Preview in Waldkraiburg: So bekam Regisseur Schwendemann Stars wie Joseph Hannesschläger

Eine Rolle wie auf den Leib geschrieben: Regisseur Thomas Schwendemann (links) spielt in „Schmucklos“ die Rolle von Augustin, ein erfolgloser Regisseur. An seiner Seite Autor Stefan Fent als Roland, der als Autor in Wien gescheitert ist und nun in München durchstarten will. Ihre Geschäftsidee: eine Kneipe in Giesing. Zenofilm
  • Raphaela Lohmann
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Mit „Schmucklos“ bringt Regisseur Thomas Schwendemann eine Kneipenkomödie über zwei gescheiterte Typen ins Kino. Bemerkenswert ist die hohe Dichte großer bayerischer Schauspieler, darunter auch Rosenheim-Cop Joseph Hannesschläger.

Waldkraiburg – Es liest sich wie ein „Who’s Who“ der bayerischen Schauspielriege: Marianne Sägebrecht, Michaela May, Eisi Gulp, Uschi Glas, Günther Maria Halmer, Hansi Kraus und Hannes Ringlstetter. 

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Sind zur Preview gekommen: Die Schauspielerinnen Stefanie Mendoni (linnks) und Franziska Zawila mit Regisseur Thomas Schwendemann.

Lockere Kneipenkomödie

„Schmucklos“ ist ein Film über München, die Stadt ist nicht nur Kulisse, eine lockere Kneipenkomödie über Altersarmut und Gentrifizierung. Thomas Schwendemann hat mit seinem Freund und Autor Stefan Fent die Idee zur Komödie, die autobiografische Züge trägt. Ein erfolgloser Regisseur und ein Autor eröffnen aus der Not heraus eine Kneipe in Giesing. Das Konzept ist denkbar einfach: Ein Gericht, ein Getränk und eine CD. Die beiden spielen sich selbst. „Die Rolle ist mir auf den Leib geschrieben“, sagt der 42-Jährige, der sein Diplom an der Filmhochschule in München gemacht hat.

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Es ist Schwendemanns zweiter Film, der in die Kinos kommt. Zum 30-jährigen Bühnenjubiläum der Fantastischen 4 hat er einen Dokumentarfilm gedreht, jetzt eine Kneipenkomödie, angelehnt an den Duktus der alten Münchner Serien wie „Irgendwie und Sowieso“, „Kir Royal“ oder „Monaco Franze“. Vielleicht auch das ein Grund dafür, warum so viele namhafte Schauspieler zugesagt hatten. Nicht nur, weil sie alle zufällig Zeit hatten, wie es ihm gegenüber einmal Michaela May gesagt hatte. Vielmehr gebe es eine Sehnsucht nach einem bayerischen Film mit Substanz, nach einer Rolle, mit Ecken und Kanten.

Eine solche nimmt als Münchner Mafia-Boss auch Joseph Hannesschläger ein. Eine Rolle, die ihn überzeugt hatte: Er ist Fan der Reihe „Der Pate“ und selbst in Giesing aufgewachsen. Die Dreharbeiten waren längst abgeschlossen, als die Krebserkrankung von Hannesschläger bekannt wurde.

Hannesschläger als Mafia-Boss

„Ich hoffe, dass ein Wunder geschieht und er sich wieder erholt.“ Jetzt müsse Hannesschläger sich erst mal um sich selbst kümmern, seine Fans sollen ihm die Daumen drücken. Hoffnung auf eine Genesung macht Hannesschläger nun selbst. In einem Gespräch mit der „Bild“ spricht er über eine neue Behandlungsmethode „mit Chancen auf Heilung.“ „Wenn es klappt, dann kann ich auch wieder drehen“, ergänzt er im Interview. Das hofft auch Schwendemann: Schließlich plane er für die Fortsetzungen von „Schmucklos“ mit Hannesschläger, den er damit ermutigte.

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Darsteller, Produzent und Regisseur – Schwendemann übernimmt bei der Produktion viele Rollen. Eine Belastung, die viel Energie kostet. „Es gab viele Momente, wo ich am liebsten aufgehört hätte.“ Ohne Förderung oder Produktionsfirma, sondern aus eigener Tasche hat er den Film finanziert. Darsteller und Crew hätten größtenteils auf ihre Gage verzichtet, der Keller der Großeltern wurde zur Kneipe umfunktioniert.

Zur Preview am Mittwoch ist Regisseur Thomas Schwendemann mit seinen Schauspielkolleginnen Stefanie Mendoni und Franziska Zawila nach Waldkraiburg gekommen. Nach dem Film gab es ein Konzert der Film-Band „Monaco Fränzy“. Ab 21. November ist die Komödie täglich im Kino zu sehen. „Mindestens eine Woche. Was danach kommt, entscheiden die Besucherzahlen“, sagt Kinobetreiber Thomas Rahnert. Nicht nur das haben die Besucher in der Hand: „Wenn 1000 Besucher in den Film kommen, kommt die Band noch mal“, versprach er. Die ist beim Publikum nämlich richtig gut angekommen.

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