Sprechstunde und Whatsapp-Gruppe: Bürgermeister von Taufkirchen will mehr Nähe zu den Bürgern

Zwischen Bürgersprechstundeund Whatsapp-Gruppe: Bürgermeister Alfons Mittermaier will in der Gemeinde neue Wege gehen. Petzi

Die ersten Tage im Amt von Taufkirchens neuem Bürgermeister Alfons Mittermaier waren anders als erwartet. Doch heben der Corona-Krise warten auf den 54-Jährigen auch noch andere Aufgaben, die ihn fordern.

Taufkirchen – Mit Alfons Mittermaier soll wieder mehr Leben in Taufkirchens Rathaus einziehen. Anders als sein Vorgänger, der sich einen guten Teil seiner Arbeit mit nach Hause genommen habe, möchte der neue Bürgermeister der Gemeinde von der UWG die Räumlichkeiten im ‚schmucken‘ Gebäude auch nutzen. Zum Beispiel für Bürgersprechstunden. Vom EDV-Anschluss bis hin zur Kaffeemaschine – da fehlt noch so manches.

Coronakrise führt zu einem holprigen Start

Davon abgesehen gestalteten sich die ersten Tage im Amt für den 54-jährigen vierfachen Familienvater nach der Schlüsselübergabe anders als erwartet. Corona-bedingt platzten Termine, die das sonst intensive Vereinsleben mit sich gebracht hätte. Auch das ‚Meet and Greet‘ mit Mitarbeitern der Verwaltungsgemeinschaft Kraiburg, zu der auch die 1400-Seelen-Gemeinde Taufkirchen gehört, blieb bisher im Großen und Ganzen aus. Viele Gesichter kennt der neue Bürgermeister noch nicht.

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„Da hängt man erst einmal etwas in der Luft, besonders, wenn der direkte Austausch mit den Fachleuten fehlt“, findet Alfons Mittermaier. Der EDV-Verantwortliche musste vier Wochen in Corona-Quarantäne. Im Wahlkampf habe er scherzhaft gemeint, dass ihn noch ganz andere Themen erwarten als die damals diskutierten. Und er hatte recht behalten.

Zu wenig Kita-Plätze in Taufkirchen

Abgesehen von der Epidemie die nächste Herausforderung für Alfons Mittermaier: „Nach der Einschreibung im Februar ist heute klar, dass es im kommenden Schuljahr zu wenig Kindergartenplätze geben wird.“ Um Nachwuchs muss sich die Gemeinde keine Gedanken machen – auf lange Frist gesehen. Für die Kindergartenbetreuung muss aber jetzt kurzfristig eine Lösung her.

Etwas mehr Zeit bleibt dagegen in Sachen Mehrzweckhalle. Der über 30 Jahre alte Bau sei zwar in gutem Zustand, müsse jedoch nachgerüstet werden. Ein Neubau würde Millionen kosten. Geld, das nach der Corona-Krise vielleicht im Gemeindesäckel fehlen könnte. „Wir stehen finanziell zwar gut da, haben Rücklagen und keine Schulden. Aber was ist, wenn die Wirtschaft nicht wie gewünscht anspringt?“

Möglichkeiten ausloten

Alfons Mittermeier bleibt vorsichtig. Mit so einer großen Investition könne man den eigenen finanziellen Handlungsspielraum über Jahre hinweg in den Sand setzen. „Welcher Bürgermeister möchte wohl in der Situation große Projekte unterschreiben?“ Dennoch: Eine Bestandsaufnahme des Gebäudes sei in Planung. Man wolle die Möglichkeiten ausloten.

Dass es zu einer guten Lösung im Gemeinderat kommen wird, ist sich Alfons Mittermaier sicher. Man arbeite gut zusammen. „Parteipolitik spielt bei uns keine Rolle“, versichert der Bürgermeister, der auf eine 18-jährige Erfahrung als Gemeinderat zurückblickt. Freilich sei man nicht immer einer Meinung gewesen, aber: „In der Regel tauschen wir sachlich unsere Argumente aus – und gehen anschließend gemeinsam zum Wirt!“ Alfons Mittermeier schmunzelt.

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Mehrzweckhalle: Sanierung oder Neubau?

Natürlich stehe er voll und ganz hinter dem Amt, auch wenn er seinen Job als Maschinenring-Assistent noch in Teilzeit weiterführt. „Die Nachmittage und der ganze Dienstag gehört der Gemeindearbeit.“ Mit guter Organisation klappe das sehr gut. Und wenn es mal Überschneidungen gibt? Dann gelte es zu priorisieren. „Wichtige Gemeindetermine gehen da vor!“ Eine anberaumte Hochzeit beispielsweise, die Alfons Mittermaier gerade erst terminiert hat.

Jetzt, wo die Lockerungen des Lockdowns Fahrt aufnehmen, bleiben freilich die gesellschaftlichen Events nicht aus. Und das sei gut so – auch wenn der Bürgermeister wenn möglich mit Mundschutz und Abstand unterwegs ist. „Als Bürgermeister, der viel Kontakt zu den Menschen hat, muss man besonders gut aufpassen.“ Und neue Kommunikationswege suchen. Corona als Katalysator der technischen Aufrüstung sozusagen.

Gemeinde in sozialen Medien präsent

Abgesehen von der EDV-Ausstattung im Rathaus möchte Alfons Mittermaier auch mobil ‚online‘ sein. Tablet und Smartphone machen schließlich auch die neue Bürgermeister-Generation aus. Und ja, auch in Sozialen Medien sollen künftig Bürgermeister und Verwaltung präsent sein. Eine Whatsapp-Gruppe mit aktuellen Gemeinde-News sei bereits eingerichtet – und wachse rasant. Ganz nach dem Credo von Alfons Mittermaier im Wahlkampf: „Taufkirchen als fortschrittliche Gemeinde mit ländlichem Charakter.“ An seinen Worten werde man schließlich gemessen.

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