Schwanger in der Krise: Das Coronavirus trübt die Vorfreude einer Waldkraiburgerin

Das schöne Frühlingswetter kann Alina aktuell nur mit ihrem Partner oder allein genießen. Ende Mai bekommt sie ihr erstes Kind, eine Ansteckung mit Corona will sie auf jeden Fall vermeiden. privat
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Das schöne Frühlingswetter kann Alina aktuell nur mit ihrem Partner oder allein genießen. Ende Mai bekommt sie ihr erstes Kind, eine Ansteckung mit Corona will sie auf jeden Fall vermeiden.
  • Raphaela Lohmann
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Das Coronavirus ist blslang kaum erforscht. Unklar ist damit auch, wie sich das Virus auf Schwangere und das ungeborene Kind auswirkt. Doch auch ohne eine Ansteckung verläuft eine Schwangerschaft zur Zeit ganz anders als geplant, wie eine junge Waldkraiburgerin aus Erfahrung weiß.

Waldkraiburg – Eine Schwangerschaft zählt zu den aufregendsten Monaten einer Frau. Gerade die letzten Wochen vor der Geburt sollte jede Frau entspannt genießen. Was aber, wenn eine gesellschaftliche Krise mit einer persönlichen Ausnahmesituation zusammentrifft? Viele Schwangere sind daher wegen der Corona-Pandemie stark verunsichert.

„Ich habe die Situation anfangs gar nicht ernst oder als dramatisch empfunden“, sagt Alina K. Mit ihrem Partner lebt sie in Waldkraiburg, Ende Mai soll das gemeinsame Kind zur Welt kommen. Es ist das erste Kind. Die Schwangerschaft ist eine Zeit der Veränderungen: Die Hormone spielen verrückt, der Bauch wird größer, während das neue Leben in einem immer deutlicher zu spüren ist. Es ist eine Zeit des Glücks, gepaart mit Momenten der Unsicherheit.

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Genau diese kleinen Ängste verschärft das Coronavirus und trübt die Vorfreude auf das ungeborene Kind. „Ich versuche, das Ganze positiv zu sehen. Aber es ist eine schwierige Situation“, sagt die 23-Jährige. Um sich selbst hat Alina wenig Angst und ihr Kind weiß sie in ihrem Bauch gut beschützt. Vielmehr macht sie sich Sorgen um die Geburt.

Unklar, welche Regeln im Mai gelten

„Wie ist Ende Mai die Situation in der Klinik? Gibt es dann ein striktes Besuchsverbot oder darf der Partner vielleicht gar nicht mehr zur Geburt mit?“ Stand jetzt dürfen in der Altöttinger Kreisklinik die werdenden Väter mit zur Geburt, müssen danach aber sofort wieder gehen. Nach der Geburt ist ein Besuch für eine Stunde pro Tag möglich. Eine „sinnvolle Regelung“ findet auch Alina, obwohl es bedeutet, dass die Großeltern Mutter und Kind in der Klinik nicht besuchen dürfen. „Vielleicht dürfen sie aufgrund der Ausgangsbeschränkung das Kind die erste Zeit gar nicht sehen“, fragt sich Alina.

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Gelten die aktuellen Regelungen auch Ende Mai, wenn das Kind zur Welt kommt? Alina ist sich unsicher, so vieles könne bis dahin wieder anders sein. Die Lage könne sich deutlich entspannen oder erst dann werde der Höhepunkt der Corona-Pandemie erreicht. Dass dann ihr Partner nicht mit zur Geburt dürfe, das ist ihre größte Angst. „Gerade beim ersten Kind ist man nicht gerne alleine. Außerdem wäre es für den Vater schade. Eine Geburt ist ein einmaliges Erlebnis, von dem man nicht so einfach erzählen kann.“

Auch der Austausch mit anderen Schwangeren fehlt. Der Geburtsvorbereitungskurs wurde nach ungefähr der Hälfte abgebrochen. Ihre Hebamme hat den Kursteilnehmerinnen viel Material mitgegeben, um sich daheim vorzubereiten. Auf die Geburt fühlt sich Alina gut vorbereitet. Doch was ist mit der Nachsorge? Kann die Hebamme dann wieder nach Hause kommen oder hilft sie bei der Nabelpflege und beim ersten Bad per Videochat?

Kinderwagen schon abgeholt

Das Kinderzimmer ist schon fast eingerichtet, den Kinderwagen mussten Alina und ihr Mann bereits vor wenigen Wochen aus dem Kindergeschäft abholen, wo er eigentlich bis zur Geburt eingelagert werden sollte. „Die restlichen Sachen werde ich jetzt wohl online bestellen müssen. Das ist nicht das, wie ich es mir vorgestellt hatte.“

Alina versucht, die wenigen Wochen bis zur Geburt zu genießen. Doch anstatt bei schönstem Frühlingswetter sich draußen mit Freundinnen zu treffen, geht sie alleine spazieren oder bleibt zuhause. Den Kontakt zu ihrer Familie hält sie übers Telefon. Ein Ansteckungsrisiko will sie damit reduzieren. Einziges Trostpflaster ist, dass ihr Partner aktuell im Homeoffice arbeitet und sie zumindest nicht den ganzen Tag alleine daheim ist. „Ich habe mich mit der Situation abgefunden, auch wenn es niederschmetternd ist.“

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