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VOLKSFESTBILANZ

Sichere Wiesn, aber etwas zu stad

Ein Fotobankerlvor der „da bin i dahoam“-Leinwand auf dem Waldkraiburger Volksfest – ein nettes Platzerl für Wiesnchef Norbert Meindl (links) und Bürgermeister Robert Pötzsch. Till
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Ein Fotobankerlvor der „da bin i dahoam“-Leinwand auf dem Waldkraiburger Volksfest – ein nettes Platzerl für Wiesnchef Norbert Meindl (links) und Bürgermeister Robert Pötzsch. Till

Die Polizei bilanziert: Die Waldkraiburger Wiesn ist nach wie vor eine friedliche – auch wenn die Beamten etwas mehr zu tun hatten. Die Terminverschiebung wegen der Fußball-WM sehen Bürgermeister Robert Pötzsch und Norbert Meindl „nicht als Fehler“. Generell waren zu viele Veranstaltungen gleichzeitig.

Waldkraiburg – „Was, wenn Deutschland im Fußball-WM-Finale gewesen wäre? Dann wäre im Festzelt die Stimmung bombig gewesen und der Volksfestplatz zur Feiermeile geworden. Die Buben und Mädchen beim Kinderfestzug wären alle in Deutschlandtrikots erschienen. Und: Wir hätten alles richtig gemacht“, sagt Wiesnchef Norbert Meindl auf die Frage, ob es ein Fehler war, den Volksfestbeginn eine Woche nach hinten zu verlegen.

Viele Events kamen zusammen

So kollidierte das zweite Volksfestwochenende mit dem Beginn des Aschauer Sommerfestes, der 1250-Jahrfeier in Gars und den Abschlussfeiern-, -fahrten und -bällen diverser Schulen. Was zum Beispiel beim Tag der Jugend in der Alpenland Festhalle deutlich zu spüren war. (Die Nachbargemeinde und der veranstaltende Musikverein lehnten eine Verschiebung ihres Sommerfest-Termins ab, unter anderem weil sie sonst in die Sommerferien gerutscht wären, Anm. d. Red.).

Meindl sagte, klar könne man immer optimieren und an Stellschrauben drehen. Problematisch sei es generell, wenn sich Veranstalter gegenseitig das Wasser abgraben und um Besucher buhlen, heuer kam einfach „bissl viel zam“.

Im nächsten Jahr werde das Waldkraiburger Volksfest regulär stattfinden: vom 12. bis 22. Juli. Eine Kollision mit dem Fest in Aschau gibt es nicht, denn das beginnt 2019 am 25. Juli.

Viele positive Rückmeldungen habe er für die Zusammenstellung des Vergnügungsparkes bekommen, da für jeden Geschmack etwas dabei sei.

Auch das gastronomische Konzept sei über die Jahre optimiert worden. Gäste können auswählen und flanieren zwischen Festzelt, Stadl, Weinlaube und Weißbierkarussell – die Mischung komme richtig gut an. Der Standard des Volksfestes sei gut. „Man muss realistisch bleiben: Wir machen ein Fest für unsere Leute und die Umgebung. Massen, die in Bussen wie beim Rosenheimer Herbstfest zu uns hergekarrt werden – das ist unrealistisch.“ Man müsse zufrieden sein.

Zu viele Feste zur gleichen Zeit – sind die Leute übersättigt?

Bürgermeister Robert Pötzsch spricht von einer schönen und friedlichen Wiesn. Die Aktionen, wie der Seniorentag oder der Boogie-Abend, waren gut besucht – „jedoch unter der Zeit waren es erschreckend wenig Besucher“, so der Bürgermeister. Woran das lag, das müsse noch genau analysiert werden. Vermehrt auf Aktionen und Veranstaltungen auf dem Volksfest zu setzen, hält Pötzsch nicht „für der Weisheit letzter Schluss“ – denn da gebe es stets Vergünstigungen und Freimarkerl. Wenn nur dann das Zelt voll ist, ist das auch nicht zufriedenstellend. Die Aktionen seien dafür da, den Volksfestkalender zu beleben.

Gut angenommen wurden diverse Aktionen auf dem Volksfest – wie etwa der Boogie-Wettbewerb im Festzelt, der einen Teilnehmer-Rekord verzeichnete. Oder die Modenschau im Almrausch-Stadl, die die Besucher anlockte

Die Frage nach der Terminverlegung sieht er ähnlich wie Meindl. „Hinterher ist man schlauer. Wäre der alte Termin geblieben und Deutschland weiter gekommen – hätten wir uns vielleicht auch ins Knie geschossen, weil das Zelt vielleicht leer gewesen wäre, weil die Leute woanders Fußball schauen.“ Die vielen umliegenden Feste seien ein Problem – wenn zu vieles zeitgleich stattfindet, sind die Leute übersättigt.

Festwirt Jochen Mörz war gestern bis Redaktionsschluss nach vielen Versuchen nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Behördenvertreter stehen hinter dem Volksfest

Schaustellersprecher Dieter Rilke resümiert für seine Zunft: Das Geschäft war zufriedenstellend. Lob hatte er für das Organisationstalent Meindls. „Was ich einfach toll finde, ist, wie oft sich die Behördenvertreter wie Norbert Meindl und Sigi Hanesch, der Bürgermeister und seine Stellvertreter am Festplatz sehen lassen. Das gibt einem das Gefühl, die stehen hinter ihrem Volksfest“, so Rilke. Allerdings ungut fand er die Terminwahl. „Das bedeutet für viele Schausteller terminliche Engpässe und Stress. Beispielsweise das Riesenrad muss am Freitag schon wieder in Regen spielen. Beim alten Termin hätte der Torben Jost eine Woche Pause zur Erholung gehabt.“

Etwas mehr Delikte – das trübt die friedliche Bilanz jedoch nicht

Polizeichef Georg Deibl zieht eine positive Bilanz. „Alles in allem war es eine friedliche Wiesn, auch wenn die Zahl der Delikte leicht angestiegen ist.“ Die beiden Freitage seien „aus Polizeisicht anstrengend gewesen“. Jedoch nur drei von zwölf Straftatbeständen in der gesamten Festzeit ereigneten sich auf dem Volksfest, darunter der Grapscher-Übergriff, der schnell aufgeklärt war, und Ärger mit Störenfrieden und Schnapsleichen. Der Rest spielte sich im Umfeld ab (wir berichteten).

„Alle mit dem Thema Sicherheit befassten Organisationen haben das gemeinsame Sicherheitskonzept von Stadt und Polizei hervorragend umgesetzt.“ Bewährt haben sich die selektiven Eingangskontrollen durch den Sicherheitsdienst, die Absperrung der Adlergebirgsstraße, die polizeilichen Fußstreifen und die Sicherheitswacht.

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