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ZU BESUCH AUF SCHLOSS TÜSSLING

Die Schönheit von alltäglichen Dingen

Hyazinthen, Anemonen, Tulpen und Ranunkelnbringen den Frühling ins Esszimmer von Schloss Tüßling. Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel liebt Blumen und dekoriert den Esstisch mit flachen Vasen. „Normale Trinkgläser gehen auch. Ich schneide die Blütenstiele kurz. Mehrere kleine Dinge arrangieren ist besser, als riesige Bouquets – sonst sieht man sein Gegenüber nicht mehr“, lautet der Rat der Schlossherrin. kla/HSC
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Hyazinthen, Anemonen, Tulpen und Ranunkelnbringen den Frühling ins Esszimmer von Schloss Tüßling. Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel liebt Blumen und dekoriert den Esstisch mit flachen Vasen. „Normale Trinkgläser gehen auch. Ich schneide die Blütenstiele kurz. Mehrere kleine Dinge arrangieren ist besser, als riesige Bouquets – sonst sieht man sein Gegenüber nicht mehr“, lautet der Rat der Schlossherrin. kla/HSC

Mattes, weiches Rot dominiert das Esszimmer von Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel. Der große ovale Tisch bildet das Zentrum. Hier wird gespeist, geratscht und die gemeinsame knappe Zeit als Familie genossen. Für die Osterdekoration bevorzugt sie Hyazinthen, Anemonen, Tulpen und Ranunkeln – und die bunten Eier, die ihre Kinder bemalten.

Tüßling – Drei goldene Regeln gibt es für Stephanie von Pfuel als Gastgeberin: Die Gäste müssen zusammenpassen, das Essen darf nicht zu lange dauern und die Tischdekoration soll nicht zu hoch sein. „Sonst sieht man sein Gegenüber ja nicht mehr“, lacht die Besitzerin und Bewohnerin von Schloss Tüßling, während sie Frühlingsblumen zurechtschneidet.

Sie füllt kleine Kugelvasen mit Wasser und kürzt die Stiele der Tulpen, Anemonen, Hyazinthen und Ranunkeln auf etwa 15 Zentimeter und stellt sie hinein. Die Frühlingsboten versprühen gute Laune.

Stilvoller Rahmen für schöne Stunden

Die charmante Gräfin lächelt über das ganze Gesicht, als sie die Vasen über die Länge der Tafel verteilt. Dazwischen setzt sie Hasenfiguren in verschiedenen Größen, Porzellaneier und die bunten Ostereier, die ihre Kinder verziert haben, als sie noch jünger waren. „Selbstgemachtes meiner Kinder hebe ich immer auf und dekoriere damit“, sagt die 56-Jährige.

Als Tischdekoration empfiehlt sie, lieber viele kleine Dinge zu verwenden, statt großer, üppiger Bouquets. Heutzutage kommen bei Gesellschaften wieder mehr lange als runde Tische zum Einsatz. Wenn eingedeckt ist, passt auch nicht mehr so viel an Dekoration drauf.

Sie liebe es, Gästen und Freunden einen stilvollen Rahmen für schöne Stunden zu bieten. Noch wichtiger aber sei ihr, in einem schönen Haus mit ihrer Familie zu leben – oder zumindest Zeit zu verbringen. Wie etwa an Ostern, da kommen ihre sechs Kinder. „Leider ist es nicht einfach, alle unter einen Hut zu bringen – aus beruflichen oder schulischen Gründen“, sagt Stephanie von Pfuel.

Verwenden, was die Natur hergibt

Zu den „klassischen Terminen“, wie Ostern und Weihnachten, sowie bei den Konzerten im Sommer im Schlossgarten – da kommen alle zusammen. Ob sie die Ostertage in Tüßling verbringen und hier gemeinsam zum Gottesdienst gehen, oder das in Kitzbühel machen, hängt vom Wetter ab. Wenn es noch geht, ist ein gemeinsamer kurzer Skiurlaub geplant.

Zum Osterfrühstück gehört für sie in Bierteig gebackener, warmer Schinken. „Herrlich, wenn der Saft durchsickert“. Das selbst gebackene Osterlamm kommt nicht mehr auf den Tisch. „Das haben wir gemacht, als die Kinder klein waren. Und meistens haben die den halben Teig schon vorher weggegessen“. Bei dieser Erinnerung muss sie schmunzeln. Dasselbe gilt für Plätzchen.

Was die Gräfin und ihre Kinder gemein haben: Sie mögen nichts Süßes. „Ich esse nie Schokolade, sie schmeckt mir nicht. Höchstens mal einen Keks.“ Zucker sei sie nicht mehr gewöhnt. Manchmal komme sie in die Bredouille, wenn sie in ihrer Rolle als Tüßlings Bürgermeisterin zu Feierlichkeiten wie Geburtstags- oder Hochzeitsjubiläen geladen werde. Kaffee und ein Wasser reichen ihr, doch die Gastgeber stellen ihr natürlich Kuchen hin.

Stephanie von Pfuel kocht selbst nicht so gerne. Im Gegensatz zu ihren Kindern, die das mit Freude zelebrieren. „Ich esse eigentlich alles, bin aber weniger der Nudel-Typ. Ich mag Gemüse, Salat und Fisch am liebsten“, verrät sie.

Auch wenn sie ein großer Blumen-Fan ist, müssen es nicht immer gekaufte Schnittblumen sein. Von Pfuel schaut am liebsten, was die Natur so hergibt. So holt sie sich im Frühjahr blühende Zweige von ihren Obstbäumen, pflückt Wiesenblumen und besorgt Adler-Farne aus dem Wald. Die fedrigen Blätter in verschiedenen Grüntönen haben es ihr angetan – genauso wie Moose, die man wunderbar auslegen kann. Schon das Sammeln sei ein Erlebnis, schwärmt sie in ihrem inspirierenden Buch „Decorations at Home“, das sie nach „Cool Events at Home“ herausgebracht hat.

Mit sicherem Gespür demonstriert sie die Schönheit von Alltagsgegenständen und funktioniert fantasievoll alte Glühbirnen in kleine Vasen um, umwickelt mit Geschenkbändern antike Kerzenleuchter oder stellt Gartenkugeln auf den Kopf und befüllt sie mit Schleierkraut. So wird das Nelkengewächs vom Beiwerk zum Star.

Die Gräfin hat ein Händchen für Dekoration und Einrichtung. Sie stöbert gerne auf Websites und folgt auf Instagram Seiten wie „Larry‘s List“, „Art Cube“ oder „Street Art Globe“. Obwohl sie gut eingedeckt sei mit Vasen, Kerzen, Teelichtern und Design-Objekten müsse sie sich beim Surfen auf „Westwing“ oder „Monoqui“ selbst einbremsen. Ihre Devise: Ein Haus oder eine Wohnung wird erst dann ein Heim, wenn persönlicher Stil sichtbar wird.

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