Bei Routinekontrollen entdeckt

24 weitere Corona-Fälle am Waldkraiburger Schlachthof – Produktion gedrosselt

Die Produktion am Waldkraiburger Schlachthof ist heruntergefahren, einzelne Teilbereiche sind vorübergehend stillgelegt. Insgesamt gibt es 48 Corona-Fälle im Betrieb.
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Die Produktion am Waldkraiburger Schlachthof ist heruntergefahren, einzelne Teilbereiche sind vorübergehend stillgelegt. Insgesamt gibt es 48 Corona-Fälle im Betrieb.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Bereits zum Jahreswechsel sind erste Corona-Fälle am Waldkraiburger Schlachthof bekannt geworden. Am Donnerstag wurden 24 weitere bekannt. Deshalb wurde nun die Produktion gedrosselt, Gesundheitsamt und das Unternehmen „Vion“ haben sich auf weitere Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter verständigt.

Waldkraiburg – Am Waldkraiburger Schlachthof sind weitere Corona-Infektionen bekannt geworden: 24 neue Fälle meldete das Landratsamt Mühldorf gestern. Damit steigt die Zahl der infizierten Mitarbeiter auf 48. Der Betreiber „Vion“ hat sich mit dem Gesundheitsamt auf weitere Maßnahmen verständigt.

Corona-Fälle bei wöchentlichen Routinetests aufgefallen

Bereits vor einigen Tagen tauchten die ersten positiven Corona-Fälle am Waldkraiburger Schlachthof auf. Zehn Mitarbeiter wurden bereits zum Jahreswechsel positiv getestet. Danach gab es weitere Reihentestungen, in deren Folge mehr Corona-Fälle auftauchten. Gestern nun wurden 24 neue Fälle bekannt, womit die Zahl der Infizierten auf insgesamt 48 kletterte. Rund 400 Mitarbeiter sind in Waldkraiburg beschäftigt, wo pro Woche bis zu 5000 Rinder verarbeitet werden.

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Aufgefallen waren die positiven Fälle bei routinemäßigen Kontrollen. Wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilt, testet Vion selbstständig seit Anfang Oktober alle Mitarbeiter wöchentlich. „Zur Sicherheit haben wir unsere darüber schon seit mehreren Wochen hinausgehende Frequenz der vorsorglichen Tests für alle Mitarbeiter bis auf Weiteres noch einmal erhöht“, teilt Vion-Pressesprecher Thomas van Zütphen mit. Seit Beginn der Pandemie habe Vion ein einheitliches Schutzmaßnahmenkonzept implementiert, bei dem man sich unter anderem an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und Arbeitsschutzregeln des Sozialministeriums orientiere.

Produktion im Schlachthof teilweise stillgelegt

Aktuell ist das Gesundheitsamt vor Ort, und in Abstimmung mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) habe man sich auf weitergehende Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens am Schlachthof festgelegt, wie das Landratsamt mitteilt: Die Produktion läuft in reduzierter Form weiter, die Zahl der Schlachtungen wurde reduziert. Außerdem wurde die Bandgeschwindigkeit verlangsamt, wodurch Mitarbeiter noch größere Abstände einhalten können.

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Einzelne Teilbereiche der Produktion wurden vorübergehend stillgelegt. „Die bestehenden Hygiene- und Schutzpläne des Unternehmens wurden durch das Gesundheitsamt in enger Abstimmung mit dem Qualitätsmanagement der Vion-Gruppe nochmals eingehend detailliert geprüft und verschärft.“ Dazu gehört des Weiteren die Verschärfung hygienisch wichtiger Punkte wie zum Beispiel der Mindestabstand in Umkleiden, beim Rauchen und bei Pausen von zwei Metern. Außerdem wurden große Duschräume im Unternehmen gesperrt.

Nur Vermutungen über die Infektionsketten

Zu den Ursachen für den Ausbruch gibt es nur Vermutungen: „Wir gehen davon aus, dass ein wesentlicher Teil der Infektionen außerhalb des Schlachthofes im privaten Umfeld stattgefunden hat“, sagt Karin Huber, Pressesprecherin des Landratsamtes. Darüber hinaus wisse man vom Infektionsgeschehen aus anderen Schlachthöfen, dass schwere Arbeit in feucht-kalter Luft Infekte zu begünstigen scheint.

Dass die Unterbringung der Schlachthof-Mitarbeiter eine Verbreitung des Corona-Virus begünstigt, weist das Landratsamt zurück: „Alle Mitarbeiter sind in normalen Wohnungen mit normaler Belegung untergebracht.“ Für Donnerstag und Freitag sind laut Landratsamt die nächsten Reihentestungen für Mitarbeiter des Schlachthofs geplant.

Putenschlachthof war auch betroffen

Bereits Mitte Oktober war es im Ampfinger Putenschlachfthof zu einem Corona-Ausbruch unter den Mitarbeitern gekommen. Dort wurden zunächst 39 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet, womit die Zahl der Neuinfektionen damit erstmals über 50 Fälle pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen kletterte. Weitere Reihentests wurden durchgeführt, insgesamt hatten sich rund 140 Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert. Als Konsequenz auf das hohe Infektionsgeschehen wurden der Betrieb vorübergehend eingestellt und die Mitarbeiter weiteren Corona-Tests unterzogen.

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