Anlage wieder in Betrieb

Sie hüpfen wieder: Überraschende Wende bei umstrittener Trampolinanlage in Waldkraiburg

Nach wochenlanger Pause hüpfen sie wieder auf der umstrittenen Trampolinanlage in Waldkraiburg-Süd: Daniel Richter (links), Sebastian Stoenciu und viele andere Kinder und Jugendliche aus Waldkraiburg.
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Nach wochenlanger Pause hüpfen sie wieder auf der umstrittenen Trampolinanlage in Waldkraiburg-Süd: Daniel Richter (links), Sebastian Stoenciu und viele andere Kinder und Jugendliche aus Waldkraiburg.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Überraschende Wende bei der umstrittenen Trampolinanlage in Waldkraiburg-Süd: Die Hüpfburg, deren Nutzung das Bauamt untersagt hatte, ist wieder in Betrieb. Ob es dabei bleibt, wird sich wohl erst im neuen Jahr zeigen.

Waldkraiburg – Ob er sich freut? Na, und ob. „Ich kann mein Hobby weiter machen“, sagt Daniel Richter (16) und grinst über das ganze Gesicht. Sie hüpfen wieder auf dem Trampolin am Minigolfplatz in Waldkraiburg-Süd, die Kinder und Jugendlichen, die nach wochenlanger Pause die letzten Sonnenstunden in diesem Jahr nutzen. Im Streit mit der Stadt hat Gerhard Zeiller, der Betreiber des Minigolfplatzes doch noch einen Weg gefunden, das Trampolin, dessen Nutzung ihm aus baurechtlichen Gründen untersagt worden war, zu reaktivieren.

Ans andere Ende des Platzes verlagert

Die Stadt habe ihn drauf gebracht, sagt Zeiller. Als er das Trampolin abbauen und auf den Parkplatz zwischen Minigolfanlage und Squashcenter stellen wollte, habe das Bauamt eine Ausführungsgenehmigung von ihm verlangt. Als er die beim TÜV Süd besorgen wollte, ließ man ihn wissen, das Trampolin sei kein fliegender Bau, sondern ein Sportgerät. Dafür brauche es keine Ausführungsgenehmigung.

Genau das habe schließlich auch das Bauamt nach Rücksprache mit der Regierung von Oberbayern bestätigt. Und damit steht fest: Für die Anlage braucht es überhaupt keine Genehmigung. Sie fällt nicht unter das Baurecht, so lange sie nicht ortsfest betrieben, sondern alle drei Monate verlagert wird.

Alle drei Monate ein neuer Standort

Und mit dem periodischen Verlagern hat Gerhard Zeiller grade erst angefangen. Neuerdings steht das Trampolin, das von sechs auf vier Sprungflächen verkleinert wurde, am anderen Ende des Minigolfplatzes, direkt neben der Staatsstraße gegenüber der Tankstelle.

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Höchstens 57 Dezibel dürfen laut Zeiller im Mischgebiet bei dem Nachbarn ankommen, der sich bei der Stadt über Lärmbelästigung beschwert und das Nutzungsverbot vom Sommer damit ins Rollen gebracht hatte. Nie und nimmer werde dieser Wert erreicht, glaubt der Betreiber. „Der Verkehr ist viel lauter als meine Kinder“, sagt Mike Mödl, der Geschäftsführer der Freizeitanlage.

Und der Nachbar, der unmittelbar neben dem aktuellen Trampolin-Standort wohnt, habe nichts einzuwenden gegen die „Übergangslösung“. Bald beginnt die Winterpause, und im März werde man die Anlage versetzen. Und so werde man das immer wieder machen.

Stadt: Keine dauerhafte Lösung

Für den Moment mag das eine Lösung sein, sagt Bauamtsleiter Carsten Schwunck. Dauerhaft hält er dieses Modell aber nicht für tragfähig. Denn damit, dass die Anlage ein, zwei Meter versetzt und dann wieder zurückgesetzt wird, sei es nicht getan. „Es muss eine deutliche Lageveränderung sein.“ Seine Prognose: Dafür werden bald die Flächen auf dem Areal ausgehen.

Und sobald sich ein Nachbar über Lärm beschwert, Polizei und Ordnungsamt einschaltet, das den Betrieb einstellt, stehe der Betreiber wieder vor dem alten Problem: Er muss nachweisen, dass und wie die Anlage die Immissionsschutzrichtlinien erfüllt.

Mit einer ordentlichen Baugenehmigung für das Trampolin, das seit etwa 15 Jahren an ein- und derselben Stelle stand, hätte er Bestandsschutz. Doch auch dafür bräuchte es ein teueres schalltechnisches Gutachten, das Zeiller grade umgehen möchte. Die Chancen, diesen Nachweis zu führen, stehen nach Einschätzung der zuständigen Fachstelle im Landratsamt nämlich denkbar schlecht.

Die unendliche Geschichte mit dem Trampolin könnte im nächsten Jahr also weiter gehen.

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