SCHMUTZIGE UMWELT SCHLÄGT AUFS GEMÜT

Rama-Dama in Waldkraiburg: Sammler prangern gewissenloses Verhalten der Natur gegenüber an

Florian Zacherl.
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Florian Zacherl.

Rund 200 Bürger waren beim „Rama-Dama-Light“ in der Stadt Waldkraiburg dabei und ärgern sich über die Gedankenlosigkeit vieler Mitbürger.

Waldkraiburg – Rund 200 Bürger waren in diesem Jahr beim „Rama-Dama-Light“ dabei und schildern ihre Beweggründe.

Wolfgang Hintereder.

Wolfgang Hintereder (48) aus Waldkraiburg, Umweltreferent: „Die Müllsammelaktion ist uns sehr wichtig. Unsere Stadt und deren Stadtteile sollen sauber sein. Föhrenwinkel hat das Rama Dama vorbildlich umgesetzt. Dort ist der Müll im Laufe der Jahre bedeutend weniger geworden. Was man sieht ist, dass die achtlose Entsorgung von To-Go-Produkten wie Fast-Food-Tüten, Kaffeebecher und Verpackungen stark zugenommen hat. So ein Verhalten ist gewissenlos und rücksichtslos der Natur gegenüber.“

Michael Heindl (43) aus Pürten, Kommandant der Feuerwehr Pürten:„Unsere Feuerwehr ist seit Anfang an bei dieser Aktion dabei. Bei uns hilft jeder, von der Jugend bis zu den Aktiven. Es macht uns fassungslos, wie achtlos die Leute ihren Müll entsorgen, denn es besteht ja auch bei manchem Müll Brandgefahr. Im Sommer 2018 hatten wir zwei Brände, von denen einer vermutlich durch eine weggeworfene Zigarette ausgelöst wurde und der andere wahrscheinlich durch den Brennglaseffekt. Die Menschen sollten darüber nachdenken, was für Folgen ihr Verhalten haben kann“.

Michael und Uli Kretschmar.

Michael Kretschmar (48), Master of Business Adminstration und sein Vater Uli Kretschmar (77) Rentner, beide aus Waldkraiburg: „Wir sind schon seit Anfang an dabei. Das Motto damals lautete „Wer hilft mit, unseren schönen Föhrenwinkel sauber zu machen“. Umweltschutz liegt uns sehr am Herzen. Vor allem weil eine schmutzige Umwelt stark aufs Gemüt schlägt.“

Florian Zacherl (22) aus Pürten, Mitglied der Landjugend Pürten und der Feuerwehr Pürten: „Innerhalb von knapp zwei Stunden hatten wir bereits zwei Autoanhänger von Müll eingesammelt. Das Meiste, was wir fanden, waren Mundschutzmasken und Flaschen. Aber auch Autoreifen und sonst allerlei Müll wurde von den Leuten achtlos entsorgt. Wir sind bei dieser Aktion dabei, weil es uns wichtig ist, dass unsere Heimat sauber ist.“

Dr. Werner Hartmann.

Dr. Werner Hartmann (77) aus Waldkraiburg, Rentner: „Ich habe diese Sammelaktion vor 17 Jahren mit Frau Handschuh gegründet. Auch dieses Jahr war ich wieder aktiv dabei. Die gefundenen Mengen haben sich in Föhrenwinkel in den Jahren zunehmend verringert. Vor allem in dem Waldweg zwischen Aldi und Föhrenwinkel würden wir uns wünschen, dass mehr Rücksicht genommen wird. Leider werden immer wieder Flaschen, Verpackungsmaterial, Getränkedosen und Becher to go weggeworfen. Das finden wir natürlich nicht gut. Was noch vor Corona so toll war, war das gemütliche Zusammensitzen nach unserer Aktion. Treffpunkt war im Kindergarten in Föhrenwinkel. Das war immer sehr nett und man konnte sich noch einmal über die Aktion unterhalten. Wegen Corona ist das leider nicht möglich.“

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