Ehrungen für über 40-jährige Mitgliedschaft beim Verein für Heimatpflege

Seit der Gründung mit dabei

Für über 40 Jahre Zugehörigkeit beim Verein wurden geehrt (von links): Erwin Heckensteiger, Reinhard Gruber, Kurt Fischer, Loni Bernhart, Robert Haider und Erika Höpfinger mit Vorstand Alois Fürstenberger. Foto re
+
Für über 40 Jahre Zugehörigkeit beim Verein wurden geehrt (von links): Erwin Heckensteiger, Reinhard Gruber, Kurt Fischer, Loni Bernhart, Robert Haider und Erika Höpfinger mit Vorstand Alois Fürstenberger. Foto re

Kraiburg - Einen Jubiläumsabend mit der Ehrung langjähriger Mitglieder organisierte der Verein für Heimatpflege im Gasthof Unterbräu. Gleichzeitig war der Abend als Dankeschön für die aktiven Mitglieder gedacht.

Urkunden für über 40-jährige Mitgliedschaft erhielten aus der Hand des Vorsitzenden Alois Fürstenberger Loni Bernhard, Robert Haider, Reinhard Gruber, Kurt Fischer, Erwin Heckensteiger und Erika Höpfinger.

Im zweiten Teil des Abends berichtete Reinhard Gruber, der selbst auch schon bei der Gründung im Dezember 1969 mit dabei war, aus den Anfangsjahren des Vereins. Dieser ist aus dem "Arbeitskreis für Heimatpflege" um die Geschichts-, Volkskunst- und Volksmusikinteressierten Willi Merklein aus Taufkirchen, Hans-Rolf Adler aus Mühldorf, Pfarrer Josef Hamberger und Franz Gruber aus Kraiburg entstanden. Reinhard Gruber erzählte von den vielschichtigen Veranstaltungen, die in den 70er Jahren durchgeführt wurde. So fanden monatliche "Heimatstammtische" statt. Da ging es um Kraiburger Originale, die Schiffsmeistergenerationen oder Drischlegspiele bis zu den "Sünden unserer Vorväter". Zu den großen Ereignissen zählte der Referent die Festwoche 1973 zu "1200 Jahre Maximilian - 850 Jahre Markt Kraiburg", oder die "Historische Woche" 1977 zu Ehren von Bischof Bernhard, wozu Fernsehautor Georg Lohmaier das Festspiel schrieb und die Brauerei Stolz eigens den "Bischofs-trunk" einbraute.

Über die Eröffnung des Heimatmuseums im ehemaligen Mädchenschulhaus 1977, dem von ihm erstmals 1978 initiierten "Bartholomä-Kirta" bis zur Theateraufführung "Ritter Konrad erobert die Kraiburg!" 1985 spannte Gruber den Erzählbogen, den er mit zahlreichen Bildern untermalte.

"Interaktiv", so wie die "Heimatstammtische" seinerzeit waren, endete auch dieser Jubiläumsabend: Reinhard Gruber erzählte vom Verseschmied Georg Heckensteiger, genannt "Stoabrecher-Girgl" aus Maximilian, aus dessen Feder unter anderem das Lied vom "70er- Auszug" - also dem Auszug der bayerischen Armee nach Frankreich im Jahre 1870 - stammt. Ein Lied mit 56 Strophen; 14 davon konnten die Anwesenden in einer Aufnahme vom Kiem Pauli an diesem Abend hören.

Und dann noch ein Lied vom Stoabrecher-Girgl: Das "Pettenhamer Sauabstecha", das noch heute für Volksmusikinteressierte ein Begriff ist, dessen Text und Melodie aber als teilweise verschollen galt. Gruber hat nun in seinem Archiv sowohl den Text als auch die von Willi Merklein gesetzte Melodie von 1972 wieder entdeckt, vervielfältigt und zum Jubiläumsabend mitgebracht. Martin Berger packte seine Ziach aus und so stand einer "Neu-Uraufführung" nach Jahren des Verschollenseins nichts mehr im Wege.

Alle Anwesenden sangen kräftig vom Blatt mit - bis auf Loni Bernhart, die alle Strophen und auch die Melodie noch auswendig konnte. re

Kommentare