Shopping-Abend beim Christkindlmarkt

Willi Engelmann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft.
+
Willi Engelmann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft.

Mit einer neuen Aktion wollen Waldkraiburgs Einzelhändler den nächsten Christkindlmarkt bereichern. Am 4.

Dezember sollen die Geschäfte bis 22 Uhr geöffnet sein. Das kündigte der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft, Willi Engelmann, in der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Hubertusstuben an. Engelmann begrüßt auch die Fortsetzung der Stadtmarketing-Veranstaltung "Shoppen & Schlemmen".

Waldkraiburg - An den vier verkaufsoffenen Sonntagen will die Aktionsgemeinschaft weiter festhalten. Auch die Weihnachtsaktion für die VfL-Sportjugend unterstützt der Verein 2015 wieder, wie aus dem Bericht des Vorsitzenden hervorgeht. Positiv äußerte sich Engelmann zur Aktion "Shoppen & Schlemmen" der Stadtmarketing GmbH. An zwei Samstagen hatten sich auf Initiative und mit starkem finanziellen Engagament der Stadtmarketing 18 und 28 Händler und Gastronomen beteiligt. Engelmann sieht Event-Potenzial in diesem Format. Wie Stadtmarketing-Geschäftsführerin Laura Pauli sagte, wird "Shoppen & Schlemmen" 2015 mit zwei Veranstaltungen im Frühjahr und im Herbst fortgesetzt.

So wie zuletzt in Mühldorf möchte Engelmann auch in Waldkraiburg einen Einkaufsabend während des Christkindlmarktes organisieren. Dabei setzt er auf die Unterstützung der Stadt.

Wie aus dem Kassenbericht von Schatzmeister Andreas Holzapfel hervorgeht, den Engelmann vortrug, hat die Aktionsgemeinschaft im 2013 ein Minus von fast tausend Euro gemacht. Der Großtei der Ausgaben sei in die Werbung geflossen und für Veranstaltungen ausgegeben worden. Der Verein weise aber noch immer einen guten Kontostand auf. Weil 2014 das kostenintensive "Nightshopping" mit Blechblaskapellen weggefallen sei, sollten die Zahlen für dieses Jahr besser ausfallen, so Engelmann.

Roman Heimbold von der Firma Atalanda stellte ein Konzept für einen lokalen Online-Marktplatz vor, das zunächst nur für Kunden aus Waldkraiburg gedacht ist. Komponenten des Konzepts: ein Online-Schaufenster für jeden Händler, ein Online-Marktplatz, Lieferung am gleichen Tag ("Das schafft nicht mal Amazon") und umfangreiche Schulungen durch das Unternehmen, das eng mit dem Citymanagement der jeweiligen Stadt kooperiert. Stadtmarketing-Geschäftsführeirn Pauli steht hinter dem Projekt. Sie sieht darin eine gute Möglichkeit für den örtlichen Handel, sich im Online-Bereich aufzustellen und Kaufkraftabfluss zu verhindern. Das mache nur Sinn, "wenn wir es organisiert machen und mit einem gemeinschaftlichen System". Voraussetzung ist laut Heimbold aber, dass mindestens 40 Händler mitmachen. Die Aktionsgemeinschaft will sich im Vorstand weiter mit dem Thema beschäftigen.

Unter das Motto "Was mich freut - was mich ärgert" stellte Willi Engelmann seine Schlussbemerkungen. Deutliche Kritik übte er an der Weihnachtsbeleuchtung. In einigen Bereichen sei das mittlerweile gut gelöst, in der Berliner Straße aber "jämmerlich". Die Weihnachtsbeleuchtung sei eine Visitenkarte der Stadt und nicht für die Händler allein, sondern für alle Bürger und Kunden von auswärts. Die Stadt müsse sparen, "aber da nicht".

Selbstkritisch merkte er eine gewisse "Verzagtheit" wegen Leerständen und Internethandel bei Einzelhändlern an. Sein Appell: "Wir müssen wieder Freude zum Kunden finden." Jeder müsse immer wieder prüfen, ob Beleuchtung, Dekoration, Einrichtung und Beratungsangebot noch passen.

Nicht einverstanden ist er, dass ein Ampfinger Geschäft über einen langen Zeitraum am Bauhof, auf einem städtischen Grundstück also, großflächig Werbung machen kann.

Dringend empfiehlt Engelmann, die alten Imageplakate der Stadt durch neue zu ersetzen. "Da ist kein Pep mehr drin." Er spricht sich für eine "Personalisierung" aus, könnte sich gut vorstellen Jugendliche ins Bild zu setzen, die gerne in Waldkraiburg leben, oder junge Migranten, Kinder, die dafür stehen, dass Waldkraiburg gelungene Integration vormacht.

Als positiv wertet der Vorsitzende die Zusammenarbeit mit der Stadtmarketing-Geschäftsführerin. Er habe auch das Gefühl, dass frischer Wind in die Stadtpolitik eingezogen ist, und eine gewisse Aufbruchstimmung zu spätern sei.

Optimistisch ist sein Ausblick in die Zukunft: Mit dem durchgehenden Ausbau der A94 in wenigen Jahren "gehen wir guten Zeiten entgegen". Mittlerweile suchen schon Leute aus München Wohnungen in Waldkraiburg, die Immobilienpreise steigen. Waldkraiburg habe angezogen, bestätigten anwesende Vertreter regionaler Banken, andere hätten aber noch größere Sprünge gemacht.

In den nächsten zwei, drei Jahren müsse die Stadt neue Baugebiete ausweisen, appellierte der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft an Bürgermeister und Stadträte. hg

Kommentare