Corona-Reihentest in Waldkraiburger Kita: Ergebnisse da - Gruppe bleibt geschlossen

Reihentest Corona
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Nach Reihentest auf das Coronavirus an einer Waldkraiburger Kita liegen nun die Ergebnisse vor.
  • Hans Grundner
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24 Familien warteten am Dienstag auf die Ergebnisse des Reihentests in der Kita Käthe Luther. Am späten Nachmittag lag endlich das Ergebnis vor.

Waldkraiburg – Der Reihentest in der Kita Käthe Luther ist „problemlos“ verlaufen. Von allen 24 Kindern der betroffenen Kindergartengruppe hat das Gesundheitsamt Abstriche genommen, auf freiwilliger Basis auch von den begleitenden Eltern. Das teilt das Landratsamt mit, das am späten Dienstagnachmittag auch ein Ergebnis meldete: Die 24 Kinder und zwei Erzieherinnen, die als Kontaktpersonen ersten Grades getestet wurden, weisen keine Corona-Infektion auf. Alle Testergebnisse sind negativ.

KIta-Gruppe bleibt geschlossen

Die Kita-Gruppe bleibt dennoch geschlossen, für die 24 Kinder und zwei Erzieherinnen ist Quarantäne angeordnet. Bis 23. Juli müssen sie zu Hause bleiben, weil ein Kind aus der Gruppe am Freitag positiv auf Corona getestet wurde.

Betroffene Eltern stellt das vor große Probleme. Sie stehen zwischen Job und Kindern, tun sich nach dem langen Lockdown schwer, die Betreuung sicher zu stellen. Das Landratsamt weist darauf hin, dass Eltern, die wegen der vorübergehenden Schließung einer Kita oder Schule nicht arbeiten können und einen Verdienstausfall haben, eine Entschädigung bekommen können. Das gilt für Kinder bis zwölf und für Kinder mit Behinderung, die Hilfe brauchen, ohne Altersgrenze.

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Bei den Reihentests in der Ankerdependance waren nicht alle 220 Bewohner erfasst worden. 34 Asylbewerber, die nicht angetroffen wurden, werden nachgetestet, so die Regierung von Oberbayern. Dass am Samstag nicht alle da waren, sei nicht ungewöhnlich. „Die Bewohner sind nicht verpflichtet, sich rund um die Uhr in der Unterkunft aufzuhalten.“

Acht Security-Leute positiv auf Corona getestet

Bislang ist kein Bewohner positiv auf Covid-19 getestet. In der Dependance sind nur Security-Mitarbeiter betroffen. Deren Zahl wurde vom Landratsamt mittlerweile nach oben korrigiert – von sieben auf acht.

Flüchtlingsrat übt Kritik an Behörden

Kritisch sieht das Vorgehen der Behörden Hamado Dipama vom Bayerischen Flüchtlingsrat. Er erinnert an den 30. April, als erstmals eine Infektion in der Dependance aufgetreten war. Betroffen war eine Bewohnerin der Unterkunft aus Schwarzafrika. Nach deren positiven Test waren alle Schwarzafrikaner „ohne Test“ in Quarantäne ins Ankerzentrum Manching geschickt worden. Der Flüchtlingsrat warf den Behörden damals rassistische Motive vor.

Diesmal sei – bei positiv getesteten Security-Leuten – keine Quarantäne für alle verhängt worden, die Kontakt hatten. Stattdessen habe es einen Reihentest vor Ort gegeben, so Dipama, der die 43 betroffenen Afrikaner damals beraten hatte. Er ist der Meinung, dass mit zweierlei Maß gemessen werde.

Regierung und Landratsamt weisen Kritik als völlig unzutreffend zurück

Regierung und Landratsamt weisen die Darstellung als unzutreffend zurück. Die Fälle seien nicht zu vergleichen. Damals wie heute „erfolgten die veranlassten Maßnahmen ausschließlich unter infektiologischen Gesichtspunkten“, so die Regierung.

Während die Behörden mit dem Verlauf des Reihentests in der Ankerdependance sehr zufrieden sind, übt der Flüchtlingsrat erneut Kritik.

Das Gesundheitsamt habe im jüngsten Fall alle ermittelten Personen, die engeren Kontakt zu den positiv getesteten Security-Leuten hatten, in häusliche Quarantäne geschickt. Unter den Bewohnern habe es keine Kontaktpersonen ersten Grades gegeben, deshalb auch keine Quarantäneanordnung.

Am 30. April waren dagegen zwei Bewohner positiv. Um eine räumlich getrennte Unterbringung zu sichern, habe man die engen Kontaktpersonen für die Dauer der Quarantäne verlegt und so eine Quarantäne-Anordnung für die gesamte Unterkunft vermieden.

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