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„Wandelnde Notrufsäulen“

Seit 27 Jahren gehört die Sicherheitswacht zum Straßenbild - auch im Landkreis Mühldorf

Im Haus der Kultur versammelten sich Sicherheitswachtler aus ganz Bayern.Latta
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Im Haus der Kultur versammelten sich Sicherheitswachtler aus ganz Bayern.Latta

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann dankt bei der 5. Landeskonferenz Sicherheitswacht in Waldkraiburg den „Heldinnen und Helden des Alltags“ für ihre Zivilcourage.

Waldkraiburg – Die Sicherheitswacht sorgt in Bayern seit 27 Jahren durch sichtbare Präsenz vor Ort für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum. Diese Präsenz konnten die Waldkraiburger am Freitag erleben, als Dutzende Polizisten und Angehörige der Sicherheitswacht im Haus der Kultur zur 5. Landeskonferenz Sicherheitswacht zusammenkamen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei der Landeskonferenz Sicherheitswacht in Waldkraiburg.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann als „Dienstherr“ nutzte diesen Termin, um den Sicherheitswachtlern für ihre gelebte Zivilcourage zu danken. „Ohne Sicherheit keine Freiheit“, so Herrmann. „Als Heldinnen und Helden des Alltags steigern Sie das Sicherheitsgefühl der Bürger und helfen, Straftaten und Ordnungsstörungen vorzubeugen und zu verhindern.“

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Bayernweit sind aktuell 1231 ehrenamtliche Mitarbeiter in 149 Sicherheitswachten in 197 bayerischen Städten und Gemeinden im Einsatz. „Ihnen allen gebührt höchster Respekt und Anerkennung“, betonte er.

Die Zahl der Sicherheitswachtler will Herrmann in den nächsten Jahren auf mindestens 1500 Personen ausbauen: „Damit wir uns in Bayern weiterhin sicherer fühlen können als anderswo.“ In seiner Amtszeit hat sich die Erkennbarkeit und Ausstattung der Sicherheitswacht von der eher unscheinbaren Armbinde hin zur beinahe polizeilichen Bekleidung gebessert.

Seit 2017 auch im Landkreis im Einsatz

Seit 2017 dreht die Sicherheitswacht in Waldkraiburg ihre Runden – bald mit 13 ehrenamtlichen Mitarbeitern. In Mühldorf ist die Sicherheitswacht mit derzeit vier Freiwilligen seit Frühjahr 2018 unterwegs. Zu ihren Aufgaben gehören Streifengänge in Eigeninitiative bis hin zur Einbindung in Polizeieinsätze.

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Die Sicherheitswachtler sind aber keine Hilfspolizisten. Die Ehrenamtlichen haben gleiche Rechte und Pflichten wie jeder andere Bürger auch. Das reicht von der Festhaltung eines auf frischer Tat angetroffenen Straftäters, bis hin zum Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürger. Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement setzen sie sich für mehr Sicherheit in den beiden Städten ein, ergänzen die Arbeit der Polizei und verstärken so das Sicherheitsgefühl.

„Sicherheitsgefühl wird erhöht“

Bei der Podiumsdiskussion der Landeskonferenz betonte Ilse Preisinger-Sontag, stellvertretende Landrätin und Zweite Bürgermeisterin Mühldorfs, die Bedeutung der Sicherheitswacht für die Kreisstadt: „Es erhöht mein Sicherheitsgefühl und das der Bürger, wenn die Sicherheitswacht in der Stadt zu sehen ist.“ Sie wünschte sich, dass sich bald noch mehr Mühldorfer in der Sicherheitswacht engagieren.

Auch Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch sieht nur Vorteile in der Sicherheitswacht vor Ort. „Sie zeigen, dass in unserer Stadt Ordnung herrscht und waren uns während der schrecklichen Zeit der Brandanschläge im Jahr 2020 ein wichtiger Partner und Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern.“

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Rita Blum, seit zehn Jahren bei der Sicherheitswacht Burghausen, schilderte dem Innenminister und den Ehrengästen ihre Tätigkeit: „Wir sind oft Ansprechpartner.“ Sie und ihre Kollegen wurden von einer dankbaren Bürgerin sogar einmal als „wandelnde Notrufsäulen“ bezeichnet. Oft reiche die bloße Anwesenheit der Sicherheitswacht in ihrer Uniform, um eine Situation zu entschärfen. Auch rote Ampeln würden besser beachtet, wenn die Ehrenamtlichen in Blau in der Nähe sind.

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Polizeivizepräsident Thomas Schöniger aus der Oberpfalz erklärte als Leiter der Arbeitsgruppe Sicherheitswacht, wer bei der Sicherheitswacht einsteigen kann: „Jeder Volljährige mit abgeschlossener Schul- oder Berufsausbildung, der nicht älter als 62 Jahre und gesundheitlich geeignet ist und sich zu den Werten unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennt.“

Die Altersgrenze nach oben ist variabel – eine Frage der Fitness. Der älteste Sicherheitswachtler in der Runde gab sein Alter mit 71 Jahren an: „Laut Dienststellenleiter kann ich weitermachen, bis ich 100 bin.“

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