Stadt will Vorreiter werden

Waldkraiburg plant mit Schnellladesäulen für E-Autos die Innenstadt zu beleben

Das soll es bald auch in Waldkraiburg geben: Ein Volkswagen e-Golf lädt an einer öffentlichen Ladesäule für Elektroautos in der Innenstadt von Hannover.
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Das soll es bald auch in Waldkraiburg geben: Ein Volkswagen e-Golf lädt an einer öffentlichen Ladesäule für Elektroautos in der Innenstadt von Hannover.
  • Hans Grundner
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Bislang ist Waldkraiburg Schlusslicht bei der E-Mobilität im Landkreis. Das soll sich jetzt ändern. Mit leistungsstarken zentralen Schnellladesäulen für Elektrofahrzeuge will die Stadt Vorreiter werden und ganz nebenbei die Innenstadt beleben.

Waldkraiburg– Dezentral, an drei Standorten, sollten die Schnellladesäulen für Elektroautos entstehen. Doch jetzt hat die Stadt dieses Konzept noch einmal überdacht und sich für eine zentrale Lösung in der Innenstadt entschieden. Der Stadtentwicklungsausschuss, der das gut eine halbe Million Euro teuere Projekt mit großer Mehrheit befürwortet, verspricht sich davon eine belebende Wirkung auf Gastronomie und Einzelhandel im Stadtzentrum.

An der Friedländer Straße im Stadtzentrum soll die leistungsstarke und erweiterbare Schnellladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge entstehen, mit einer Gesamtladeleistung von 350 kw und drei Ladestationen mit jeweils bis zu zwei Ladepunkten. Stadt/Steinbacher Consult

„Es ist wichtig, dass wir in die E-Mobilität einsteigen“

Waldkraiburg ist eine der wenigen Kommunen im Landkreis, die bislang noch keine öffentlichen Lademöglichkeiten anbieten. „Es ist wichtig, dass wir in die E-Mobilität einsteigen“, betonte Bürgermeister Robert Pötzsch (CSU). Die Stadt will den anderen Gemeinden auf diesem Gebiet aber nicht hinterherlaufen, sondern mit der Errichtung von zentralen Schnellladesäulen in der Friedländer Straße künftig eine Vorreiterrolle übernehmen.

Auto in zwei Stunden fahrbereit

Anders als in den Nachbarkommunen, wo die Ladepunkte eine 22-kw-Leistung anbieten, sei die Leistung an den Waldkraiburger Säulen wesentlich höher, so Carsten Schwunck, der Leiter der Stadtentwicklungsabteilung. Folglich könnten die Elektrofahrzeuge deutlich schneller aufgeladen werden. Von zwei Stunden sprach Schwunck.

Alleinstellungsmerkmal für eine halbe Million Euro

Das sei interessant für Geschäftsreisende, Vertreter, die ihr Fahrzeug schnell aufladen müssen und während dieser Zeit in der Innenstadt zum Essen oder Einkaufen gehen können. „Damit haben wir ein Alleinstellungsmerkmal. Das ist eine Investition in die Zukunft“, rechtfertigte Schwunck die hohen Kosten von mehr als einer halben Million Euro.

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Ladestation (Elektrofahrzeug)

In der Friedländer Straße soll die zentrale, erweiterbare Anlage bis 350 kw Ladeleistung mit drei Ladesäulen mit jeweils bis zu zwei Ladepunkten entstehen. Ein von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro veranschlagt dafür Kosten in Höhe von insgesamt 523 000 Euro. Dafür steht eine Projektförderung in Höhe von gut 44 000 Euro in Aussicht. Der Eigenanteil der Stadt beträgt also gut 478 000 Euro.

Andere Standorte zurückgestellt

Für die ursprünglich geplante dezentrale Lösung waren zwei weitere Standorte im Gespräch. Eine Schnellladesäule mit 140 kw und zwei Ladepunkten am Stadtplatz ist laut Carsten Schwunck aus technischen Gründen wirtschaftlich nicht vertretbar.

In der Nähe zu einem weiteren Standort am Kino in der Daimlerstraße überlege ein Unternehmen, selbst eine eigene Ladeinfrastruktur zu errichten. Diese werde möglicherweise auch öffentlich zugänglich gemacht. Dieser Standort wird deshalb von der Stadt zurückgestellt.

Ausschussmitglieder befürworten attraktiven Standort im Zentrum

Die Fraktion der Grünen begrüße die Investition, sagt Monika Ott, die allerdings auch öffentliche Lademöglichkeiten mit 22 kw für notwendig hält. Wie Ott so sieht auch Harald Jungbauer von der CSU den Standort als „attraktiv“ an, weil er die Innenstadt von Waldkraiburg belebe. Es sei nicht sinnvoll, diese Station in der Peripherie zu machen.

Den Standort hält Ernst Schäffer von der AfD, die die ursprünglich geplante dezentrale Lösung abgelehnt hatte, für vorteilhaft. Eine Stadt in dieser Größe brauche Ladesäulen, so Schäffer. „Ich ärgere mich aber darüber, diese Station als ökologisch zu verkaufen.“ Schnellladefähig seien in der Regel sehr schwere Autos mit vielen PS.

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