Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


LICHT AUS, FILM AB

Schwieriges Kino-Comeback: Verhaltener Neustart im Waldkraiburger Cinewood

Lange mussten beide warten: Daniel Craig auf den Filmstart des neuen „James Bond“ und Kinobetreiber Thomas Rahnert auf die Wiedereröffnung nach dem Lockdown.
+
Lange mussten beide warten: Daniel Craig auf den Filmstart des neuen „James Bond“ und Kinobetreiber Thomas Rahnert auf die Wiedereröffnung nach dem Lockdown.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
    schließen

Waldkraiburg – Acht Monate waren die Kinos in Deutschland wegen Corona geschlossen. Jetzt dürfen endlich wieder Filme auf der Leinwand gezeigt werden. Warum der Neustart nicht ganz einfach war, erzählt Thomas Rahnert, Betreiber vom Cinewood in Waldkraiburg, den OVB-Heimatzeitungen.

Seit 1. Juli haben die Kinos wieder geöffnet. Wie war das Wiedersehen nach acht Monaten?

Thomas Rahnert: Das stimmt so nicht ganz. Unser Verband hatte vorgeschlagen, den Neustart auf den 1. Juli zu legen. Wir sind aber schon am 28. Mai mit kleineren Filmen gestartet. Gewissermaßen ein Warm-up und eine Win-win-Situation für alle: Die Zuschauer wollten wieder kommen und wir in Schwung kommen.

Wie hat das geklappt nach der Corona-Pause?

Rahnert: Wir mussten erst einmal wieder halbwegs funktionieren und Personal rekrutieren. Uns fehlt es bislang immer noch an ausreichend routiniertem Personal und wir mussten neue Leute erst einmal einlernen. So etwas funktioniert nicht unter Normalbetrieb, wenn die ersten Blockbuster anlaufen. Deshalb bespreche ich den Anrufbeantworter aktuell selbst, ein Versprecher darf dann schon mal sein.

Zuletzt wurden viele Filmstarts verschoben. Können sich die Kinobesucher jetzt auf viele Neustarts freuen?

Rahnert: Das Problem ist, dass zu viele Filme gleichzeitig starten. Diese Woche startet „Fast & Furios 9“ und da fordert der Verleiher zu Beginn zwei Säle. Drei Wochen später startet der neue „Eberhofer“, der drei Wochen gezeigt werden soll. Wenn so viele Filme gleichzeitig starten, müssen wir sie viel kürzer auswerten und mancher Film wie zum Beispiel „Black Widow“ fällt hinten runter. Als Besucher muss man sich daran gewöhnen, dass ein Film nicht mehr zehn Wochen im Kino zu sehen sein wird.

Lesen Sie auch: Störenfriede am Impfzentrum Mühldorf: Impfgegner sprechen Eltern mit Kindern an

Das heißt, „Black Widow“ wird es in Waldkraiburg gar nicht zu sehen geben?

Rahnert: Für den Film fallen einerseits hohe Verleihgebühren an, sodass er für den Besucher mehr kostet als andere Filme. Andererseits ist „Black Widow“ gleichzeitig über Streaming schon zu sehen. So ein Film gehört zum Start aber nicht auf 55 Zoll, sondern auf die Leinwand.

Wie war es, nach acht Monaten wieder Besucher im Kino empfangen zu können?

Rahnert: Endlich wieder eigenes Geld verdienen. Der Neustart war wesentlich besser als nach dem ersten Lockdown. Vergangenes Jahr wurden wir die ersten zwei Monate kaum wahrgenommen, das war jetzt besser. Aber erst nach dem 1. Juli ist wirklich die breite Öffentlichkeit aufs Kino aufmerksam geworden. Jetzt hoffen wir, dass bis zum Start des neuen „Eberhofers“ weitere Beschränkungen fallen.

Was sollte das sein?

Rahnert: Dass die Abstandsregelungen etwas gelockert werden und nur noch ein freier Platz als Abstand reicht. Momentan müssen 1,50 Meter Abstand eingehalten werden – in alle Richtungen. Das bedeutet, wenn ein Platz belegt ist, sind dadurch zwölf Sitze gesperrt.

Lesen Sie auch: Auf Feld- und Waldweg nach Waldkraiburg: Ist Ausbau für Radler 170.000 Euro wert?

Was ist im Kino während der Corona-Pause passiert?

Rahnert: Wir waren nicht untätig und haben die Tonanlage, Elektrik und die Säle aufgehübscht. Jetzt bekommen die Säle nacheinander einen neuen Boden und neue Sessel, die leider jetzt erst geliefert worden sind. Die neue Bestuhlung ist corona-konform ausgelegt, sodass die Abstände zwischen den Reihen auf 1,50 Meter vergrößert werden. Damit passen zwar etwa 38 Prozent weniger Besucher in den Saal, aber sie haben mehr Komfort.

Treibt Sie die Sorge nach einem erneuten Lockdown um?

Rahnert: Ja, natürlich bin ich verunsichert. Wie wohl viele andere aus der Gastronomie oder Kulturbereich auch. Wenn man gesehen hat, wie voll die Stadien bei der Europameisterschaft zum Teil waren, habe ich Bedenken, dass man den nächsten Lockdown riskiert. Wir haben zwei Lockdowns halbwegs überstanden und sind mit großzügigen Zuschüssen unterstützt worden. Ansonsten wäre es nicht zu stemmen gewesen und die Zuschüsse ermöglichen uns eine Zukunft.

Lesen Sie auch: „Sexuelle Orientierung ist keine Phase“: Waldkraiburger Stadträtin liebt eine Frau

Wird es heuer ein Open-Air-Kino in Gallenbach geben?

Rahnert: Unter Corona-Bedingungen ist das Open-Air leider nicht machbar. Hinzukommt, dass es beim Wirt einen Wasserschaden gegeben hat und deshalb dort umgebaut wird. Aber wir lieben die Location dort und der Aufwand dort ist es uns auch wert. Wir haben dort schon so viele schöne Abende erlebt. Als Alternative haben wir das Klappstuhlkino, bei dem es sich die Zuschauer mit ihren eigenen Sitzmöglichkeiten schön machen können.

Kommentare