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Stadtbus: Stadtwerke steigen aus

Der Waldkraiburger Stadtbus. Vor 21 Jahren wurden die beiden Linien in Betrieb genommen, jetzt werden im Rathaus die Weichen für den öffentlichen Stadtverkehr neu gestellt. Foto  hg
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Der Waldkraiburger Stadtbus. Vor 21 Jahren wurden die beiden Linien in Betrieb genommen, jetzt werden im Rathaus die Weichen für den öffentlichen Stadtverkehr neu gestellt. Foto hg

Ende des Jahres läuft die Konzession für den Stadtbus aus. Wie es dann mit dem öffentlichen Nahverkehrsangebot in Waldkraiburg weitergeht, ist offen.

Die Stadt strebe an, das Angebot möglichst zu erhalten, sagt Bürgermeister Pötzsch. In welcher Form, muss der Stadtrat entscheiden. Die Stadtwerke jedenfalls werden sich nicht mehr um den Betrieb der Linie bewerben.

Waldkraiburg - Im Februar 1994 nahmen die beiden Citybuslinien in Waldkraiburg den Betrieb auf. Gut 21 Jahre später werden die Weichen neu gestellt für den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt. Viele Fragen sind dabei noch offen. Sicher ist aber: Die Stadtwerke GmbH wird sich nicht mehr um eine neue Konzession bemühen. Diese Entscheidung sei bereits im Aufsichtsrat der Gesellschaft gefallen, so Bürgermeister Robert Pötzsch.

Pötzsch: Veränderte gesetzliche Grundlage

Er verweist auf eine veränderte gesetzliche Grundlage: Durch eine EU-Verordnung und das zum 1. Januar 2013 neu gefasste Personenbeförderungsgesetz gelten ab 2016 neue rechtliche Rahmenbedigungen. Ein im steuerlichen Querverbund finanzierter Stadtbusverkehr sei dann nicht mehr eigenwirtschaftlich möglich. Im Klartext: Die Stadtwerke dürfen die Defizite aus dem Busbetrieb nicht mehr mit ihren Strom-Gewinnen verrechnen. Die Stadt müsste für das Defizit aufkommen. 350000 Euro waren das laut Pötzsch im Jahr 2014. Dabei war zum Jahreswechsel 2013/14 mit einem Betreiberwechsel auch vom Halbstunden- auf den weniger teueren Stundentakt umgestellt worden.

Konzession läuft zum Jahresende aus

Wie geht es nun in Zukunft weiter mit dem Bus? Die Konzession, die über zehn Jahre läuft, muss von der Stadt neu ausgeschrieben unter den Busunternehmen werden.

Offen ist dabei laut Pötzsch, ob der Stadtbus, den bislang die Firma Hofstetter im Auftrag der Stadtwerke betrieb, überhaupt als eigenständige Linie unter seinem bisherigen Namen weiterbetrieben wird oder als Teil einer Linie, die über Waldkraiburg führt. In Frage kommen die Linien Ampfing-Kraiburg (Regionalbus Ostbayern GmbH) oder Mühldorf-Aschau (Firma Brodschelm). Mit den Unternehmen sei man im Zuge der Nahverkehrsplanung für den ganzen Landkreis, die bereits seit längerem läuft, im Gespräch.

Ziel der Stadt sei es, das bisherige Angebot möglichst aufrechtzuerhalten, sagt der Bürgermeister, der aber eine Bedingung vorausschickt: "Es darf auf keinen Fall mehr kosten als bisher."

Bürgermeister: Service im Stadtverkehr möglichst erhalten

Pötzsch: "Wir arbeiten dran, den Service weiter bieten zu können." Es solle bei einem Stundentakt bleiben, auch ein Samstagsbetrieb fortgesetzt werden, "eventuell mit einem Ruftaxi". Vermutlich müssen einige Haltestellen mit einem sehr geringen Fahrgastaufkommen aufgegeben werden. Zählungen in den Bussen und an den Haltestellen liegen im Zuge der laufenden Verkehrsplanungen vor. Pötzsch nennt noch keine Details.

Sie sollen erst im Bau- und Umweltausschuss vorgelegt werden, der am Mittwoch, 21. Oktober, über die zukünftige Gestaltung des Nahverkehrs in Waldkraiburg berät.

Übergangslösung bis Mitte 2017?

Erschwert werden die Planungen dadurch, dass die Konzessionen für die beiden genannten Linien, die über Waldkraiburg führen, nicht zeitgleich auslaufen, sondern erst Mitte 2017 enden. Es geht deshalb auch um die Frage, wie die Zeit bis dahin überbrückt werden könnte. Denkbar ist laut Bürgermeister, dass für diese Übergangszeit der Stadtbus weiter unter Stadtwerke-Flagge fährt und die Stadt das Defizit ausgleicht.

Die Zeit drängt. Das machte auch CSU-Stadträtin Charlotte Konrad deutlich, die sich im Ferienausschuss des Stadtrates nach der Schülerbeförderung erkundigte. Realschüler und Gymnasiasten aus dem Föhrenwinkel und aus anderen Teilen der Stadt, die mehr als zwei Kilometer Schulweg haben, hatten ihre Buskarten bislang über die Stadtwerke erhalten. Die neuen Tickets sind vorsorglich bis zum Jahresende befristet. Die Schülerbeförderung soll laut Pötzsch aber auch nach den anstehenden Veränderungen weiterlaufen.

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