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DR. FLORIAN HAIDER

Primiz am Tag des WM-Endspiels

Am 15. Juli feiert er seine Primiz in Kraiburg: Dr. Florian Haider (33) am Marktbrunnen, gleich neben der Pfarrkirche, wo er als Bub Ministrant war. Huckemeyer

Dr. Florian Haider hat am 15. Juli wahrlich Besseres zu tun, als das Fußball-WM-Finale zu schauen. Der 33-Jährige feiert an diesem Sonntag nämlich seine Primiz. Der ganze Pfarrverband Kraiburg wird auf den Beinen sein, denn eine Primiz ist immer noch ein ganz besonderes Ereignis.

Kraiburg – Haider, der Kraiburg als seine „Wahlheimat“ auserkoren hat, empfängt am Samstag, 30. Juni, um 9 Uhr im Dom zu Passau durch Bischof Dr. Stefan Oster die Priesterweihe. Der Weg dorthin war für den Niederndorfer durchaus etwas ungewöhnlich.

Der Doktor der Theologie war früher mit dem Postradl unterwegs

Abitur, Theologiestudium und dann Priesterweihe – so schnurgerade gestaltet sich der Lebenslauf von Florian Haider nicht. Freilich war die Begeisterung für die Kirche schon als Bub da, als er ein eifriger Ministrant wurde. Die Pfarrer Josef Hamberger und Werner Giglberger hätten ihn in diesen Jahren durchaus geprägt, sagt er. Trotzdem kamen für den Buben aber erst mal die Hauptschule sowie der Quali an die Reihe, bis schließlich der Lehrberuf „Fachkraft für Brief- und Frachtverkehr“ eingeschlagen wurde.

„Der Wunsch, Priester zu werden, ließ mich nicht mehr los.“ Dr. Florian Haider

Im Klartext heißt das: Der zukünftige Priester, ausgestattet mit dem theologischen Doktorgrad, ist früher mit dem Postradl unterwegs gewesen und sorgte dafür, dass die Haushalte pünktlich ihre Briefe und Päckchen erhielten. Weil sich Florian Haider aber immer mehr und intensiver für die Bibel und den Glauben interessierte, hängte er seinen Job an den Nagel und besuchte dafür das Spätberufenenseminar in Wolfratshausen. Dort war es möglich, auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachzuholen.

„Der Wunsch, Priester zu werden, ließ mich nicht mehr los. Daher war es natürlich mein Ziel nach der Reifeprüfung, ein Theologiestudium zu absolvieren“, erzählt der Kraiburger, der im Rahmen seines Studiums sogar ein Jahr in Boston verbrachte. Jahre bevor Haider im Dezember 2017 zum Diakon der Diözese Passau geweiht wurde, trat er eine Assistentenstelle am Römischen Institut der Görres-Gesellschaft an. Der 33-Jährige erinnert sich: „Während meiner Zeit in Rom von 2012 bis 2014 erlebte ich den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. sowie die anschließende Papstwahl mit. Beides sehr beeindruckende Ereignisse“.

„Wo Gott ist – da ist Zukunft“ Diesen Satz von Papst Benedikt XVI. wählte er als Primizlosung

Nach Rom ging es für den Kraiburger erst mal in ein Kloster und zwar ins Benediktinerstift Lambach in Oberösterreich. Weitere Stationen folgten, die den jungen Mann schließlich nach Passau sowie nach Fürstenzell in den Bayerischen Wald führten.

Und jetzt steht die Priesterweihe vor der Türe. In welchem Pfarrverband Haider später als Kaplan eingesetzt wird, weiß er im Moment selber noch nicht. „Das erfahre ich erst nach dem Mittagessen am Tag meiner Weihe.“ Was er aber seit langem hundertprozentig weiß, ist die Tatsache, dass der Entschluss, sein Leben Gott zu widmen, der einzig richtige für ihn ist. „Wo Gott ist – da ist Zukunft“ – diesen Satz von Benedikt XVI. wählte sich Haider als Losung für seine Primiz aus.

Für den Priesteramtskandidaten ist die Welt in ihrem Kern gut. In diesem Sinne möchte er auch auf die Menschen zugehen. Lebensfreude bringt Haider auf alle Fälle mit. Er liest und reist gerne und interessiert sich für andere Kulturen.

Für die royale Hochzeit von Prinz Harry und Meghan interessierte sich der Kraiburger zwar nicht – für die lebendige Predigt von US Bischof Michael Curry während der Zeremonie allerdings schon. Darüber sprach ja die halbe Welt. „Ich hab mir die Predigt des Bischofs auf youtube angehört“, schmunzelt Haider und fährt fort: „Ein authentischer Predigtstil, der mir imponierte. Da bewegte sich das Pult und die Kerzen wackelten“. Ob Ähnliches auch bei Predigten von Florian Haider zu erwarten ist, wird die Zukunft zeigen.

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