Was mich freut, was mich ärgert

Schandfleck an der Erzgebirgsstraße: Warum die Stadt Waldkraiburg nicht viel unternehmen kann

... und das Unkraut macht sich an Gehweg und Parkplätzen breit. Hanisch
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... und das Unkraut macht sich an Gehweg und Parkplätzen breit. Hanisch

Die ehemalige Geschäftszeile an der Erzgebirgsstraße in Waldkraiburg hat schon bessere Tage gesehen. In Läden und Lokalen läuft nichts mehr. Und davor? Sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa. „Ein Schandfleck.“ Das findet jedenfalls Harald Hanisch, der bei seinen Spaziergängen regelmäßig an dieser Stelle vorbei kommt und sich ärgert.

Waldkraiburg– „Das Areal steht nun schon seit sehr langer Zeit leer da und verkommt einem Schmuddelbereich.“ Abfall und Müll werde zurückgelassen. Und das Unkraut wachse ganz ungestört, wie es grade will. Hanisch hat das alles auf Fotos festgehalten.

Kritik am Eigentümer

Und der Waldkraiburger packt den Eigentümer an seiner Ehre: „Verpflichtet der Besitz dieses Areals nicht auch irgendwie dazu, diesen Bereich einigermaßen zu pflegen und sauber und ansehnlich zu halten? Schließlich führt hier ein öffentlicher Fußweg durch.“

Hanisch macht sich Sorgen, dass eine solche Schmuddelecke dem Image Waldkraiburgs schade, grade im Hinblick darauf, dass nur wenige hundert Meter weiter ein ganz neues Wohngebiet, das Heimwerk-Areal, entstehe. „Da kommen bestimmt viele auswärtige Interessenten zur Besichtigung der neu gebauten Wohnungen in die Stadt.“

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Der Bürger sieht da auch die Stadt in der Pflicht, die auf den Eigentümer einwirken müsste.

Stadt kann erst eingreifen, wenn Gefahr im Verzug ist

„Ein Schandfleck“: Harald Hanisch hat es bei seinen Spaziergängen festgehalten: Papier und anderer Müll liegt vor der ehemaligen Geschäftszeile in der Erzgebirgsstraße...

Im Waldkraiburger Rathaus ist niemand vom Zustand des Umfelds der Geschäftszeile begeistert. Doch die Möglichkeiten der Stadt, auf den Eigentümer einzuwirken, sind laut Carsten Schwunck, Leiter der Stadtentwicklungsabteilung, begrenzt. „Zunächst kann die Stadt gar nix machen.“ Das ändere sich erst, wenn Gefahr im Verzug sei, wenn jemand sich auf dem Gehweg verletzten könnte, oder wenn der Weg zuwächst, so dass die Nutzung beeinträchtigt würde.

Wie Schwunck weiter auf Anfrage mitteilt, schreibe die Verwaltung die Eigentümer solcher unschöner Bereiche immer wieder mal an, um sie aufzufordern, für Ordnung zu sorgen. „In der Regel geschieht das, wenn wir die Bürger auch zum Rückschnitt von Hecken und Sträuchern auffordern. Dann wird mal aufgeräumt. Aber ein paar Wochen später sieht es wieder genauso aus.“

Investor interessiert an starker Nachverdichtung

„Wenn man nicht mehr vorbei kommt, dann könnte die Stadt von sich aus den Rückschnitt einleiten und dem Eigentümer in Rechnung stellen“, so der Abteilungsleiter. Doch so weit ist es in diesem Bereich noch nicht.

Hoffnungen auf eine baldige bauliche Veränderung kann Schwunck den Bürgern ebenso wenig machen. Das Vorhaben, auf dem Areal Mehrgeschosswohnungen zu realisieren, habe der Eigentümer nicht weiter verfolgt. Ein potenzieller Investor eruiert laut Bauamtsleiter derzeit, wie viel Baurecht er auf dieser Fläche bekommt. Doch damit steht gleich die nächste strittige Diskussion ins Haus: Wie weit darf die Nachverdichtung gehen?

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