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AUS DEM LANDGERICHT

Spezl mit Bundeswehrgürtel gewürgt?

Weil sein Mitbewohner eine halbe Flasche Wodka vom Tisch geholt und auf den Boden gestellt hatte, geriet ein 49-Jähriger in der gemeinsamen Wohnung in Waldkraiburg in Rage. Er soll den Gleichaltrigen gewürgt, getreten und gebissen haben.

Waldkraiburg/Traunstein – Wegen insgesamt drei Vorfällen der gefährlichen Körperverletzung musste sich der mutmaßliche Täter gestern am Landgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Dr.Jürgen Zenkel verantworten. Nach Anhörung vieler Zeugen erging noch kein Urteil, war doch eine Zeugin nicht erschienen. Fortsetzung des Prozesses ist am Donnerstag, 26. Juli, um 9 Uhr.

In den ersten Januartagen 2018 hatte der Angeklagte, dem Verteidiger Axel Reiter aus Mühldorf beisteht, in der gemeinsamen Wohnung gemäß Anklage von Oberstaatsanwalt Volker Ziegler auf den Geschädigten mit einem schweren Gürtel eingeschlagen. Die Metallschnalle verursachte eine stark blutende Platzwunde von mehreren Zentimeter Länge.

Passantin beobachtete Attacke durch das Fenster – sie muss noch aussagen

Der zweite Vorfall soll sich am 9. Januar 2018 gegen 14.30 Uhr ereignet haben. Angesichts der scheinbar verschwundenen Wodkaflasche soll der Angeklagte, der nach Alkoholkonsum als reizbar galt und polizeibekannt ist, mit Springerstiefeln gegen das Schienbein des Freundes getreten und mit dem erwähnten Gürtel zugeschlagen haben.

Er soll das Opfer am Kragen gepackt und es gewürgt haben – entweder mit den Händen oder mit dem Gürtel. Der Geschädigte flüchtete zu einem Nachbarn. Die Polizei wurde gerufen. Der Angeklagte verließ weisungsgemäß die Wohnung, kehrte aber wieder zurück. Gegen 16 Uhr soll der 49-Jährige einen weiteren Angriff auf den Mitmieter gestartet haben.

Er soll den besagten Gürtel aus der Tarnhose gezogen, dem anderen um den Hals geschlungen und fest zugezogen haben. Das ebenfalls alkoholisierte Opfer wehrte sich.

Dabei gelang es, die Hand zwischen Hals und Drosselwerkzeug zu schieben. Dennoch wurde der 49-Jährige wohl kurz bewusstlos. Die Attacke mit dem Gürtel wiederholte sich. Der Angeklagte soll den Spezl zusätzlich gebissen und mit Ohrfeigen traktiert haben. Die Folgen des nachmittäglichen Geschehens waren eine Bisswunde am Handgelenk, Schmerzen, Verletzungen und Würgemale am Hals sowie eine Wunde am Schienbein.

Augenzeugin des Vorfalls mit dem Würgen wurde angeblich eine Frau mit Kind, die die Szene von der Straße aus durch das Fenster beobachtet hatte. Sie wird am zweiten Verhandlungstag angehört.

Für den Angeklagten steht – neben einer Strafe – die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus im Raum. Er war zur Tatzeit nach gestrigen Worten des psychiatrischen Gutachters, Dr. Stefan Gerl vom Bezirksklinikum in Gabersee, durch psychische Probleme und Alkohol erheblich vermindert schuld fähig. Die Voraussetzungen für Unterbringung, etwa einehohe Wiederholungsfahr, seien erfüllt, attestierte Gerl.

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