"Spätwinter zur Sommersonnenwende"

Florian Schlesag war bei dem Stück "Oblivion" ein brillanter Solist mit dem Tenorsaxofon. Foto lt
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Florian Schlesag war bei dem Stück "Oblivion" ein brillanter Solist mit dem Tenorsaxofon. Foto lt

Ein klangschönes und kraftvolles Bläserkonzert, ihr zwölftes Jahreskonzert, unter dem Motto "Classic Meets Pop" gaben das Jugendblasorchester und das Blasorchester des Musikvereins Waldkraiburg im voll besetzten kleinen Saal des Hauses der Kultur.

Waldkraiburg - Den ersten Teil des Programms bestritt das Jugendblasorchester unter Leitung von Raimund Burger, der die Zuhörer humorvollerweise "an diesem Spätwintertag bei der Sommersonnenwende" begrüßte und die vorgetragenen Stücke ansagte und kurz kommentierte. Während des gesamten Programms liefen über den Bühnenhintergrund Bilder und Videos passend zu dem jeweiligen Musikstück.

Lady Gaga und Katy Perry im Repertoire

Bei den jugendlichen Musikanten, die die Tuba durch einen E-Bass ersetzten, hatte Pop Vorrang. Es begann flott, rhythmisch genau und tonschön mit "Birdland" des Österreichers Josef Zawinul. Dem folgte, arrangiert von Willy Hautvast, "Grease Selection", eine Auswahl von Melodien aus dem Film "Grease". Sehr getragen und feierlich, Burger nannte es eine Herz-Schmerz-Melodie, erklang sodann "If Tomorrow never comes" von Ronan Keating. Die letzten zwei Stücke der Jugendbläser "Don't Stop Me Now" von Freddy Mercury und "We Will Rock You" von Brian May sagte Burger an.

Bei der bekannten Melodie des letzten Stückes klatschten die Zuhörer eifrig den rockigen Rhythmus auf Schlag zwei mit, hatten ihren Spaß an der tüchtigen Kapelle und spendeten lebhaften Beifall.

Nach der Pause betraten die etwas älteren Musiker des Blasorchesters die Bühne. Die Leitung übernahm Ferenc Szelim Bene, die Ansage machte der Saxofonist Florian Schlesag.

Er kündigte eine bunte musikalische Mischung mit klassische Orchestermusik und aktuelle Hits an. So begann der zweite Programmteil mit der Toccata aus der frühbarocken Oper "L'Orfeo" von Claudio Monteverdi. Dem Folgte "Roar" (zu Deutsch "Gebrüll") von Katy Perry. Tuba und Bass-Instrumente ließen deutlich das Brüllen eines Tigers erkennen.

Weiter spielte das Orchester den Walzer aus der Suite Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch, mit seiner sehr bekannten Melodie. Dazu sah man auf der Leinwand passend ein klassisches Walzertanzturnier. Schostakowitsch war, so wusste der Ansager zu berichten, ein erfolgreicher Komponist des 20. Jahrhunderts zu Sowjetzeiten und erregte wegen seiner modernen Musik bei den sowjetischen Machthabern immer wieder Missfallen.

Weiter ging es mit einem Lady-Gaga-Medley. Das Blasorchester meisterte das schwierige Werk fabelhaft und genau - von Bene sicher geführt. Dem folgte der berühmte Chor "O Fortuna velut Luna" aus "Carmina Burana" von Carl Orff mit seinem ganz eigenen Klang und pochenden Rhythmus.

Der kanadische Sänger Michael Bublé hat es sich zur Aufgabe gemacht, Pop mit Jazz zu verbinden und feiert damit internationale Erfolge. Sein auch in Deutschland bekannter Hit "Haven't Met You Yet" ließen die Bläser fröhlich und beschwingt erklingen.

Mit dem letzten Stück "Oblivion" wurden die Zuhörer nach Lateinamerika entführt in die Welt des Tangos. Der argentinische Komponist Astor Piazzolla kombinierte in den 50er-Jahren den Tango seiner Heimat mit Einflüssen aus Jazz und Klassik zum Tango Nuevo. Bei diesem Stück wirkte der Ansager Florian Schlesag mit seinem Tenorsaxofon als brillianter Solist mit.

Nachdem zwei junge Damen den beiden Dirigenten kleine Geschenke überreicht hatten, versammelten sich beide Blasorchester zum gemeinsamen Abschluss auf und vor der Bühne. Sie spielten sehr ausdrucksvoll "Gladiator" von Hans Zimmer und Lisa Gerrard aus dem gleichnamigen Film mit seinem etwas herben und rauen Klang und verabschiedeten sich vom applaudierenden Publikum schwungvoll mit dem klassischen Werk "Hyazinthen-Walzer" des tschechischen Komponisten Emil Stolc.

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