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Dem Sport und der Stadt verbunden

Horst Krumpholz +
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Horst Krumpholz +

"Waldkraiburger Urgestein" - das Prädikat gilt Menschen, die in besonderer Weise mit der Stadt und ihrer Geschichte verbunden sind. Zu ihnen zählt Horst Krumpholz, der sich über Jahrzehnte in Waldkraiburg und im Kreis politisch engagierte und um den Sport, speziell um die Leichtathletik im VfL, Verdienste erwarb. Am Sonntag ist der Stadtrat im Alter von 78 Jahren verstorben.

Waldkraiburg - 1949, ein Jahr vor der Gründung der Vertriebenengemeinde, kam Horst Krumpholz mit seiner Mutter Maria und seinem Zwillingsbruder Werner nach Waldkraiburg. Die Schrecken des Krieges waren für ihn wie für viele seiner Generation eine schlimme Schule gewesen. Am 6. Januar 1935 in Oberschlesien geboren, erlebte der Bub, dessen Vater wenige Tage zuvor umkam, das Kriegsende in Südmähren. Mit seiner Familie zählte er zu den Zeitzeugen des Brünner Todesmarsches, bei dem die deutschsprachige Bevölkerung außer Landes getrieben wurde, Frauen, Kinder, Alte bei größter Hitze und ohne Wasserversorgung. Mehrere tausend Menschen kamen ums Leben.

In der neuen Heimat schloss Horst Krumpholz eine Elektrikerlehre, später die Meisterschule ab. 1953 trat er bei den Isar-Amperwerken ein. Bis zum Ruhestand 2001 blieb er seinem Arbeitgeber treu. Seit 1975 gehörte er dem Betriebsrat an, wurde in den 90er-Jahren Gesamtbetriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und vertrat die Interessen von fast 15000 Mitarbeitern der Aktiengesellschaft, insbesondere als 2001 die Fusion der Regionalversorger zur Eon Bayern kam.

Politisch schlug sein Herz für die SPD, der er in den 60er-Jahren beigetreten war und deren Kreisverband er 20 Jahre lang führte. Schon 1966 zog er in den Mühldorfer Kreistag, in dem er 36 Jahre lang für die Interessen Waldkraiburgs und seiner Bürger eintrat, 20 Jahre als Sprecher der Kreistagsfraktion. 1978 wurde Horst Krumpholz erstmals in den Stadtrat gewählt, danach fünfmal bestätigt. Noch in den letzten Jahren, als ihm schwere Krankheiten zusetzten und lange Klinikaufenthalte notwendig machten, suchte er dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Mit seinem Namen ist auch der Sport, vor allem die Leichtathletik verbunden. Krumpholz, in seiner Jugend ein passionierter Mittelstreckenläufer, war Gründungsmitglied und 42 Jahre lang Abteilungsleiter der Leichtathletik-Sparte im VfL Waldkraiburg. Er führte viele junge Menschen an den Sport heran, viele Athleten zu Erfolgen bei nationalen und internationalen Meisterschaften und war als Mitbegründer und Geschäftsführer einer der Väter des Leichtathletik-Leistungszentrums.

Die Fernsehshow "Spiel ohne Grenzen" machte die Stadt 1972 in der ganzen Republik bekannt. Horst Krumpholz engagierte sich als Betreuer und Trainer dieser Mannschaft. Es war ihm wichtig, 40 Jahre danach, im Herbst 2012, noch einmal alle Teilnehmer in Waldkraiburg zusammenzuführen.

Mit vielen Auszeichnungen, von der Ehrenmitgliedschaft im VfL über die kommunale Verdienstmedaille, die Georg-von-Vollmar-Medaille der bayerischen SPD und das Ehrenzeichen der Stadt für besondere Verdienste im Ehrenamt, wurde das Engagement des Verstorbenen gewürdigt.

Erst wenige Tage, ehe er erneut ins Krankenhaus musste, stellte er einen ausführlichen Lebenslauf fertig, der mit dem Appell endet, die Zukunft der Kinder und Enkel nicht immer den anderen zu überlassen, sondern selbst ehrenamtlich etwas zu tun. "Es macht doch auch Freude mitzuwirken, die Zukunft besser und menschlicher zu gestalten."

Am Sonntagabend ist Horst Krumpholz in einer Münchner Klinik verstorben. Seine Frau Clara war in den letzten Tagen und Stunden an seiner Seite. hg

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