44. WANDERTAG

Bei schönem Wetter kanns jeder

Die Ebersberger Frauen Christine (links) und ihre noch fitte 85-jährige Mutter Elfriede marschieren bei den Wandertagen mindestens zehn Kilometer und genießen hier die Brotzeit in Niederndorf bei der Tölg-Hütte. bac
+
Die Ebersberger Frauen Christine (links) und ihre noch fitte 85-jährige Mutter Elfriede marschieren bei den Wandertagen mindestens zehn Kilometer und genießen hier die Brotzeit in Niederndorf bei der Tölg-Hütte. bac

„Bei schönem Wetter kann jeder wandern – aber auch bei kühler Witterung macht das Marschieren Spaß!“ So dachten die meisten der über 800 Wanderfreunde, die am Ende der Karwoche zu den traditionellen Wandertagen nach Waldkraiburg gekommen sind.

Waldkraiburg – Zum 44. Mal fand hier der Wandertag mit Jugendwandertag statt. Bei sozusagen idealem Marschwetter machten sich die gut ausgerüsteten und passend angezogenen Fußgänger auf den Weg ihrer ausgewählten Strecke.

Die kürzere Fünf-Kilometer-Tour leitete die Teilnehmer um den „Grünen Ring“ im Stadtgebiet und über einen Brotzeitstand zum Stadtpark, wo einmal mehr die „Stadt im Grünen“ ihrem Namen gerecht wurde.

Auf dieser Etappe war auch eine niederbayerische Gruppe unterwegs, die Wanderfreunde aus Untergriesbach am hohen Markt. „Die letzten zehn Jahre waren wir immer hier und sind ‚gut Freund‘ mit den Waldkraiburgern. Es passt immer alles und es sind schöne Strecken“, freuen sich die Männer nach der Stärkung. An rund 35 Wandertagen nehmen sie jedes Jahr teil und unternehmen zusammen auch mit Wanderungen verbundene Ausflüge, etwa nach Hamburg oder Helgoland.

„Waldkraiburg ist meistens mit einer besonderen Erinnerung verbunden“, weiß die Truppe zu berichten. „Vor Jahren fiel leider ein Mädchen am Karfreitag in den Innkanal; Schneekatastrophe und Reifenplatzer gab es auch schon. Wenn wir diesmal in die Zeitung kommen – ist das ein schönes Erlebnis“, freuen sie sich.

Die elf Kilometer lange Strecke – die auch Zweiter Bürgermeister Richard Fischer absolvierte – führte in das schöne Inntal über St. Erasmus, Niederndorf und Pürten zurück ins Stadtgebiet, nachdem die Kontrollpunkte und Verpflegungsstellen passiert waren.

„Brotzeit machen“ war ebenso bei der Tölg-Hütte in Niederndorf angesagt, wo sich auch zwei Frauen aus Ebersberg stärkten. Christine und ihre fitte 85-jährige Mutter Elfriede – wahrscheinlich eine der ältesten Teilnehmer – sind seit über zehn Jahren hier dabei und seit etwa 25 Jahren zusammen bei den Wandertagen, auch in Steinhöring oder Feldkirchen.

„Eine 10er-Strecke muss schon drin sein, sonst ist die Anfahrt zu weit. Es ist schön hier, in der Natur am Inn entlang zu wandern“, sind die Damen begeistert. „Wir haben auch schon viele Auszeichnungen und Urkunden daheim und als mein Sohn noch mitging, waren wir in drei Generationen unterwegs“, erzählt Christine.

Bei „Start und Ziel“ in der Schenkerhalle meldeten sich 38 auswärtige Wandervereine, überwiegend aus ganz Bayern, an. Rund 70 Zugreisende wurden vom Ampfinger Bahnhof abgeholt und viele kamen aus dem Bayerischen Wald angereist, einige Gruppen auch aus Österreich, etwa aus Galspach, Weng, Kufstein oder dem 170 Kilometer entfernten Pettenbach. Am stärksten vertreten waren die Gruppen aus Neumarkt-St. Veit, Waging, Traunreuth oder Egglkofen und auch viele Waldkraiburger „erkundeten marschierend ihre Heimat“. Zudem waren auch die Nordic Walker zahlreich vertreten. Von einigen Kindern bis ins hohe Alter machte alles mit.

So sorgten circa 40 Helfer der Wanderfreunde und zudem die BRK-Gruppe aus Kraiburg für einen reibungslosen Ablauf. Ein reichhaltiges Kuchenbüfett mit vielen Torten und Kuchen stand in der Schenkerhalle bereit. Leckere Brotzeiten gab es an den Ständen und am Karfreitag lockte besonders der knusprige Backfisch.

Das Organisationsteam um Werner Bruckner, der seit 1975 engagierter Vorsitzender der Waldkraiburger Wanderfreunde ist, freute sich wieder über die gelungene Freizeit-Veranstaltung, „wenn es auch sehr viel Arbeit macht“. Die Strecken aussuchen und dann ausschildern nimmt viel Zeit in Anspruch.

„Vom Landratsamt bekommen wir dahingehend die Vorschriften und wenn wir alles erfüllt haben, melden wir bei der Polizei den Vollzug. Wir sind zufrieden, wenn alles reibungslos und unfallfrei abläuft und die Wanderer auch das nächste Mal gerne zu uns nach Waldkraiburg kommen“, so Werner Bruckner.

Kommentare