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VOR ZEHN JAHREN GING DER VORHANG AUF

Stadttheater Waldkraiburg feiert Jubiläum: Applaus für Loriot – Ärger bei Woody Allen

Mit einem Loriot-Abend feierte das Stadttheater seinen größten Erfolg: (von links) Josef Hell, Hermann Polzer, Lisa Stocker (Kind) sowie Doris Thomas.
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Mit einem Loriot-Abend feierte das Stadttheater seinen größten Erfolg: (von links) Josef Hell, Hermann Polzer, Lisa Stocker (Kind) sowie Doris Thomas.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Da grübelten vor zehn Jahren, genauer gesagt Anfang 2011, zwei kunstsinnige Herren darüber nach, wie das kulturelle Leben der Stadt Waldkraiburg weiter zu bereichern sei. Das Ergebnis der Überlegungen: Ein Theater müsste ins Leben gerufen werden.

Waldkraiburg – Die beiden Herren, Armin Stockerer und Hansjörg Malonek, setzten das Vorhaben Stadttheater alsbald nicht nur in ihren Köpfen, sondern auch in der Tat um.

2018 den Stab an Eva Stocker übergeben

Stockerer, seines Zeichens Schauspieler, Sänger und Regisseur, war nämlich der Überzeugung, dass eine Stadt in der Größenordnung Waldkraiburgs unbedingt ein eigenes Theater brauche. „Mit dieser Idee stieß ich bei Hansjörg Malonek sofort auf offene Ohren“, erzählt der Mühldorfer. Er betont: „Hansjörg war uns stets verbunden. Er ist der Theatergruppe bis zu seinem Tod vor drei Jahren treu geblieben.“

Obwohl sich Stockerer aus zeitlichen Gründen im Jahre 2017 vom Stadttheater zurückgezogen hat, steht er dem Ensemble, das heuer sein zehnjähriges Bestehen feiert, nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite. „Darüber bin ich sehr froh und dankbar“, sagt Eva Stocker, die seit 2018 die Gruppe leitet.

Fünf Mitglieder aus der Gründerzeit sind noch dabei

Als im Februar 2011 die Idee des Stadttheaters Form und Gestalt angenommen hatte, meldeten sich auf einen Aufruf in der Zeitung rund 45 ambitionierte Menschen, die dem neu gegründeten Theater beitreten wollten. „Hängengeblieben sind letztendlich nur 15 Leute, die später aktiv spielten“, sagt Eva Stocker, die eine davon gewesen ist.

Theaterleiterin Eva Stocker hält Gründungsvater Armin Stockerer „auf dem Arm“.

Das Theater zählt heute insgesamt 30 Mitglieder. Fünf von ihnen sind noch aus der Gründerzeit dabei. Anfangs, so berichten Armin Stockerer und Eva Stocker, sei die Stadt als großer Unterstützer des Theaters in Erscheinung getreten. Geprobt wurde in der Black Box im Haus der Kultur.

Nach Woody-Allen-Komödie wurde Vorwurf der Gotteslästerung laut

An die erste Vorstellung im kleinen Saal im Haus der Kultur erinnert sich die 41-jährige Theaterleiterin noch ganz genau. „Wir spielten 2012 die Komödie Gott, ein Theaterstück von Woody Allen. Danach rauschte es in der Stadt, weil der Begriff Gotteslästerung in Zusammenhang mit dem Stück ins Feld geführt wurde. Aber die Wogen glätteten sich bald, und alle waren wieder zufrieden.“

Kunstinteressierte wissen längst, das Stadttheater kommt seit Beginn seines Bestehens teils mit exzentrischen Inszenierungen um die Ecke. „Frankensteins Kinder“ von David Carlin aber auch Agatha Christies Stück „Und dann gab´s keines mehr“ können durchaus Staub aufwirbeln. In zehn Jahren wurden sechs Stücke einstudiert und zahlreiche Vorstellungen gegeben.

Loriot-Abend kam besonders gut an

Dabei sind die Darsteller von einem „Humtata-Theater“ ziemlich weit entfernt. Vielmehr setzen sie auf Qualität in der Kulturszene. Einen genialen Coup landete die Truppe mit ihrem Loriot-Abend, der 2017 das Publikum begeisterte. Danach nahm Armin Stockerer als Regisseur der Truppe seinen Hut. Und das nicht zuletzt, weil seiner Beschreibung nach die Stadt ihre unterstützenden Maßnahmen immer mehr zurückschraubte. „Das war enttäuschend.“

Neuer Regisseur: Sebastian Maier

Momentan gibt Sebastian Maier den Ton in der Regie an. Aus Gründen der Unabhängigkeit entschied sich das Theater im Jahre 2015 für eine Vereinsgründung. Aus Stadttheater Waldkraiburg wurde Stadttheater Waldkraiburg e.V. „Wir fanden im Freiraum 30 endlich auch einen eigenen Proberaum“, freut sich Eva Stocker, der es wichtig ist, die Kolpingsfamilie zu erwähnen. „Die Zusammenarbeit klappt gut. In Zeiten vor Corona engagierte uns die Kolpingsfamilie für Auftritte in der Faschingssaison.“

Das Stadttheater nahm in den vergangenen Jahren auch Engagements für Feierlichkeiten verschiedenster Art an. Das Ensemble suchte sich außerdem das Bischof-Neumann-Haus als weiteren Veranstaltungsort aus. Im Oktober 2019 fiel dort auch der letzte Vorhang, bevor Corona die Aktivitäten der Theaterleute auf Eis legte.

Corona bremst auch Theaterleute ein

Eigentlich sollte im November erneut der Loriot-Abend ins Haus der Kultur geholt werden. Die Pandemie setzte diesem Plan aber ein abruptes Ende, was Eva Stocker sehr bedauert. „Die Stadt zeigte sich uns gegenüber wohlgesonnen. Wir hätten sogar Gagen erhalten.“ Nun hoffen die Theaterleute auf einen Nachhol-Termin und darauf, dass das Waldbadfest im Juli wirklich starten darf. Diese Freiluft-Veranstaltung würde das Stadttheater gerne mit einfallsreichen Auftritten würzen. „Momentan liegt halt alles brach“, klagt Eva Stocker, die zu ihrem harten Job als Polizeibeamtin gerne als Ausgleich auf Theaterbühnen stehen würde.

„Wir freuen uns auf den Loriot-Abend“

Alexandra Lausmann, Leitung der Allgemeinen Kulturverwaltung der Stadt: „Wir freuen uns über jede Inszenierung der Theatergruppe Stadttheater e.V.. Gerade regionale und in unserer Stadt beheimatete Vereine sind uns wichtig und haben einen hohen Stellenwert. Die Theatergruppe Stadttheater zeichnet sich mit interessanten und abwechslungsreichen Inszenierungen aus. Das Engagement der Mitglieder und Akteure ist auf jeden Fall anerkennenswert, denn es braucht einen großen Zeit- und Probenaufwand, bis man vor Publikum mit einem fertigen Theaterstück auf der Bühne steht. Wir haben gemeinsam vor dem zweiten Lockdown einen „coronakonformen“ Loriot- Abend geplant und freuen uns schon, wenn wir diesen Termin nachholen können.“

Daten und Fakten

  • Gründung Stadttheater: Februar 2011.
  • Gründerväter: Armin Stockerer und Hansjörg Malonek.
  • Mitgliederzahl: 30.
  • Erfolgreichste Aufführung: Endstation Alltag – ein Abend voll Loriot.
  • Gründung Theaterverein: 2015, seitdem „Stadttheater Waldkraiburg e.V.“
  • Probenraum: Freiraum 36 in der Aussiger Straße.

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