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Das hat der Stadtrat entschieden

„Arsch in der Hose haben“: So geht es mit dem Waldkraiburger Waldbad weiter

Nach dieser Saison soll endgültig Schluss mit dem Waldbad in seiner jetzigen Form. Der Stadtrat hat nun über den Abbruch abgestimmt und damit den nächsten Schritt für den Neubau gemacht.
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Nach dieser Saison soll endgültig Schluss mit dem Waldbad in seiner jetzigen Form.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Wenn es ums Waldbad geht, dann geht es oft auch um Emotionen. Davon gab es genug bei der jüngsten Sitzung des Stadtrats, als das Thema auf der Tagesordnung stand. Zuhörer befürchteten vorab das Schlimmste für das Waldbad.

Waldkraiburg – Die Zeit drängt bei der Planung für das neue Waldbad. Wird die Stadt rechtzeitig fertig, kann sie nämlich mit Fördergeldern rechnen. Wenn aber bis zum Stichtag 31. Dezember 2024 nicht alles fertig sei, wäre es trotzdem nicht förderschädlich, nahm Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) zeitlichen Druck raus. Eine „Ehrenrunde“ drehen oder gar „Zurück auf Los“, dafür reicht die Zeit allerdings nicht.

Weiterkommenohne alle Fakten

Erste Entscheidungen müssen allerdings jetzt getroffen werden, ohne dass bislang konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen. „Bis Herbst ist mit dem Planungsergebnis und der Kostenberechnung zu rechnen“, erklärte Pötzsch. In einem ersten Schritt geht es darum, den Abbruch nach dieser Saison vorzubereiten. Dazu müssen Trafostationen verlagert werden, Fernwärme- und Telekommunikationsleitungen neu verlegt und die Trinkwasserhauptleitung umverlegt werden, neue Anschlüsse sind nötig. Der Stadtrat sollte also eine Entscheidung treffen, ohne genauere Zahlen zu kennen und obwohl die finanzielle Situation ein gewisses Risiko birgt. Es könnte zu Verzögerungen kommen, im Extremfall sei eine Realisierung gar nicht möglich. „Wir müssen jetzt den nächsten Schritt machen, um weiterzukommen“, sagte Pötzsch.

Der SPD-Fraktion ist das Risiko zu groß. Martina Arnusch-Haselwarter (SPD), steht zwar hinter dem Waldbau, sie vermisste aber konkrete Zahlen, „Ich kann nicht sicher sein, dass nach dem Abbruch ein Neubau möglich ist.“

Die SPD-Fraktion ist zwar nicht gegen einen Neubau, Richard Fischer sieht nur zu große Risiken in der Finanzierbarkeit. „Wir entscheiden über einen Abriss, aber die Investitionskosten stehen noch aus.“ Stattdessen brachte er eine Sanierung ins Spiel, durch die möglicherweise Kosten abgefedert werden könnten. „Ein Neubau ist die wirtschaftlichste Lösung. Das sehen auch die Fördergeber so“, sagte Pötzsch. Über zwei Fördertöpfe kann die Stadt mit 1,6 Millionen und einer Million Euro Zuschuss rechnen.

Zuhörer hatten vor der Sitzung Zweifel geäußert, dass das Waldbad nicht neu gebaut werden soll. „Man muss den Leuten die Angst nehmen, dass Wohnungen anstelle des Waldbads gebaut werden“, sagte Wolfgang Nadvornik (CSU).

Das steht für Pötzsch nicht zur Debatte. Trotz aller Wagnisse und Risiken: „Ich kann nicht mehr sagen, als dass man an den Plänen für den Neubau festhält.“ Um das Projekt nicht zu gefährden, müssen Entscheidungen getroffen werden. „Die Stadt tut alles, damit das neue Waldbad kommt“, sagte Bauamtsleiter Carsten Schwunck.

Ohne Abbruch wird es kein neues Waldbad geben. „Wenn wir dem nicht zustimmen, bedeutet das den Todesstoß für das Waldbad“, sagt Christoph Arz (Grüne). Gegenteilige Meinungen gab es im Gremium darüber, ob und welche Zahlen vorlagen. Laut einer ursprünglichen Kostenschätzung rechnet die Stadt mit mindestens 14 Millionen Euro.

Optimistisch bleibt Tatjana Zapp (AfD): „Wir müssen dafür kämpfen, das wird schon klappen.“ Aufgeben will auch UWG-Fraktionssprecher Frieder Vielsack nicht. „Wir müssen den Neubau auf den Weg bringen, sonst haben wir ein Riesenproblem.“ Das Waldbad könnte sonst in absehbarer Zeit nicht mehr weiter betrieben werden. „Wir können jetzt beginnen oder alles aufs Spiel setzen.“

Alle an einem Strang ziehen

Abbrechen und dann nicht zu bauen – für CSU-Fraktionssprecher „hirnrissig“. Er widersprach auch der Kritik im Gremium, dass wichtige Informationen gefehlt hätten. „Die Infos waren da, da darf man nicht auf die Verwaltung einprügeln.“ Der Stadtrat muss jetzt nach Ansicht von Michael Steindl (UWG) den „Arsch in der Hose haben“ und an einem Strang ziehen. Dass im Vorfeld Gerüchte aufkommen, dass statt des Waldbads Wohnungen gebaut werden sollen, kritisierte er scharf.

Mit vier Gegenstimmen sprach sich der Stadtrat für den Abriss des Waldbads aus – trotz aller Risiken. Der Neubau – so wie im Realisierungswettbewerb – bleibt weiterhin das Ziel.

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