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Sprache als Schlüssel zur Welt

Spielen, basteln, sprechen lernen: Seit zehn Jahren ist Waldkraiburger Kita eine Sprach-Kita

Vorlesen im Bücherland: Für die Sprach-Fachkräfte Sabrina Fritz (links) und Dagmar Burger ist das ein Aspekt ihrer Arbeit; (von links) Veronika, Alexander und Paul hören aufmerksam zu.
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Vorlesen im Bücherland: Für die Sprach-Fachkräfte Sabrina Fritz (links) und Dagmar Burger ist das ein Aspekt ihrer Arbeit; (von links) Veronika, Alexander und Paul hören aufmerksam zu.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Die Sprache von Kindern gilt es möglichst früh zu fördern. Diesen Fokus setzt auch die Kita Maria Schutz als Sprach-Kita, seit Oktober gibt es nun eine zweite Sprach-Fachkraft.

Waldkraiburg – „Die Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, sagt Leiterin Charlotte Konrad, die damit den Leitspruch vom Bundesprogramm aufgreift. 2016 hat die Bundesregierung das Programm „Sprach-Kitas“ aufgelegt. Doch auch schon zuvor setzte die Kita Maria Schutz auf zusätzliche Sprachförderung in der Einrichtung, jetzt wird der Einsatz finanziell gefördert.

Spielerisch zum Sprechen animieren

Ob beim Spielen, beim Malen oder beim Händewaschen: Sprachbildung passiert in den alltäglichsten Situationen. Situationen, in denen man sich entweder über Gesten und nur wenigen Worten verständigt oder eben klar ausdrückt. „Sprache ist überall drin“, sagt Charlotte Konrad. Als Sprach-Fachkraft nutzt man jede Gelegenheit, die Kinder spielerisch zum Sprechen zu animieren.

„Es geht nicht nur darum, Deutsch zu lernen“, sagt Charlotte Konrad. Der Bedarf sei in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Nicht nur bei Kindern mit Migrationshintergrund. Gerade dort, wo es einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit besonderem sprachlichen Förderbedarf gibt, fördert der Bund finanziell eine zusätzliche halbe Fachkraft. Dass das Programm immer wieder verlängert worden ist und jetzt die Kita Maria Schutz sogar mit einer zweiten Sprach-Fachkraft gefördert wird, freut Charlotte Konrad. „Der Bedarf war in der Stadt schon immer groß“, sagt sie.

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„Ahoj“, „szia“ oder „Merhaba“ – an der Garderobe vor einem Gruppenraum klebt ein Marienkäfer, der die Kinder in ihrer jeweiligen Muttersprache begrüßt. Die Vielfalt in den Gruppen ist groß, gemeinsam ist ihnen allen die Sprache. Doch während sich das eine Kind leichter tut, hat ein anderes Kind noch Schwierigkeiten, sich auszudrücken. An diesem Punkt unterstützt eine Sprach-Fachkraft und lässt die Sprachförderung einfach so in den Alltag einfließen. Quasi ganz nebenbei. Den Kindern im „Bücherland“ vorlesen, sie mit Fragen zum Reden animieren oder bei Projektarbeiten die Sprache näher bringen: Dagmar Burger ist schon länger als Sprach-Fachkraft in Maria Schutz tätig.

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„Die Kinder profitieren davon, gerade auch diejenigen mit Migrationshintergrund.“ Sie schätzt es, dass bei Netzwerktreffen Erfahrungen ausgetauscht und Ideen weitergegeben werden. Seit Oktober haben sich für Sabrina Fritz die Aufgabenbereiche innerhalb des Kindergartens verändert: Sie ist als zweite Sprach-Fachkraft tätig. „Angebote, die mit Sprache zu tun haben, haben mir schon immer gefallen.“ In den Sprachsitzungen habe sie bereits erste Einblicke bekommen und jetzt die Chance ergriffen.

Die beiden sind keiner Gruppe fest zugeordnet, sondern arbeiten gruppenübergreifend und gehören als zusätzliche Mitarbeiterinnen zum Team. „Damit können sie je nach Bedarf agieren. Was läuft gut? Wo können die Kolleginnen Unterstützung gebrauchen?“, erklärt Konrad. Den Kolleginnen geben sie Anregungen für die Arbeit in der Gruppe, beraten und unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Inklusion der Eltern, um sie zu unterstützen.

Zeit für zusätzliche Projekte

Vor zehn Jahren wurden die Kita Maria Schutz zur Sprach-Kita und war damals die erste im Landkreis. Die Liste ist in den vergangenen Jahren länger geworden. Aktuell gibt es sieben im Landkreis. Unter ihnen ist seit Februar auch der Kindergarten St. Rupert in Heldenstein. „Das ist eine tolle Sache“, lobt Leiterin Maria Rannetsberger das Förderprogramm. Die Sprach-Fachkraft habe die nötige Zeit, den Alltag der Kinder in den Gruppen zu beobachten und das Team zu begleiten.

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Darüber hinaus sind auch Projekte zu machen, wie zum Weltkindertag oder ein Theater zum „Kartoffelkönig“. „Das ist wertvoll, dass solche Projekte zeitlich zu schaffen sind.“ Zeit, die Kindern zugutekommt, die sprachliche Auffälligkeiten haben. Auch von außen komme bei Netzwerktreffen viel Input für die Praxis. In der „Individualität“ sieht Charlotte Konrad die große Stärke des Programms. Eine Sprach-Fachkraft in ihrer Einrichtung möchte sie nicht mehr missen. „Das ist ein wichtiges und gutes Programm. Ich bin froh, dass es das schon so lange gibt.“

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