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Spielstraße stößt auf Skepsis

Das Verkehrsschild warnt vor dem Spielplatz am Bleicher in Kraiburg vor spielenden Kindern. Eine ganze Reihe von Autofahrern scheint das aber nicht zu kümmern, weshalb immer wieder gefährliche Situationen entstehen, wenn Kinder die Straße überqueren. Die UWG-Fraktion fordert deshalb die Einrichtung einer Spielstraße als verkehrsberuhigende Maßnahme. Grundner

Immer wieder kommt es im Bereich des Spielplatzes am Bleicher zu gefährlichen Situationen, wenn Kinder die Straße überqueren. Was tun? Hilft die Ausweisung einer Spielstraße, die die UWG auf Höhe des Spielplatzes einrichten will?

Kraiburg – Der Mehrgenerationen-Platz am Bleicher kommt bestens an bei den kleinen Kraiburgern. Viele Kinder nutzen dieses Angebot. Das große Interesse hat allerdings eine Kehrseite: Eltern machen sich Sorgen, weil es immer wieder zu gefährlichen Situationen beim Überqueren der Rapoto-Straße kommt.

Gemeinderätin Petra Jackl (CSU) hat den Antrag gestellt

Obwohl die Gemeinde die Gräfin-Adelheid-Straße auf Höhe des Spielplatzes mit einer Querzeile aus Granitsteinen unterbrochen hat, fahren Verkehrsteilnehmer schneller als die dort zulässigen 30 Kilometer in der Stunde. Die Familienbeauftragte und Gemeinderätin Petra Jackl (CSU) hat deshalb den Antrag gestellt, als zusätzliche Maßnahme Piktogramme auf der Straße anzubringen, die auf die spielenden Kinder hinweisen. Auch ein periodisches Aufstellen der Geschwindigkeitsmesstafel hält sie in diesem Bereich für nützlich. Nach deren Auswertung könnten weitere Maßnahmen diskutiert werden, so Jackl. Die UWG-Fraktion will das nicht mehr abwarten. Sie schlägt deshalb vor, eine Spielstraße für diesen Bereich zu beantragen und einzurichten. Denn: Selbst wenn sich Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Tempo 30-Zone halten, komme es zu gefährlichen Situationen. Allein in der Herzogin-Uta-Straße gebe es 17 Kinder, weitere zehn in der Graf-Rapoto-Straße, dazu etliche aus anderen Wohngebieten, so die Fraktion in ihrem Antrag.

Aus Sicht von Erich Unterforsthuber (UWG) ist der Aufwand für eine Spielstraße vertretbar und umsetzbar. Eine Spielstraße er fordere Umbaumaßnahmen, so Bürgermeister Herbert Heiml (CSU) nach Rücksprache mit der Polizei. In einer Spielstraße ist nur noch Schrittgeschwindigkeit zulässig. Es sind markierte Parkplätze auszuweisen. Und es muss baulich und optisch erkennbar sein, dass es sich um eine Spielstraße handelt. In vielen Fällen wird deshalb Kopfsteinpflaster verlegt. Die Spielstraße ist außerdem eine untergeordnete Straße. Vorfahrtberechtigt ist dann der Verkehr auf den anderen Straßen. „Ich bin für größtmögliche Sicherheit“, so Heiml, der gleichzeitig in Frage stellte, ob die Spielstraße das taugliche Mittel sei. Der Bürgermeister ist skeptisch. Denn die Straße, die am Spielplatz vorbeiführt, ist Zubringer für die gesamte Siedlung.

Ähnlich kritisch schätzt den Vorschlag Werner Schreiber (SPD) ein. Er hält es „nicht für zweckmäßig“, neben einem Spielplatz eine Spielstraße auszuweisen. Der Platz, der derzeit nur zum Teil durch einen Zaun abgeschirmt ist, müsse gesichert werden, betonte sein Fraktionskollege Adrian Hilge. Und Schreiber wies darauf hin: Den Umbau zur Spielstraße zahlen die Anwohner. Markus Rauscher (CSU) verwies dagegen auf die Situation in der Römerstraße, wo es bereits eine Spielstraße gibt, die den Fußgängerverkehr vor den Autofahrern bevorrechtigt. Dort seien keine großen Umbaumaßnahmen nötig gewesen. Anneliese Schuster dagegen ist „keine Freundin von Spielstraßen“. Die Kinder sollten lernen, mit dem Straßenverkehr umzugehen, findet die Dritte Bürgermeisterin. Wenn sie sich an die Situation auf einer Spielstraße gewöhnen, seien sie auf anderen Straßen erst recht gefährdet. „Tempo 30 ist in Ordnung.“

Der Bürgermeister warnte vor voreiligen Beschlüssen. „Ich würde gerne mit den Leuten reden“, sagte Heiml und sprach sich dafür aus, einen Lokaltermin anzusetzen. Mit 8:5 Stimmen wurde dieser Vorschlag angenommen und die Entscheidung verschoben.

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