denn noch immer ist nicht klar, ob ab Dezember wieder auf der Eisfläche trainiert werden kann.

Waldkraiburg - „Wir halten daran fest, dass der Betrieb weitergeht“, ist Robert Kratzenberg optimistisch. Bei den Stadtwerken ist er zuständig für die Sportanlagen. Mit dieser Haltung steht das Unternehmen nicht allein da. Denn auch in anderen Hallen bleibt das Eis. „Wir haben mit anderen Betreibern gesprochen und die lassen vorerst auch alles weiterlaufen.“

Längerfristige Perspektive fehlt

Selbst wenn man sich zu einem späteren Zeitpunkt dazu durchringen müsste, den Betrieb einzustellen, wird das nicht passieren, ohne vorher das Gespräch mit den Vereinen gesucht zu haben. Gerade jetzt zu Beginn der kalten Jahreszeit gebe es aber keine Motivation, die Eisfläche aufzugeben. Im Dezember und Januar brauche man erfahrungsgemäß weniger Energie, um das Eis zu halten.

Dass der Betrieb in der Eishalle ruht, bedauert Kratzenberg. „Es ist schade, dass in vielen Bereichen Hygienekonzepte entwickelt worden sind, von denen allerdings die Regierung nicht überzeugt ist, dass sie auch bei höhren Infektionszahlen funktionieren.“

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Eine Perspektive fehlt bislang auch den Vereinen. Seit November ist das Training im Amateurbereich nicht mehr möglich, die Eishockeyschläger beim EHC stehen in der Ecke. Der sportliche Lockdown schmerzt: „Wir sind gut in die Saison gestartet und jetzt das“, sagt EHC-Präsident Wolfgang Klose. Man habe zwar vor Saisonbeginn mit Spielausfällen kalkuliert, aber: „Dass es so extrem kommt, damit hatten wir nicht gerechnet.“ Vergangene Woche hat der Bayerische Eissport-Verband den Spielbetrieb der Bayernliga abgebrochen. Stattdessen ist man mit den Vereinen auf der Suche nach einer Ersatzform. Der Abbruch ist die einzige Chance, Spieler freizustellen und somit Kosten zu sparen.

Der Ausfall der Saison und zuvor die Spiele vor nur wenigen Zuschauern – das schlägt sich auf die Finanzen nieder. „Es ist fünf vor 12. Der Verein kämpft und wir hoffen, dass wir das überstehen.“ Um so wichtiger ist für den Verein die Bereitschaft der Stadtwerke, das Eis zu halten. „Das Eis abzutauen, wäre für uns eine Katastrophe“, sagt EHC-Präsident Wolfgang Klose.

Doch selbst wenn schon bald Spieler dem Puck wieder hinterherjagen dürfen, bleibt die Frage, ob es sich finanziell lohnt. Stadionmiete, Schiedsrichter, Material – ein Eishockeyspiel kostet. Deshalb braucht es auch Eintrittsgelder. Doch ob bei einem erneuten Spielbeginn Zuschauer überhaupt erlaubt sein werden, daran mag Klose im Moment nicht so recht glauben.

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Die Stockschützen haben in diesem Winter ihre Eiszeiten längst deutlich reduziert, Turniere gibt es nicht. Verunsicherung gibt es bei den Eiskunstläufern des VfL Waldkraiburg. Der erste Termin für die jährliche Eislaufrevue musste abgesagt werden, ob der zweite Termin Ende Januar durchgeführt werden kann, ist unklar. „Wir bräuchten dazu auf jeden Fall die Weihnachtsferien zum Trainieren“, erklärt Spartenleiter Wolfgang Veigl.

Viel wichtiger als die Revue sind für die Eiskunstläufer die Kürklassenprüfungen im März, die Voraussetzung für die Zulassung zu einem Wettbewerb sind. Die Prüfungen für die einzelnen Klassen finden altersabhängig statt. „Wer die Prüfung nicht machen kann, dessen Karriere kann damit ins Stocken geraten“, erklärt Veigl.

Keine Entscheidung ohne Diskussion

Deshalb hofft die VfL-Sparte, dass das Eis bleibt. Ihre Sorge: Die Stadtwerke stellen den Betrieb ein, weil die Nachfrage der Vereine nach Eiszeiten plötzlich zu gering ist. „Für den Eiskunstlauf wäre das fatal, wenn wir nicht auf Eis trainieren könnten, andere Vereine aber schon.“

Doch so schnell wollen die Stadtwerke das Eis nicht abtauen lassen. „Selbst wenn der EHC auf seine Eiszeiten verzichten würde, bleiben immer noch die Eiskunstläufer und die Hobbymannschaften. Mit denen würden wir dann das Gespräch suchen und ihnen mehr Eiszeiten bieten“, nennt Kratzenberg nur als Beispiel. Ohne eine Diskussionsrunde mit den Vereinen würde die Eissaison jedenfalls nicht frühzeitig zu Ende gehen.

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