„Schusserl“ feiert Zehnjähriges

Freuen sich über das Jubiläum des Spielwarenladens Schusserl: (von links) Christina Fußeder, Tobias Kling, Sixtus Aumiller (Bäcker der Schauzahl), Ludwig Doben und Bürgermeister Robert Pötzsch.

Waldkraiburg – Wer in Waldkraiburg die Siemensstraße entlang fährt, passiert zwangsläufig das Tageszentrum Waldkraiburg der Diakonie mit dem integrierten Spielwarenladen Schusserl.

Den zehnten Geburtstag des Spielwarenladens feierten Verantwortliche und Klienten der Diakonie.

„Unser Schusserl ist etwas Besonderes“, hob Sozialpädagoge Ludwig Doben, Leiter des Tageszentrums für psychisch belastete Menschen, bei der Begrüßung hervor. Dabei spielte er nicht auf das reichhaltige Angebot an Spielwaren an, sondern auf die Idee, die hinter dem erfolgreichen Projekt steht. Denn das Schusserl ermöglicht psychisch belasteten Menschen einen Rollenwechsel. Hier sind sie als Verkäufer und Berater von Kunden tätig und bringen sich als hilfsbereite Dienstleister ein. Für viele bedeutet dies nach Jahren der Arbeitslosigkeit den lange herbeigesehnten Wiedereinstieg in ein geregeltes Arbeitsleben.

„Hier kann man ohne Stress wieder anfangen zu arbeiten“, freut sich beispielsweise Tobias Kling. Er wurde vom Jobcenter an das Tageszentrum des Diakonischen Werks vermittelt, um seine Leistungsfähigkeit zu testen und zu steigern. So bedient er die elektronische Kasse und den Scanner des ebenfalls integrierten DHL-Shops. Gleichzeitig sind Flexibilität und Warenkunde gefragt, wenn Kunden zu den verschiedenen Angeboten nachfragen und sich beraten lassen wollen. Ebenso ist die Arbeit im Schusserl für viele weitere zum festen Bestandteil in ihrem Alltag geworden. Das gilt auch für Christine Fußeder, die schon seit sechs Jahren als Verkäuferin im Einsatz ist: „Ich arbeite gern im Schus serl, da ich sowohl die Leute als auch die Spielsachen mag.“

„Der öffentliche Spielwarenladen ist ein wichtiger Teil unseres Begegnungskonzepts geworden“, erklärt Ludwig Doben. Für Menschen, die lange zurückgezogen gelebt haben und sich nicht mehr viel zutrauen, seien normale und gelingende Begegnungen mit Menschen aus ihrem Sozialraum wichtig und machten ihnen Mut. Die Waldkraiburger wiederum betreten den Laden als Kunden und treffen auf Fachverkäufer. So seien die Rollen klar verteilt und der Ablauf ritualisiert und bekannt. Zudem sei das Spielzeug nicht nur schön, sondern mache auch gute Laune. „Eine gute Voraussetzung für eine gelingende Begegnung.“

Zum zehnjährigen Bestehen gratulierte auch Bürgermeister Robert Pötzsch und bedankte sich beim Ladenteam um Sozialpädagogin Doris Sax für die Bereicherung in der Einkaufsstadt Waldkraiburg. In der Konkurrenz mit Online-Handel und Discountern sei das Schusserl in der Siemensstraße eine leuchtende soziale Insel, die es zu unterstützen gilt.

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