Das Rossererdorf – wie Aschau pferdefreundliche Gemeinde werden will

Bis Aschau als „pferdefreundliche Gemeinde“ offiziell anerkannt ist, müssen Gerhard Preintner (unser Bild) und seine Mitstreiter noch viele Hindernisse nehmen. Privat
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Aschau hat viele Pferdestärken. Das wissen Reitstallbesitzer Gerhard Preintner und seine MItstreiter aus Reitvereinen und -Betrieben, die das Dorf noch attraktiver für Freizeitreiter Reittouristen machen wollen.

Aschau –Hätte die Gemeinde Aschau ein Tier im Wappen, es wäre bestimmt ein Pferd oder Rössl. Drei Reit- und Fahrvereine gibt es im Dorf, mehrere Reitställe und Pferdebetriebe, jede Menge Pferdehalter und insgesamt an die 300 kleinere und größere Rösser. Von dieser Zahl geht jedenfalls Gerhard Preintner aus, der selbst einen Reiterhof betreibt, in Haselbach, dem Aschauer Pferdezentrum, wo sich allein drei Betriebe mit über hundert Tieren befinden.

Ganz wichtig: Die Lücken im Wegenetz schließen

Preintner ist eine der treibenden Kräfte, um Aschau für Pferdesportler und Pferdefreunde noch attraktiver zu machen. Das geht nicht allein, und deshalb hat er sich mit Vereinen und Reitställen zusammengetan, um ein Konzept für eine „pferdefreundliche Gemeinde“ zu entwickeln. Dieses Siegel, das die Deutsche Reiterliche Vereinigung alle vier Jahre an Regionen und Gemeinden vergibt, die „für den Pferdesport und für das Freizeitreiten mehr tun als andere“, ist aus Sicht Preintners das Fernziel.

Initiatoren wollen die Gemeinde ins Boot holen

Bis dahin ist noch ein weiter Weg zurückzulegen. Ganz wichtig: Die Initiative will die Lücken im Wegenetz zum Reiten und Fahren schließen. Da geht es um Gespräche und Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern, da geht es gegebenenfalls auch um Entschädigungen. „Da ist die Gemeinde gefragt“, findet der Reitstallbesitzer, der sich auch gut vorstellen kann, eine allgemein zugängliche Trail- und Hindernisstrecke zu realisieren. Wanderreiten, Reittouren von Hof zu Hof sind stark im Kommen. Ein weiteres Anliegen: Die Wege der Kinder zum Reiterhof und zurück sollten möglichst sicher gestaltet werden. In Haselbach nehmen viele Kinder aus Waldkraiburg Reitunterricht. „Alle müssen mit dem Radl über die Kreisstraße MÜ 25.“

Ein Siegel gut fürs Marketing

Wer „pferdefreundliche Gemeinde“ ist, hat davon noch keinen unmittelbaren finanziellen Vorteil, doch das Siegel taugt fürs Marketing.

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„Fürs Freizeitreiten, vor allem den Tourismus wäre das schon eine Riesensache.“ Bürgermeister Alois Salzeder ist offen für die vielen, guten Ideen. Die Vereine und Reitställe leisten auch einen wichtigen Beitrag für die Jugendarbeit.

Bürgermeister: Eine Riesensache, aber Umsetzung wird schwer

Aschau biete attraktive Voraussetzungen für Reiter. Die Gemeinde habe 32 Kilometer Umfang, der Großteil am Waldrand, alles Strecken fernab von Straßen. Auch eine Förderung über Leader wäre möglich, sagt er. Doch Salzeder, der nur noch bis April im Amt ist, weiß auch um die Schwierigkeiten und Diskussionen. „Da müssen viele an einen Tisch geholt werden. Die Umsetzung wird sehr schwierig.“

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Preintner und Co. wollen am Thema dran bleiben. Ein Grobkonzept für die „pferdefreundliche Gemeinde“ liegt bereits vor. Darüber will die Initiative am Sonntag, 9. Februar, um 19 Uhr im Gasthaus „Troadkasten“ in Haselbach mit den Bürgermeisterkandidaten sowie dem amtierenden Bürgermeister diskutieren.

Auch bislang nicht beteiligte Vertreter örtlicher Reit- und Fahrvereine und Reitställe oder private Pferdehalter sind eingeladen. Anmeldung bei Gerhard Preintner unter Telefonnummer 01 71/2 11 28 65.

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