Siebenbürger haben Tanzen im Blut

Die Waldkraiburger Jubelgruppe eröffnete das Kulturprogramm. Foto lt
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Die Waldkraiburger Jubelgruppe eröffnete das Kulturprogramm. Foto lt

Die Tanzgruppe der Siebenbürger Sachsen in Waldkraiburg feierte am Samstag unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Siegfried Klika im Haus der Kultur im großen Rahmen ihr 30-jähriges Bestehen.

Waldkraiburg - Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 17. April 1982, hatte die vom damaligen Kreis- und Ortsvorsitzenden Paul Staedel initiierte Gruppe ihren ersten Auftritt. Zur Feier am Samstag drängten Landsleute, Freunde und Gäste in großer Zahl ins Haus der Kultur. Die Darbietungen im großen Saal wurde daher auch auf die Leinwand im kleinen Saal übertragen. Dort war auch eine hübsche Ausstellung von Trachtenpuppen zu sehen.

Zu Beginn eines zweistündigen Kulturprogramms marschierten vier Tanzgruppen im Saal auf und dabei stellten die Waldkraiburger Tanzleiter Elfriede David und Kurt Zikeli ihre Gruppe vor. Kreis- und Ortsvorsitzender Harry Lutsch begrüßte die Gäste. Zweiter Bürgermeister Harald Jungbauer überbrachte Grüße und ein Geldgeschenk des Schirmherrn und Pfarrer Heinrich Brandstätter belegte in einem kurzen Grußwort die Tanzfreude des Menschen mit Beispielen aus dem Alten Testament.

Sodann eröffnete die Waldkraiburger Gruppe in ihren malerischen Trachten die Darbietungen mit drei schwungvollen Tänzen. Nicht minder schön anzuschauen waren später die Tanzdarbietungen befreundeter Tanzgruppen, der Siebenbürger Tanzgruppe aus Ingolstadt, der Jugendtanzgruppe aus Traunreut und der Tanzgruppe der Banater Schwaben aus Waldkraiburg. Sie alle erhielten lauten Applaus.

Dazwischen hielt die Kulturreferentin der Kreisgruppe Waldkraiburg der Siebenbürger Sachsen, Hannelore Zintz, Rückschau auf 30 Jahre Tanzgruppe. Sie sagte, der Tanz sei den Siebenbürgern in die Wiege gelegt und sie erwähnte Auftritte der Gruppe in Dinkelsbühl, Salzburg, Augsburg, Ingolstadt, Landshut, Geretsried, Nürnberg und Fürth, später auch in Valladolid in Spanien, in Wien und bei zahlreichen Gelegenheiten in der Stadt Waldkraiburg, allen voran das alljährliche Kronenfest.

Sie erinnerte auch an kleine Missgeschicke, die bei öffentlichen Auftritten Schmunzeln hervorgerufen hatten, sei es ein heruntergerutschter Mädchenrock oder ein davongeflogener Männerhut. Schließlich erwähnte sie, dass die Gruppe irgendwann auch südamerikanische Tänze für Faschingsauftritte eingeübt hätte. Immer aber standen Gemeinschaftsgefühl und das Bewahren überlieferter Traditionen im Vordergrund. Städtereisen führten die Gruppe in den Schwarzwald, nach Südtirol, nach Berlin, Rom, Paris und Monaco. Innerlich bewegt gedachte sie auch zweier durch Unglücksfälle ums Leben gekommener Mitglieder.

Insgesamt 142 Tänzerinnen und Tänzer hat die Waldkraiburger Gruppe seither hervorgebracht, 40 von ihnen haben durch den Tanz ihren Ehepartner gefunden. Nach diesem Rückblick erhielten alle bisherigen und die derzeit aktuellen Tanzleiter aus der Hand des Vorsitzenden Blumen, bzw. ein "Fläschchen".

Ein gemeinsamer Tanz der vier Gruppen, der "Neue Klapptanz", das gemeinsame Lied "Wahre Freundschaft" und einige Abschlussworte des Vorsitzenden Harry Lutsch leiteten schließlich über zum großen Ball der Siebenbürger Sachsen, bei dem die Band "Amazonas Express" für Stimmung sorgte und fleißig bis in die Nacht zum Tanz aufspielte. lt

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