GEWERBE- UND INDUSTRIEGEBIET AN DER DAIMLERSTRASSE

Die Stadt setzt auf Nachverdichtung

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes für das Gewerbe- und Industriegebiet an der Daimlerstraße wird im Westen vom Dauerwaldstreifen (links), im Osten von der Staatsstraße, im Norden von der Daimlerstraße, im Süden von der Bahnlinie begrenzt. Mit einer Bebauungsplanänderung will die Stadt zusätzlich 6,4 Hektar Bauraum auf dem insgesamt gut 70 Hektar großen Areal gewinnen. 3,1 Hektar Grünfläche gehen verloren. Das sieht die Planung vor, die der Stadtentwicklungsausschuss gebilligt hat und nun in die öffentliche Auslegung geht. Strittig war in der Sitzung unter anderem, ob der Grünstreifen entlang der Staatsstraße 2091 wegfallen soll. Stadt
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Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes für das Gewerbe- und Industriegebiet an der Daimlerstraße wird im Westen vom Dauerwaldstreifen (links), im Osten von der Staatsstraße, im Norden von der Daimlerstraße, im Süden von der Bahnlinie begrenzt. Mit einer Bebauungsplanänderung will die Stadt zusätzlich 6,4 Hektar Bauraum auf dem insgesamt gut 70 Hektar großen Areal gewinnen. 3,1 Hektar Grünfläche gehen verloren. Das sieht die Planung vor, die der Stadtentwicklungsausschuss gebilligt hat und nun in die öffentliche Auslegung geht. Strittig war in der Sitzung unter anderem, ob der Grünstreifen entlang der Staatsstraße 2091 wegfallen soll. Stadt

Um Betrieben im Gewerbe- und Industriegebiet an der Daimlerstraße Erweiterungsmöglichkeiten zu eröffnen, will die Stadt den Bebauungsplan ändern. Durch Nachverdichtung in der Fläche und in der Höhe könnten 6,4 Hektar Bauraum hinzu- kommen, so der Verfasser des Planentwurfs, der nun ins Verfahren geht.

Waldkraiburg – Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfasst eine Fläche von fast 73 Hektar. Begrenzt ist das Gewerbe- und Industriegebiet durch die Daimler straße (Norden) und die Bahnlinie (Süden), den Dauerwaldstreifen zur Wohnbebauung (Westen) und die Staatsstraße 2091 Osten.

6,4 Hektar zusätzlichen Bauraum gewonnen

Für dieses Gebiet hat Uwe Feickert im Auftrag der Stadt einen Planentwurf zur Änderung erarbeitet, den er jetzt im Gremium vorstellte. Ziel ist es, der Nachfrage von Firmen nach Gewerbeflächen gerecht zu werden. Statt mit einer Neuausweisung von Bauflächen soll dies auf dem flächenschonenden Weg der Nachverdichtung geschehen. Dazu sollen die größtmögliche Bebauung, die die Baunutzungsverordnung zulässt, ausgeschöpft werden.

Vereinfachung:

Dem Ziel der Vereinfachung des Bebauungsplanes folgt der Entwurf dadurch, dass anstatt sehr detaillierter Festlegungen für einzelne Flurstücke das Maß der Bebauung durch eine Grundflächenzahl von 0,8 (GFZ) festgelegt wird. Das ist der maximal zulässige Wert für Gewerbe- und Industriegebiete.

Nachverdichtung in die Höhe:

Um eine Nachverdichtung in die Höhe zu ermöglichen, werden als zulässige Wandhöhen 25 Meter (entlang der Staatsstraße und zwischen Teplitzer Straße und Bahnlinie), 20 Meter (im zentralen, gewerblich genutzten Bereich) und 15 Meter (zum Dauerwaldstreifen und der Wohnbebauung) festgelegt. Bislang galten 15 Meter, im Süden 20 Meter. Im einzigen Mischgebiet-Grundstück (Bäckerei) wird die Wandhöhe auf 9,50 Meter festgelegt.

3,1 Hektar Grünfläche geht verloren

Nachverdichtung in der Fläche:

Der Planentwurf sieht vor, die Baugrenzen der Betriebe an der Staatsstraße näher an die dort gelegene Anbauverbotszone (Breite 20 Meter) zu versetzen. Das würde auch zu einer Gleichbehandlung mit dort ansässigen Firmen führen, denen die Stadt bereits eine entsprechende Bebauung genehmigt hatte.

Der Grünstreifen im Süden zur Bahnlinie wird auf eine Breite von fünf Metern beschränkt.

Der Abstand der Baugrenzen zu den Grünflächen, die das Gewerbegebiet gliedern, und dem Dauerwaldstreifen beziehungsweise zu den Straßen wird im Entwurf von zehn auf fünf Meter reduziert.

Insgesamt werden damit laut Feickert 6,4 Hektar bebaubare Fläche hinzugewonnen. Gleichzeitig gehen 3,1 Hektar Grünfläche verloren. Der Planer spricht dennoch von einem „Beitrag zum Umweltschutz“, weil andere Flächen damit nicht angetastet werden.

Betriebsleiter-Wohnungen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonal sollen weiterhin ausnahmsweise zulässig bleiben (siehe auch blauen Kasten).

Ausschluss von innen-stadtrelevanten Sortimenten:

Mit der Änderung des Bebauungsplanes sollen Einzelhandelssortimente des Nahversorgungsbedarfs sowie innenstadtrelevante Sortimente (Arzneimittel, Kinderartikel, Bekleidung, Bücher, Elektronikartikel, Haushaltswaren, Schuhe, Spielwaren und Ähnliches) ausgeschlossen werden.

Diskussionsbedarf sahen die Ausschussmitglieder vor allem im Hinblick auf den Wegfall des Grünstreifens entlang der Staatsstraße. Der Entwurf sah zunächst vor, dass die Betriebe diese Flächen für Stellplätze sowie als Lagerplatz und für eine Umfahrung nutzen können. Ulli Maier (UWG) und Harald Jungbauer (CSU) befürworteten dies mit Verweis auf den großen Bedarf der Betriebe an Parkplätzen. Damit werde innerhalb der Baugrenzen Platz für bauliche Erweiterungen geschaffen.

Auf den Kompromissvorschlag von Carsten Schwunck konnte sich eine Mehrheit im Ausschuss verständigen. Man solle den Grünstreifen nur für Stellplätze, nicht aber als Lagerplatz oder Umfahrung nutzen dürfen, so der Leiter der Stadtentwicklungsabteilung.

Gert Ruchlinski (SPD) ist auch damit nicht einverstanden. „Im Gewerbegebiet fahren nicht nur Autos herum, wir haben da auch Menschen.“ Der Verkehr auf der Staatsstraße wachse außerdem immer weiter. Der Grünstreifen habe eine wichtige Filterfunktion für die Menschen, so der Umweltreferent. Und wörtlich setzte er hinzu: „Ich kann mich nicht damit abfinden, Bäume durch Parkplätze zu ersetzen.“ Ruchlinski und seine Fraktionskollegin Christine Blaschek stimmten gegen den Entwurf, der Bürgermeister und acht Stadträte dafür. Der Entwurf geht nun in die öffentliche Auslegung.

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