Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Feierlicher Gottesdienst

Premiere in Waldkraiburg: Regionalbischof ordiniert junge Pfarrerin in der Luther-Kirche

Unter Auflegen der Hände ordinierte Regionalbischof Christian Kopp die zweifache Mutter Inga Seidel in der Waldkraiburger Martin-Luther-Kirche unter Mitwirkung der Ordinationsassistenten, Mentorin Gerhild Peiser, Ehemann Andreas Seidel (links) und Studienfreundin Antonia Pohlner (rechts).
+
Unter Auflegen der Hände ordinierte Regionalbischof Christian Kopp die zweifache Mutter Inga Seidel in der Waldkraiburger Martin-Luther-Kirche unter Mitwirkung der Ordinationsassistenten, Mentorin Gerhild Peiser, Ehemann Andreas Seidel (links) und Studienfreundin Antonia Pohlner (rechts).
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
    schließen

Noch nie hat die evangelische Kirchengemeinde in ihrer über 70 Jahre währenden Geschichte eine Ordination gefeiert. Es war also eine Premiere in Waldkraiburg, als Regionalbischof Kopp die 29-jährige Inga Seidel feierlich ins Pfarrerkollegium aufgenommen hat.

Waldkraiburg/Haag – In den vergangenen drei Jahren hatte Inga Seidel ihr Vikariat in der evangelischen Kirchengemeinde Waldkraiburg absolviert.

Jetzt wurde die 29-Jährige von Regionalbischof Christian Kopp in der Martin-Luther-Kirche zur Pfarrerin feierlich ordiniert.

In den Schuldienst entsandt

Auch wenn die zweifache Mutter aus Haag nun offiziell in die Dienstgemeinschaft der lutheranischen Geistlichen aufgenommen ist, muss sie erst einmal keine eigene Pfarrei leiten: Inga Seidel darf vorerst weiterhin evangelische Religionslehre an den Gymnasien in Waldkraiburg und Mühldorf unterrichten. Lehrerkollegen, Schulleiter Helmut Wittmann und sogar zwei Schülerinnen waren dabei, als Schulreferentin Gabriela Hoffmann vom Dekanat in Traunstein sie offiziell dazu entsandte.

In Haag aufgewachsen

Inga Seidel verbrachte mit ihrer Familie fast ihr ganzes Leben im nur 22 Kilometer entfernten Haag. Zwar war sie für das Theologiestudium auch einige Jahre an der Augustana in Neuendettelsau und an den Universitäten von Erlangen-Nürnberg und Berlin.

Das Elternhaus hat ihr den Berufsweg in die Wiege gelegt

Doch die meiste Zeit verbrachte sie in der Nähe des Elternhauses, das ihr den Berufsweg schier die Wiege legte: Sowohl ihre Eltern, als auch ihr Bruder, sind bereits im geistlichen Dienst für die evangelische Kirche Bayerns tätig. Über den Verlust seiner Auszubildenden konnte sich Waldkraiburgs Pfarrer Lars Schmidt eingangs des Gottesdienstes nur folgendermaßen hinwegtrösten: „Wer Dich kennt, spürt Deine Lust auf Menschen. Genau deswegen musst Du auch Lehrerin werden!“

Katholischer Pfarrverbandsleiter ist ein bisschen „neidisch“

Die frisch ordinierte Pfarrerin blickte in Form eines modernen Märchens zurück auf die entscheidenden Punkte und Weggefährten in ihrem Leben.

Mit der Geschichte inspirierte sie auch Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch, der ihr später mit einem ähnlichen Rückblick auf sein eigenes Leben alles Gute für ihr weiteres Wirken wünschte.

Auch der stellvertretende Landrat Richard Fischer, seinerseits konfessionslos, fand anerkennende Worte für die vor Lebenslust sprühende Frau.

Schulleiter Helmut Wittmann freute sich über das „win-win“, das in einer außerordentlichen Entscheidung von Schulamt und Dekanat zugunsten der jungen Mutter und der Schulen gefunden wurde.

Pater Walter Kirchmann, der den katholischen Pfarrverband leitet, meinte: „Da bin ich jetzt schon neidisch. Während wir alte Männer weihen, sehe ich vor mir eine hübsche junge Mutter, die zweifellos auch Gott in ihrem Herzen hat!“, lobte der Salesianer Don Boscos die neue evangelische Pfarrerin.

Regionalbischof Christian Kopp und Inga Seidel

Drei Fragen an Pfarrerin Inga Seidel

Wie hat Ihnen die Ausbildung in Waldkraiburg gefallen?

Inga Seidel: Es war eine Fügung, dass ich diesen Ausbildungsplatz in meiner Heimat gefunden habe. Die Gemeinde hier in Waldkraiburg ist etwas ganz Besonderes, weswegen ich auch sehr froh bin, dass ich dank meiner künftigen Aufgabe nicht aus der Welt bin.

Familie und kirchlicher Dienst – wie bringen Sie das unter einen Hut?

Seidel: Meine Familie unterstützt mich nach Kräften. Nicht nur mein Mann, sondern danken möchte ich an dieser Stelle auch besonders meiner Mutter, bei der ich immer willkommen bin.

Werden Sie Ihre Arbeit in der Pfarrei vermissen?

Seidel: Ich bin ja künftig Lehrerin an den Gymnasien von Waldkraiburg und Mühldorf, und außerdem werde ich weiterhin in Haag wohnen. Da denke ich schon, dass sich die ein oder andere Tätigkeit findet, um mit der Pfarrgemeinde verbunden zu bleiben. Außerdem bin ich ja jetzt Pfarrerin und kann zu gegebener Zeit wieder die Seiten wechseln.

Kommentare