FERIEN BEI UNS

Sommerfrische daheim

Kater Felixkommt natürlich mit in den Wohnwagen.
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Kater Felixkommt natürlich mit in den Wohnwagen.

Manche Menschen möchten ja möglichst weit weg in den Ferien. Nur so können sie abschalten. Christine und Wenzel Schubert aus Waldkraiburg können das nur rund 25 Minuten Autoreise von ihrer Wohnung entfernt – in ihrem Wohnwagen. Seit 34 Jahren steht er auf einem Campingplatz in der Nähe von Polling.

Waldkraiburg/Polling – Es soll ja Menschen geben, die andere Menschen danach beurteilen, wie weit sie in ihrer Freizeit verreist sind. Nach dieser Logik wäre ein Urlaub auf den Seychellen besser als einer in Italien. Und der wiederum besser als Ferien im eigenen Landkreis. Christine und Wenzel Schubert aus Waldkraiburg schaffen es, dass diese Logik zumindest stark zweifelhaft erscheint.

Die beiden Rentner sitzen im Zelt vor ihrem Wohnwagen. Gemütlich ist es bei ihnen. Das Zelt ist mit einer Eckbank ausgestattet, es gibt eine Küche, der Regen prasselt an die Zeltdecke. Ansonsten herrscht himmlische Ruhe. Alles, was man braucht, gibt es im Zelt und im Wohnwagen – ohne Schnickschnack. Die Schuberts selbst wirken in einem Wort: zufrieden.

Ihr Kater, Felix, gerade eher nicht. Er maunzt auf der Fensterbank eines Wohnwagenfensters. „Ich will raus“, scheint das zu heißen. Draußen im Regen warten schließlich Bäume, andere Wohnwägen und Wiesen. „Der hat zweierlei Leben“, sagt Wenzel Schubert über Felix. Eines in Waldkraiburg, wo die Schuberts in einer Wohnung in einem oberen Stockwerk wohnen. Und ein zweites auf dem Camping-Platz in der Nähe von Polling.

Sobald es im März oder April etwas wärmer wird, verbringen die Schuberts dort viel Zeit. Beim Vergleich mit Sommerresidenzen von Königen lacht Christine Schubert. „Wir sind hier gleich draußen“, sagt sie. Die Luft, die Umgebung, die Freiheit könne man hier wunderbar genießen.

Camper sind nicht kompliziert

Vor dem Zelt, im Freien, sieht man deutlich, dass die Schuberts hier auf dem Campingplatz noch etwas haben, dass es in einer Stadtwohnung nicht gibt. „Wir mögen es gerne, uns ein bisschen um die Blumen zu kümmern und den Rasen zu mähen“, sagt Wenzel Schubert. Tatsächlich haben die Schuberts Sträucher vor ihrem Wohnwagen. Bunte Blumen wachsen in Blumenkübeln oder liebevoll durch Steine vom Rasen abgetrennte Blumenbeete.

Wohnwagen müssen irgendwo stehen, wenn sie nicht unterwegs sind. Der Wohnwagen der Schuberts steht seit 34 Jahren auf dem Campingplatz in der Nähe von Polling. Es ist der einzige im Landkreis Mühldorf (wir berichteten). Als sie vor 34 Jahren einen Stellplatz für ihren Wagen suchten, ahnten sie zunächst nicht, dass der Platz in der Nähe von Polling ihnen so gut gefallen würde. Und Vergleichsmöglichkeiten haben die beiden Rentner durchaus.

Früher haben sie als Camper viele Länder bereist; Italien, Spanien und Griechenland zum Beispiel.

Heute kommt die Welt zu ihnen auf den Camping-platz. Die unterschiedlichsten Nationalitäten werden mal länger, mal kürzer zu ihren Nachbarn. „Vor ein paar Tagen waren Franzosen auf dem Platz neben uns“, erzählt Christine Schubert. Immer wieder neue Menschen kennenzulernen, findet sie „sehr schön“.

Wenn man die Sprache der anderen nicht spricht, verständige man sich einfach mit Händen und Füßen. Camper sind da nicht kompliziert. Egal ob unterwegs oder auf ihrem Heimat-Campingplatz: „Wir haben noch nie Schwierigkeiten gehabt.“ Allerdings sei es wichtig, zu seinen Camping-Nachbarn auch eine gewisse Distanz zu wahren. In den wärmeren Monaten Zeit auf dem Campingplatz zu verbringen, damit wollte Wenzel Schubert eigentlich aufhören, wenn er mal 80 ist. Inzwischen wäre es so weit. Aber die Schuberts lassen das Campen nicht. Sie können es nicht. Etwa im Oktober, wenn es merklich kühler wird, brechen sie ihre Zelte ab – natürlich nur im übertragenden Sinn – und wohnen nur noch in ihrer Wohnung. „Dann ist es zu Hause auch wieder schön“, sagt Christine Schubert.

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