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Die Retter

„Neue Rauchmelder zeigen Wirkung“ titelte die Heimatzeitung noch Anfang der Woche und berichtete aus der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr.

Kommandant Bernhard Vietze hatte gesagt, dass es bei einigen Einsätzen den neuen Rauchmeldern zu verdanken war, dass nichts Schlimmeres passiert war. Und einen Tag darauf bewahrheitet sich das. In einem Mehrfamilienhaus in der Adlergebirgsstraße kam es am Vormittag zu einem Großbrand. Ein Rauchmelder warnte sehr früh und anhaltend, und ein Nachbar reagierte und rief die 112. Das Haus, in dem etwa 30 Leute wohnen und eine Praxis beheimatet ist, konnte sofort evakuiert werden.

Fassungslos mussten die Bewohner draußen stehend mit ansehen, wie sich der Rauch, der für den Laien anfangs harmlos aussah, ausbreitete und sich die Situation zu einem Großbrand auswuchs. 150 Einsatzkräfte von elf Feuerwehren kämpften stundenlang gegen die Flammen und gaben ihr Bestes, zwei Feuerwehrler erlitten einen Stromschlag; es geht ihnen inzwischen wieder gut. Gegen Abend hatten sie die Situation im Griff. Stadt und Rotes Kreuz richteten im Haus der Kultur eine Anlaufstelle ein und boten Notunterkünfte an. Weil alle bei Freunden oder Familie unterkommen konnten, musste am Ende niemand auf einem Feldbett schlafen.

Nach dem ersten Schock realisierten die Menschen, dass sie vielleicht alles, was sie besitzen, verloren haben. Manche stehen vor dem Nichts. Rührend waren die Momente, als der ein oder andere sein geliebtes Haustier wieder in die Arme schließen konnte. Gerettete Kaninchen, Hunde, eine Schlange und eine Spinne in Terrarien wurden auch zur Sammelstelle im Haus der Kultur gebracht. Den Einsatzkräften kann man nicht genug danken. Sie verhinderten, dass Menschen zu Schaden kamen und hatten in diesem Chaos zwischen schwarzem Rauch, Null Sicht, Gefahr für das eigene Leben durch Strom und einstürzende Balken auch noch ein Herz für Tiere.

Herz beweisen nun auch die Waldkraiburger Bürger, die helfen wollen. Sachspenden koordiniert die Stadtverwaltung, das Rote Kreuz hat ein Spendenkonto eingerichtet, viele Menschen melden sich im Rathaus und fragen, wie sie noch helfen können. Diese Hilfsbereitschaft und Unterstützung signalisiert den vom Brand Betroffenen: „Ihr steht nicht allein da.“ Auch wenn Tausende Liter Löschwasser viel Besitz zerstört haben – die Menschen werden nicht im Stich gelassen.

Ums Wasser im weitesten Sinne geht es auch beim Saftladen. Das Kommunalkabarett nennt sein neues Stück #badengehen. Kaum angekündigt, sind auch schon die ersten beiden Abende im Haus der Vereine ausverkauft. Wer mit wem oder was Baden geht, erfährt man bei der Premiere am 19. April. Im Gespräch mit der Redaktion ging es auch um Realsatire – die die Kommunalpolitik bestens beherrscht, sagen die Kabarettisten. Die Marschrichtung in der ein oder anderen Sache gleicht einem Hü-Hott-Fuhrkommando. Wie etwa beim Alten Bahnhof.

Während der Stadtrat sich gnädig endlich zusammenraufte und den Weg für die Heilpädagogische Tagesstätte des Franziskushaus Au im alten Bahnhofsgebäude frei machte, waren die Franziskanerinnen längst weg. Die waren eigentlich schon im Februar weg, sagt der Geschäftsführer der Einrichtung. Da erfuhr man nämlich von der Stadtbau, dass es eine Kehrtwende im Aufsichtsrat gibt und man das Projekt (nach einem Jahr Gespräche) nicht weiter verfolgen werde. So musste die Einrichtung in Au anderweitig planen. Im März wollte der Stadtrat dann aber doch – nach langer Diskussion.

Wie es aussieht, ist die Sache geplatzt. Der Alte Bahnhof wird weiter vor sich hin verfallen und wohl nicht gerettet werden; die Stadt steht wieder am Anfang, ganz zu schweigen von den Vereinen, die sich gern in der Nachbarschaft dran gehängt hätten. Und was wird der Saftladen nun aus diesem vergeigten Projekt machen? Bürgermeister Robert Pötzsch mit einem zweiköpfigen Pferd auf die Bühne reiten lassen, der eine Kopf will da hin, der andere dort hin und Pötzsch steigt dann entnervt ab und sagt, „dann geh ich lieber zu Fuß weiter“? Wir werden‘s sehen.Andrea Klemm

Waldkraiburger Wochenschau

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