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Projekt kostet 26,5 Millionen Euro

Stadtbau Waldkraiburg saniert 143 Wohnungen: Standard und Mieten steigen

Beim Rundgang durch die Anlage (von links): Projektmanager Michael Kebinger, Projektleiterin Christa Nebmaier und Stadtbau-Chef Martin Reitmeyer.
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Beim Rundgang durch die Anlage (von links): Projektmanager Michael Kebinger, Projektleiterin Christa Nebmaier und Stadtbau-Chef Martin Reitmeyer.
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
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Über 140 Wohnungen in der Erzgebirgsstraße wird die Stadtbau Waldkraiburg GmbH in den nächsten Jahren sanieren. Die Wohnverhältnisse werden sich dadurch deutlich verbessern. Ebenso deutlich steigen die Mieten, die sich bislang auf einem Niveau von drei bis vier Euro bewegten.

Waldkraiburg – 143 Wohnungen im Südwesten der Stadt wird die Stadtbau Waldkraiburg GmbH bis zum Jahr 2026 kernsanieren. Möglich wird dies nicht zuletzt durch Fördermittel aus dem Bayerischen Modernisierungsprogramm.

Für die verbesserten Wohnverhältnisse werden die Mieter 30 bis 50 Prozent mehr Miete aufbringen müssen, bei den Nebenkosten allerdings auch vom umweltfreundlichen Umbau profitieren.

Fernwärme statt Gaseinzelöfen

Die Gebäude mit ihren zwölf verschiedenen Wohnungstypen, die zwischen 45 und 89 Quadratmetern groß sind, wurden in den 1960er-Jahren errichtet. Vor rund 30 Jahren bekamen sie ein fünftes Stockwerk.

Heute sind nicht nur die Einzelgasöfen der Wohnungen antiquiert, die man an den Abgasöffnungen unter den Fenstern erkennt. Auch die Gebäudedämmung ist weit entfernt von heutigen Standards.

Zentrale Wasserenthärtungsanlage

Im Zuge der Renovierung soll die Wohnanlage in der Erzgebirgsstraße an das aus Geothermie gespeiste Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen werden und es soll künftig eine zentrale Wasserenthärtungsanlage geben. Die insgesamt 13 Treppenhäuser erhalten Außenaufzüge und jede einzelne Wohnung soll nach dem Ausbau über einen Balkon verfügen.

Der Förderbescheid ist schon da

Obwohl die konkreten Vorplanungen erst zu Jahresbeginn Form annahmen, konnte sich Martin Reitmeyer vor einigen Wochen bereits über einen Förderbescheid der Regierung von Oberbayern freuen: „Auf 927.000 Euro beläuft sich der direkte Förderzuschuss, gut 20,2 Millionen Euro bekommen wir in Form zinsgünstiger Kredite und den Rest über Kredite am freien Markt“, so der Chef der Stadtbau GmbH.

Deutliche Veränderungen bei Küchen und Bädern

Damit will die städtische Gesellschaft in den kommenden Jahren an den Gebäuden möglichst viel verbessern. „Genaue Fachplanungen gibt es noch keine“, erklärt Projektmanager Michael Kebinger. „Sicher ist aber, dass Küchen und Bäder deutlich verändert werden.“

Michael Kebinger (von links) weist Projektleiterin Christa Nebmaier und Martin Reitmeyer auf besonders schadhafte Stellen im Verputz der vor 30 Jahren aufgestockten Etage hin.

Zwischengeschosse machen vollständige Barrierefreiheit unmöglich

Generell sollen die Gebäude barriereärmer werden, eine vollständige Barrierefreiheit sei allein wegen der Zwischengeschosse überhaupt nur im Erdgeschoss zu erreichen, sagt Stadtbau-Chef Reitmeyer.

Im März 2022 sollen die Bauarbeiten bei den Gebäuden neben dem Münchner Platz beginnen. Die beiden über ein Treppenhaus verbundenen Gebäude an der Erzgebirgsstraße und das Haus in der zweiten Reihe sollen später folgen. 2026 soll die gesamte Maßnahme nach den Plänen der Stadtbau abgeschlossen sein.

Mietpreise steigen um 30 bis 50 Prozent

Nach dem Ausbau werden die Mietpreise von derzeit drei bis vier Euro auf sechs bis sieben Euro steigen, sagt der Stadtbau-Geschäftsführer auf Anfrage. Sechs Euro für den Quadratmeter seien „immer noch das mittlere Preissegment und die Mieter genießen dann ja auch direkte Vorteile“.

So werden dank der umweltfreundlichen Zentralheizung künftig Ökosteuern gespart. Durch eine solche Ertüchtigung der Gebäude würde man im Vergleich zu einem Abriss und Neubau zudem nicht das durch den Bau „gespeicherte CO2“ vernichten, so Reitmeyer.

Langjährige Mieter profitierten von Altverträgen

Grund für die teils hohen Mietsteigerungen ist die Tatsache, dass die meisten Bewohner hier schon lange leben und von alten Verträgen profitieren. So erklärt Bukurije Osmanaj, dass sie mit ihrer Familie hier die letzten 21 Jahre gewohnt habe. Der geplante Auszug in zwei Wochen belastet sie dank der angebotenen Unterstützung kaum. Ob sie und ihre Familie nach der Renovierung zurück in die mit Grünanlagen gesegnete Erzgebirgsstraße kommen wollen, weiß sie noch nicht.

In diesem Punkt ist ihre Nachbarin schon weiter: „Ich werde sicher nicht zweimal umziehen!“, erklärt die gebürtige Österreicherin. Insgesamt 47 Jahre hat die Rentnerin in zwei verschiedenen Wohnungen der Anlage gelebt. Jetzt würde die Frau gerne mit ihrer Katze in eine Stadtbau-Wohnung an der Siemensstraße ziehen. Weil sie aber mit dem angebotenen Wohnungsquerschnitt nicht ganz zufrieden war, steht sie aktuell noch auf einer Warteliste.

Häuser werden komplett geräumt

Um die Sanierung ausführen zu können, ist es nötig, dass die Gebäude komplett unbewohnt sind. Dabei hat man ein Auge auf die Mieter: „Wir haben mit allen gesprochen und werden sie auch mit Umzugshelfern unterstützen“, erklärt Ingenieurin Christa Nebmaier. Zudem gebe es ausreichend freie Wohnungen in anderen Liegenschaften der Stadtbau, sodass man auf die komplette Räumung bis Jahresende hofft: „Bei den Hausnummern 14 und 16 sind wir am weitesten fortgeschritten, hier ist bereits die Hälfte unbewohnt.“

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