Risse in der Friedhofskapelle – Pürtner warten auf die Renovierung

Kirchenpfleger Franz Harrer zeigt die Risse im Inneren der Kapelle.
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Kirchenpfleger Franz Harrer zeigt die Risse im Inneren der Kapelle.

Das haben sich die Pürtener anders vorgestellt: Die Renovierungsarbeiten an der Friedhofskapelle St. Michael hätten ihrer Ansicht nach eigentlich bereits starten sollen. „Bis jetzt sind neben Bodenproben aber nur Bestandsaufnahmen vorgenommen worden. Weiter ist nichts passiert“, bedauert Kirchenpfleger Franz Harrer, der endlich Ergebnisse sehen will.

von Ursula Huckemeyer

Waldkraiburg-Pürten – Ein Sprecher des Ordinariats macht den Pürtner in Sachen Renovierung ihrer Michaelskapelle alerdigns keine Hoffnung. Er legt sich auf einen Termin noch nicht fest.

Starke Risse an Türen und Gewölbe

Dabei weist das spätgotische Kirchlein, das unter Denkmalschutz steht, seit Langem starke Rissbildungen an Türen, Fenstern und Deckengewölbe auf. Die Kapelle wurde daher zu Beginn der Dorferneuerung mit Zugstangen stabilisiert, um weitere Schäden zu vermeiden. Man befürchtete, durch den Schwerlastverkehr könnten neue Risse entstehen.

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Die Dorferneuerung ist längst abgeschlossen. St. Michael hingegen wartet nach wie vor auf umfangreiche Renovierungsarbeiten. Seit rund einem Jahr wird die Kapelle allerdings wieder als Leichenhaus benutzt. Während der Dorferneuerung durfte das Kirchlein niemand betreten. Die Särge wurden in der Marienkapelle aufgebahrt.

Eigenleistung wie beim Pfarrhof nicht wiederholbar

Franz Harrer erinnert an die Renovierung des Pfarrhofes bei der sich die Gemeindemitglieder mächtig ins Zeug legten. Der Kirchenpfleger lobt im Nachhinein noch mal die hohe Eigenleistung der Pürtener im Hinblick auf viele freiwillig geleistete Stunden an der Baustelle sowie an das fleißige Spenden sammeln. „Diese enorme Eigenleistung ist nicht wiederholbar“, stellt der Kirchenpfleger klar, der von Renovierungskosten in Höhe von einer halben Million Euro ausgeht.

Spätgotisches Kirchlein

Die spätgotische, dreijochige Friedhofskapelle St. Michael wurde wahrscheinlich 1572 als Saalbau mit Kreuzgratgewölbe erbaut und um 1700 barockisiert. Bis um 1810 wurden in der Kirche Messen für die Armen Seelen gelesen. Früher soll die Kapelle auch dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht gewesen sein. An der Ostseite befindet sich ein bemerkenswerter Stuckaltar aus der Zeit um 1780,der in den 1970er-Jahren restauriert wurde. Unter einem Baldachin ist das Hochrelief einer Pieta, umgeben von Engelsköpfen. Statuen zeigen die heiligen Johannes, Nikolaus und Michael.

Interview

Wie es mit Friedhofskapellle St. Michael in Pürten weitergeht, dazu nimmt Hendrik Steffens von der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats in München Stellung.

Herr Steffens, wann sollen die Renovierungsarbeiten beginnen?

Hendrik Steffens:Im Herbst 2019 hat das zuständige Gremium des Erzbischöflichen Ordinariats eine Vorplanungsgenehmigung erteilt. Die Voruntersuchungen und Vorplanungen am Gebäude sind abgeschlossen. Jetzt wird ein Finanzierungsplan erstellt und die Umsetzung geprüft. Dies ist noch nicht abgeschlossen, sodass noch keine Aussage zu einem möglichen Renovierungsbeginn gemacht werden kann.

Wer übernimmt die Kosten der Baumaßnahme?

Steffens: Der Finanzierungsplan für das Projekt steht noch nicht. In vergleichbaren Fällen hat es jedoch oft eine deutliche Bezuschussung durch das Ordinariat gegeben.

Der Kirchenpfleger spricht von Renovierungskosten in Höhe von rund 500000 Euro. Können Sie diese Summe so bestätigen?

Steffens: Dieser Betrag entspricht Schätzungen des Architekturbüros, das mit den Voruntersuchungen befasst war. huc

Die Friedhofskapelle St. Michael steht unter Denkmal- schutz. Huckemeyer
Das sind die Zugstangen, die das Gebäude stabilisieren sollen, um weitere Schäden zu vermeiden.

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